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Bundesamt für Naturschutz

Umsetzung der Welterbekonvention in Deutschland

Internationale Zusammenarbeit
Internationale Projekte
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Im Rahmen der Umsetzung des Welterbeübereinkommens im Bereich Naturerbe berät das BfN das BMU und unterstützt die Länder bei der Identifizierung und Vorbereitung von Nominierungen von Gebieten für die UNESCO-Welterbeliste. Dazu werden verschiedene F+E-Vorhaben durchgeführt.
Inhaltliche Schwerpunkte
UNESCO Weltnaturerbe
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Laufzeit
kontinuierlich

Beschreibung

Aktivitäten im Bereich Naturerbe

Deutschland als Vertragsstaat des UNESCO-Welterbeübereinkommens hat sich verpflichtet, Natur- und Kulturgüter von "herausragendem, universellen Wert" zu erhalten. Nach Art. 3 des Übereinkommens ist es Angelegenheit der Vertragsstaaten ihre potenziellen Welterbestätten zu identifizieren.

Im Rahmen der Umsetzung des Welterbeübereinkommens im Bereich Naturerbe berät das BfN das BMU und unterstützt die Länder bei der Identifizierung und Vorbereitung von Nominierungen von Gebieten für die UNESCO-Welterbeliste. Dazu werden verschiedene F+E-Vorhaben durchgeführt.

Identifizierung potenzieller deutscher Naturerbenominierungen

Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens wurden für eine Nominierung als UNESCO-Welterbestätte potenziell geeignete Naturstätten und organisch gewachsene Kulturlandschaften in Deutschland hinsichtlich ihrer Erfolgsaussichten bewertet. So genannte "serielle Nominierungen" (aus mehreren Gebieten bestehend) und "grenzüberschreitende Nominierungen" wurden dabei mit in Erwägung gezogen, da in Europa viele Naturwerte erst im internationalen Kontext ausreichend gewürdigt werden können. Nicht behandelt wurde das deutsche Wattenmeer, da es zum Zeitpunkt der Studie bereits auf der deutschen Anmeldeliste verzeichnet war.

Aus dieser Studie ergab sich unter anderem ein Potenzial für die Nominierung deutscher Buchenwälder als Weltnaturerbe. Dieses wurde aufgegriffen und in einer Machbarkeitsstudie weiter untersucht.

Die nächste Möglichkeit der Überprüfung weiterer Vorschläge für potentielle Naturerbenominierungen wird es im Rahmen der Neuaufstellung der Deutschen Tentativliste im Jahr 2022 geben.

UNESCO Weltnaturerbe "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas"

Am 25.6.2011 hat das UNESCO-Welterbekomitee die Erweiterung der slowakisch-ukrainische Buchenwald-Weltnaturerbestätte (Buchenurwälder der Karpaten) durch das deutsche Buchenwaldcluster "Alte Buchenwälder Deutschlands" anerkannt. "Am 7. Juli 2017 wurde das bestehende Welterbe "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands" vom UNESCO-Komitee nochmals erweitert. Es wurden 63 Buchenwälder in 10 europäischen Ländern in die Welterbeliste aufgenommen. Die erweiterte Welterbestätte trägt nun den Namen "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas".

UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Ende Juni 2009 hat das UNESCO-Welterbekomitee das Wattenmeer in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Im Juni 2011 hat das Welterbekomitee der Grenzänderung der Stätte und damit der Erweiterung um den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer zugestimmt. 2014 wurde das Gebiet um den fehlenden dänischen Teil erweitert.

Mit der Nominierung des Wattenmeers als Weltnaturerbe kommen die drei Staaten ihren Verpflichtungen aus dem Welterbeübereinkommen nach. Das Wattenmeer ist ein bedeutendes Ökosystem, das als grenzübergreifendes Welterbe für heutige und zukünftige Generationen bewahrt wird.

Das BfN arbeitet aktiv in der trilateralen Arbeitsgruppe "Welterbe" mit und hat aktuell deren Leitung inne. Diese Arbeitsgruppe bereitet aktuell einen Welterbe-Management-Plan für die trilaterale Stätte vor.

Machbarkeitsstudie: "Europäisches Grünes Band" als UNESCO-Welterbe?

Eine Machbarkeitsstudie (durchgeführt vom Institut für Landespflege der Universität Freiburg und Agrathear für Strategische Landnutzung) untersuchte basierend auf den Vorgaben der Durchführungsrichtlinien des Welterbeübereinkommens die herausragenden Natur- und Kulturwerte und die damit verknüpften Gebiete des Grünen Bandes in Deutschland und Europa und verglich das Grüne Band global mit ähnlichen Stätten.

Untersucht wurden mögliche herausragende, universelle Werte, die möglichen Nominierungskriterien, die der Status der Integrität (Erhaltungszustand und Naturnähe) und Authentizität sowie Schutz und Managementmechanismen einer möglichen Welterbestätte.

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