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Bundesamt für Naturschutz

Fachplanerischer Beitrag zur Umsetzung bundesweiter Ziele des Naturschutzes und der Landespflege

Landschaftsplanung
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Hinter dem Begriff Grüne Infrastruktur steckt der Gedanke, dass Ökosysteme und ihre Leistungen, ebenso wie "graue, also technische Infrastruktur" für die Entwicklung eines Landes unverzichtbar sind. Sie trägt zum menschlichen Wohlergehen z. B. durch Klimaregulation, Erholung und Erleben von Natur und Landschaft sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 4.1 Landschaftplanung, räumliche Planung und Siedlungsbereich
Laufzeit
2012-2017
Das Foto zeigt einen Ausschnitt der naturnahen Landschaft im Nationalpark Müritz mit einem See mit Schilfgürtel und einer Kulisse von Erlenbruchwäldern.
Müritz See

Beschreibung

Hintergrund

Die EU-Kommission hat zur Umsetzung ihrer Strategie, dem Erhalt der biologischen Vielfalt, eine Initiative in den Mitgliedsstaaten auf den Weg gebracht – Das Konzept der Grünen Infrastruktur.

Das Konzept

Aus o. g. Gründen griff die Bundesregierung die Initiative der EU auf und brachte das Bundeskonzepts Grüne Infrastruktur für Deutschland auf den Weg. Dafür hat das Bundesamt für Naturschutz das BKGI als räumlich übergreifendes Gesamtkonzept auf Grundlage bestehender Einzelkonzepte und Leitbilder des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens aufgestellt. Hier werden die bundesweit relevanten Schwerpunkteräume in Bezug auf Naturschutz und Landschaftspflege dargestellt.

Die Bestandteile der grünen Infrastruktur in Deutschland

  • Schutzgebiete mit bundesweiter Bedeutung für die biologische Vielfalt wie Nationalparke, Naturparke, Natura 2000-Gebiete auch in der AWZ, Naturschutzgebiete, Nationale Naturmonumente, Biosphärenreservate, Naturschutzprojekte,
  •  Lebensräume und Arten von Flora und Fauna mit nationalen und grenzübergreifenden Achsen und Korridoren für den Biotopverbund,
  •  Moore aufgrund ihrer Bedeutung für den Klimaschutz sowie als Lebensraum und als Böden für die Kohlenstoffspeicherung, - rezente Auen und Altauen.

Hinzu kommen spezifische Räume und Funktionen wie Kultur- und Naturlandschaften, die für den Menschen viele ökologische und kulturelle Leistungen erbringen als auch Wildnis(entwicklungs)gebiete. Des Weiteren können hier Flussauen als wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes und urbane Räume genannt werden. Auch marine Ökosysteme und Böden, die vielfältige Funktionen im Naturhaushalt erbringen, gehören dazu.

Fachkonzepte in der Entwicklung

Ein Netzwerk naturnaher Flächen soll die Umwelt für den Menschen effizient sichern als auch verbessern und zugleich die biologische Vielfalt bewahren. Das Bundeskonzept Grüne Infrastruktur bündelt dafür vorliegende Fachkonzepte des Naturschutzes auf Bundesebene, stellt zentrale Bestandteile und Funktionen dar und liefert damit wichtige Grundlagen für Bestrebungen des Bundes. Die in Entwicklung befindlichen Fachkonzepte sollen zukünftig in das BKGI integriert werden.

Fachgutachten BKGI

Das Fachgutachten Bundeskonzept Grüne Infrastruktur diente zur Vorbereitung des BKGI und bezieht sich zum einen auf das Konzept der Ökosystemleistungen und zum anderen auf die im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) genannten Zieldimensionen. Das Fachgutachten unterscheidet sich allerdings hinsichtlich Gliederung und Vertiefung einzelner Themen vom BKGI.

Zur Erhaltung und Entwicklung der grünen Infrastruktur in Deutschland werden im Fachgutachten BKGI sowohl raumbezogene als auch programmatische Aussagen getroffen, die sich primär auf die Zieldimensionen im BNatSchG beziehen:

  • Zieldimension 1 betrifft den Erhalt der natürlichen und kulturellen Vielfalt, insbesondere den Schutz der biologischen Vielfalt.
  •  Zieldimension 2 betrifft den Schutz materieller Funktionen von Natur und Landschaft bzw. der Naturgüter.
  •  Zieldimension 3 betrifft die immateriellen Funktionen sowie die landschaftsgebundene Erholung.

Ausblick

Das Bundekonzept Grüne Infrastruktur und das ihm zugrunde liegende Fachgutachten stellen Fachkonzepte des Naturschutzes auf Bundesebene zusammen. Beide Dokumente stellen Informations- und Bewertungsgrundlagen für Planungen und Maßnahmen u.a. für das BMU und das BfN bereit. Sie bedürfen einer regelmäßigen Fortschreibung und Aktualisierung, um die multifunktionale, grüne Infrastruktur auszubauen und zu sichern. Dies kann mithilfe von Forschung und Entwicklung, Integration künftiger naturschutzfachlicher Konzepte sowie durch konkrete Umsetzung dieser geschehen.

Projektpartner

Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Stefan Heiland, Bettina Geiger, Philipp Arndt, Dr.-Ing. Dorothea Hokema, Claudia Hehn
Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung
Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Dr. iur. Andreas Mengel, Nicole Reppin, Linda Mertelmeyer
Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung
Universitätsplatz 9 (ASL Neubau), 34109 Kassel
Universität Kassel
Prof. Dr. Gert Rosenthal, Dr.-Ing. Kersten Hänel, Verena Werle
Fachgebiet Landschafts- und Vegetationsökologie
Gottschalkstr. 26 a, 34127 Kassel
Beratend: Hochschule Geisenheim
Prof. Klaus Werk
Bereich Naturschutz und Umweltprüfung
Von-Lade-Straße 1, 65366 Geisenheim

Fördergeber

Bundesamt für Naturschutz

Kontakt im BfN

Jens Schiller
Stellvertretende Leitung FG II 4.1 Landschaftsplanung, räumliche Planung und Siedlungsbereich
0341 30977-125

Ergebnisbericht

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