Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Einbeziehung von Tierbedürfnissen in die Planung und Gestaltung von Freiräumen - Animal-Aided

Förderschwerpunkt:

Ökologische Stadterneuerung stärken: Naturschutzgerechte Entwicklung urbaner Räume


Ort:

bundesweit


Laufzeit:

11/2016 - 09/2019 (Voruntersuchung)


Kurzbeschreibung:

Tiere sind seit jeher von Bedeutung bei der Gestaltung von Freiräumen. Einerseits hat ihre künstlerische „Verwendung“ bei der Parkgestaltung eine lange Tradition in der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur. Andererseits werden im Naturschutz bestimmte Tierarten als unverzichtbarer Bestandteil angestrebter Ökosysteme und Landschaften verstanden und als Leit- bzw. Zielart stellvertretend für eine Biozönose durch entsprechende Gestaltung und Management geschützt bzw. gefördert.


Ein Haussperling sitze auf einer alten Mauer.

Gerade Städte mit ihrem vielfältigen Habitatmosaik werden auch für Tiere immer attraktiver. Wildtiere in der Stadt beleben und bereichern unseren städtischen Alltag. Dennoch werden Tiere im urbanen Raum und bei der Gestaltung von Freiräumen bisher nicht ausreichend betrachtet. Zwar kommen bei größeren und komplexen (Wohnungs-)Bauvorhaben die rechtlichen Vorgaben von Eingriffsreglung und besonderem Artenschutz zum Tragen. Diese zielen jedoch vorwiegend auf den Schutz ausgewählter, besonders geschützter Arten, die am Standort bereits vorhanden sind. Während die Integration botanischer Vielfalt in die Freiraumgestaltung mittlerweile recht gut gelingt, z. B. durch die Verwendung standortheimischer Arten, liegen zur Planung für eine vielfältige Tierwelt im urbanen Raum bisher kaum Praxisbeispiele vor.

Das Konzept von Animal-Aided Design (AAD) möchte diese Lücke füllen und anhand praktischer landschaftsarchitektonischer Gestaltungsaufgaben das Konzept zum Erhalt der biologischen Vielfalt im urbanen Raum mit den Ökosystemleistungen städtischer Grünräume verbinden. Ziel von AAD ist es, die Bedürfnisse von Tieren im Planungsprozess besser zu berücksichtigen und als kreativen Entwurfsbaustein der Freiraumgestaltung zu nutzen. AAD zielt auf die integrative Planung von Tiervorkommen bei der Freiraumgestaltung und setzt sowohl bei der landschaftsarchitektonischen Gestaltung von Freiräumen als auch bei Planungen des Naturschutzes z. B. im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen an. Tiere werden als integraler Bestandteil der Entwurfsplanung gleichberechtigt neben anderen Planungsbelangen betrachtet.

In der Voruntersuchung für ein E+E Vorhaben wird die Methode AAD im Hinblick auf die Einbindung in konkrete Planungsabläufe der städtebaulichen Entwurfsplanung und der architektonischen und landschaftsarchitektonischen Objektplanung weiter entwickelt. Der Fokus der Betrachtung liegt auf den gebäudebezogenen Freiflächen im Wohnungsbau – im Wohnumfeld. Es soll geprüft werden, für welche Tierarten, für welche Projekte des Wohnungsbaus und in welchen Phasen der Objektplanung eine Anwendung von AAD in der Stadt generell erfolgsversprechend ist. Im Ergebnis sollen die Machbarkeit sowie organisatorische und inhaltliche Rahmenbedingungen für die konkrete praktische Erprobung in einem potentiellen Hauptvorhaben geklärt sein.


Projektträger:

Universität Kassel
Fachgebiet Freiraumplanung
Herr Dr. Thomas E. Hauck
34127 Kassel 

Technische Universität München
Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie
Herr Prof. Dr. Wolfgang Weisser
85354 Freising


Fachbetreuer im BfN:

Alice Schröder FG II 4.1


Projektförderer:

Bundesamt für Naturschutz


Finanzvolumen:

370 T€



Letzte Änderung: 23.08.2019

 Artikel drucken