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Animal-Aided Design im Wohnumfeld


Konventionell gestaltete und gepflegte Freiflächen einer Wohnhausanlage (© Jan Piecha)
Auf dem Foto sieht man eine konventionell gestaltete und gepflegte Freifläche einer Wohnhausanlage mit Rasenflächen und einem großen Einzelbaum.

Hintergrund

Maßnahmen für Braunbrustigel in der Wohnhausanlage der Wohnwarft eG in Hamburg
(© Entwurfsplan von Mareile Ehlers Landschaftsarchitektin; AAD: Christine Jakoby)
Die Abbildung zeigt die Vogelperspektive der Maßnahmen für Braunbrustigel in der Wohnhausanlage der Wohnwarft eG in Hamburg.

Ein wesentliches Anliegen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ist es, die Vielfalt von Arten und Biotopen auch im städtischen Umfeld zu fördern. Damit lässt sich Natur  im direkten Wohnumfeld in der Stadt erleben, wenn entsprechend geplant wird.

Ein neuartiger Ansatz ist dabei, nicht nur bei Grün- und Freiflächen, sondern auch bei der Planung von Gebäuden und deren Umfeld die Bedürfnisse von Tieren mit zu berücksichtigen. Denn die Ansprüche von Mensch und Tier lassen sich auch beim Wohnungsbau sehr wohl verbinden – zum beiderseitigen Vorteil. 

Das Projekt

Igel im Gras (© Antje Deepen-Wieczorek/Piclease)
Auf der Abbildung sieht man einen Igel, der im Gras sitzt.

Das Konzept „Animal-Aided Design“ zeigt in einem interdisziplinären Ansatz von Ökologie, Zoologie, Architektur, Landschaftsarchitektur und Planung, wie konkrete Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der urbanen biologischen Vielfalt im Wohnumfeld ökologisch sinnvoll und in ästhetisch ansprechender Form gelingen können. Im Rahmen der Voruntersuchung zu einem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben wurden neben der methodischen Grundlagenerarbeitung, auch eine 


Haussperling am Nistkasten (© Hans-Joachim Fünfstück/Piclease)
Auf der Abbildung sieht man einen Haussperling, der an einem Nistkosten aus Holz sitzt.

Umfrage unter deutschen Wohnungsunternehmen zur Akzeptanz und Umgang mit Wildtieren im Wohnumfeld durchgeführt. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Lebensraumansprüche des Haussperlings, des Igels sowie des Admirals, einer attraktiven Schmetterlingsart, gelegt. Alle drei sind typische Arten des Siedlungsraumes, deren Bestand aber in Städten rückläufig ist. Sie sind zudem gut für die Menschen erkennbar und beobachtbar und werden zumeist positiv bewertet.


Admiral (© Reinhard Siegel/Piclease)
Auf der Abbildung sieht man einen Schmetterling namens Admiral, der auf einem Zweig verweilt.

Für diese Arten wurden die Kenntnisse über deren Lebenszyklen und Bedürfnisse in allen Lebensphasen so aufbereitet, dass die Freiraumplanung diese in ihren Entwürfen einarbeiten konnte. Die kreative Herausforderung der Gestalterinnen und Gestalter war es, ansprechende und innovative Lösungen zu finden. So wurden z.B. blütenreiche, für Mensch und Zielarten attraktive Pflanzungen oder Nisthilfen an bzw. in den Fassaden vorgeschlagen. 

In einer Broschüre wurden die Ergebnisse ansprechend aufbereitet. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Dokumentation der Entwürfe gelegt. 

Ausblick

Die Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften in den zehn Beispielprojekten hat gezeigt, dass das Wohnumfeld große Potenziale für die Förderung von Biodiversität und  Wildtieren im urbanen Raum bietet. Das Engagement und Interesse der Wohnungsbaugesellschaften war dabei sehr groß.
Aktuell werden die Möglichkeiten für ein Hauptvorhaben geprüft.

Maßnahmen für Haussperlinge in der Wohnhausanlage Lüttmelland in Hamburg (© Entwurfsplan von Outside! Landschaftsarchitektur, Gebäude henningerarchitekt; AAD: Christine Jakoby)
Auf dem Lageplan werden Maßnahmen für Haussperlinge in der Wohnhausanlage Lu?ttmelland in Hamburg aufgezeigt.

Publikationen/weiterführende Links

Hauck, T. E. & Weisser, W. W. (Hrsg.) 2019: Animal-Aided Design im Wohnumfeld - Einbeziehung der Bedürfnisse von Tierarten in die Planung und Gestaltung städtischer Freiräume

Laufzeit

November 2016 bis September 2019

Förderprogramm

Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (Voruntersuchung)

Projektträger

  • Universität Kassel

  • TU München

Beteiligte Partner

Universität Kassel
Fachgebiet Freiraumplanung
Dr.-Ing. Thomas E. Hauck

TU München
Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie
Prof. Dr. Wolfgang Weisser

Fachbetreuung im BfN

Florian Mayer, FG II 4.1

Weitere Informationen

Auf der Abbildung ist das Titelbild der Publikation Animal-Aided Design abgebildet.

Hauck, T. E. & Weisser, W. W. (Hrsg.) 2019: Animal-Aided Design im Wohnumfeld - Einbeziehung der Bedürfnisse von Tierarten in die Planung und Gestaltung städtischer Freiräume

Universität Kassel

TU München

Letzte Änderung: 21.01.2020

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