Bundesamt für Naturschutz

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Bienwald

Lage:

Rheinland-Pfalz, in den Landkreisen Germersheim und Südliche-Weinstraße


Naturraum:

„Vorderpfälzer Tiefland“, „Nördliche Oberrheinniederung“ und „Haardtrand“


Fläche:

Das Projekt erstreckt sich auf einer Fläche von 17.768 ha; die Kulisse des Kerngebietes, die mit dem westlichen Teil den gesamten nassen Bienwald abdeckt, umfasst 9.112 ha.


Projektbeschreibung:

Der Bienwald ist Teil einer im nationalen und europäischen Maßstab einmaligen eiszeitlichen Schwemmfächerlandschaft. Er umfasst die flächenmäßig größten und qualitativ hochwertigsten Feuchtwaldgebiete Südwestdeutschlands. Mit 12.300 Hektar ist er das größte Waldgebiet der deutschen Oberrheinischen Tiefebene. Trotz verschiedener Nutzungen zeichnet sich der Bienwald durch einen hohen Grad an Naturnähe aus. Die großen, weitgehend unzerschnittenen und strukturell vielfältigen Biotopkomplexe können auch Tierarten mit großen Lebensraumansprüchen, zum Beispiel der Wildkatze, eine dauerhafte Überlebenschance bieten und deren Aussterberisiko mindern. Die Wildkatze zählt zu unseren seltensten heimischen Säugetierarten und war bislang nur aus den Wäldern der Mittelgebirge bekannt. Im Bienwald leben heute schätzungsweise 40 bis 60 Tiere.


liegendes starkes Totholz im Bienwald

Das reichhaltige Mosaik verschiedener Biotoptypen, von trockenen Dünen bis hin zu nassen Bruchwäldern, macht den besonderen Reiz dieser über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft aus. Die Naturnähe bildet neben der Klimagunst eine der wichtigsten Voraussetzungen für das bundes- und europaweit bedeutsame Vorkommen seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Mit über 200 Brutpaaren beherbergt der Bienwald beispielsweise das größte  Mittelspechtvorkommen in Rheinland-Pfalz. Fledermaus- und Käferspezialisten messen dem Bienwald gar internationale Bedeutung zu.


Erlenbruchwald

Die zentrale Maßnahme des Projektes stellt die Ausweisung einer 1.680 Hektar großen, zusammenhängenden Naturwaldfläche dar, die vom Land unentgeltlich in das Projekt eingebracht wird. Auf den verbleibenden über 10.000 Hektar Wirtschaftswald sollen über die bereits heute angewandten Grundsätze des naturnahen Waldbaus hinaus weitere naturschutzfachliche Ziele im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung umgesetzt werden. Hierzu zählen zum Beispiel die Entwicklung naturraumtypischer Waldgesellschaften mit standortheimischen Baumarten sowie die Umsetzung eines Alt- und Biotopbaumkonzeptes. Darüber hinaus soll der Eichenanteil im Wirtschaftswald langfristig erhöht sowie die natürliche Verjüngung und Sukzession durch eine gezielte Schalenwildbewirtschaftung gefördert werden. Auch die zahlreichen, für den Bienwald charakteristischen Sonderstandorte, wie Bruch- und Sumpfwälder oder lichte Trockenwälder auf Dünen werden durch gezielte Maßnahmen in ihrer Qualität aufgewertet.


Förderzeitraum:

Förderphase I: 2004 - 2007 (Pflege- und Entwicklungsplanung)
Förderphase II: 2009 - 2018 (Umsetzung)


Finanzvolumen:

12,1 Mio. Euro


Projektträger:

Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße
Naturschutzgroßprojekt Bienwald - Projektbüro
Georg-Todt-Str. 2
76870 Kandel
Tel.: 07275/6170990, Fax: 07275/6170991

E-Mail


Projektförderer:

BMU/BfN; Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Rheinland-Pfalz; Landkreis Germersheim; Landkreis Südliche Weinstraße


Ansprechpartner im BfN:

Dr. Anke Höltermann, Dr. Manfred Klein FG II 3.1


Weitere Informationen:

mehr im Internet


Letzte Änderung: 18.02.2015

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