Bundesamt für Naturschutz

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Erneuerbare Energien

Anbaufläche nachwachsender Rohstoffe für verschiedene Verwendungszwecke

Auf mehr als 2 Millionen Hektar werden in Deutschland Energiepflanzen angebaut

In den vergangenen Jahren ist der Anbau von Energiepflanzen in Deutschland auf über 2 Millionen Hektar ausgedehnt worden. Die meisten Pflanzen werden für die Biogaserzeugung und die Biokraftstoffproduktion genutzt. Die Konzentration auf wenige Kulturarten hat in einigen Regionen negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.


In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland ein wesentlicher Flächenanteil für die Produktion von Energiepflanzen genutzt. In 2015 waren es geschätzte 2,2 Millionen Hektar, was umgerechnet etwa 17,5 Prozent der deutschen Ackerfläche entspricht. Den größten Teil davon nehmen Pflanzen für die Biogaserzeugung ein, gefolgt von Pflanzen für die Biokraftstoffproduktion.

Der Maisanbau für die Biogasproduktion beansprucht nach Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) aus dem Jahr 2015 etwa 900.000 Hektar, während Raps für die Biokraftstoffproduktion (vor allem als Beimischung zum Dieselkraftstoff) auf über 600.000 Hektar angebaut wird. Das bedeutet, dass bundesweit mehr als jeder dritte Hektar Mais und fast jeder zweite Hektar Raps der Bioenergieproduktion dient.

Ein verstärkter Anbau von Energiepflanzen verringert die Anbauvielfalt

Die starke Steigerung der Anbauflächen für Energiepflanzen und die Konzentration auf wenige Kulturarten haben in einigen Regionen zu einer Verengung der Fruchtfolgen, das heißt zu einer Verringerung der Anbauvielfalt, und zu einem steigenden Nutzungsdruck geführt. Die guten Einkommensmöglichkeiten durch den Anbau von Energiepflanzen können zudem die Durchführung von Agrarumweltmaßnahmen weniger attraktiv machen. Vor diesem Hintergrund ist das in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt geforderte Ziel, die Nutzung von Synergieeffekten zwischen der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Gewinnung erneuerbarer Energien zu unterstützen, verstärkt weiterzuverfolgen. Dazu gehören Maßnahmen, die dazuführen, dass weniger Ackerflächen für einen einseitigausgerichteten Energiepflanzenanbau genutzt und mehrökologisch vorteilhaftere Substrate in Bioenergieanlageneingesetzt werden (wie Schnittgut von extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen beziehungsweise Biomasseaus der Landschaftspflege, sogenanntes Landschaftspflegematerial). Mit den im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 festgelegten Obergrenzen für zum Beispiel den Einsatz von Mais in Biogasanlagen wird dessen schrittweise Reduzierung angestrebt (von 50 Masseprozent in 2017/2018 auf 44 in 2021).

Weiterführende Infos

Biomasse (BfN-Themenseite)