Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutzgroßprojekt "Hammeniederung"

Hintergrund

Neu geschaffenes Kleingewässer

Die nördlich von Bremen gelegene Hammeniederung ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Nordwestdeutschlands. Mit dem Ende 2009 erfolgreich abgeschlossenen Projektes gelang es, einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Gebiet zu leisten. Im Zusammenwirken mit den ortsansässigen Landwirten wurden auf mehr als 1.100 ha die durch intensive landwirtschaftliche Nutzung gefährdeten Niedermoorbereiche extensiviert. Damit wurde für die Hammeniederung ein sehr anspruchsvolles Ziel der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt erfüllt, wonach in Deutschland „bis 2020 wesentliche Teile der heute intensiv genutzten Niedermoore extensiviert (sind)“.

Darüber hinaus konnten in beispielhafter Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft Retentionsräume mit einer Größe von ca. 720 ha geschaffen werden. Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt sieht vor, dass bis zum Jahre 2020  „der überwiegende Teil der Fließgewässer wieder über mehr natürliche Überflutungsräume verfügt.“

Gemeinsam mit den benachbarten Gebieten der Naturschutzgroßprojekte „Fischerhuder Wümmeniederung“ und „Borgfelder Wümmewiesen“ wurden in der Region Teufelsmoor/Wümme wertvolle Niederungsbereiche mit einem Umfang von 4.170 ha entwickelt, die Bestandteil des europäischen Natura 2000- Schutzgebietssystem sind. Die Ausweisung ausreichend großer Schutzgebiete und deren Vernetzung sind für die Erhaltung der biologischen Vielfalt von zentraler Bedeutung.  

Das Projekt

In der Hammeniederung sind alle charakteristischen Biotoptypen dieses Landschaftsraumes zu finden: Flussläufe, Altarme, zahlreiche miteinander vernetzte Gräben und Fleete, teilweise ausgedehnte Röhrichtflächen, Seggenriede, Nieder- und Hochmoorbereichen sowie Feucht- und Nassgrünland. Das 2.715 ha große Gebiet umfasst im abgegrenzten Flussabschnitt nahezu den vollständigen Überschwemmungsbereich der Hamme. Hervorzuheben ist die Bedeutung der Hammeniederung für Zug- und Rastvögel (für verschiedene Arten von nationaler und internationaler Bedeutung), aber auch für Brutvögel (nationale Bedeutung). Zu den schützenswerten Arten zählen z.B. Wiesenweihe, Wachtelkönig, Bekassine, Uferschnepfe, Schilfrohrsänger, Knäkente und Sumpfohreule sowie vom Aussterben bedrohte Libellenarten (Grüne Mosaikjungfer, Hochmoor-Mosaikjungfer, Späte Adonislibelle).

Das Ziel des Projektes bestand darin, langfristig ein großräumiges repräsentatives Feuchtgebiet mit sehr hoher Bedeutung für zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu entwickeln und zu sichern. Ein Projektschwerpunkt war die stärkere Anpassung des Wasserhaushaltes an natürliche Verhältnisse. Dies konnte durch Vernässungsmaßnahmen sowie die räumliche und zeitliche Ausdehnung der Überschwemmungen erreicht werden.

Die Grünlandnutzung wurde flächendeckend extensiviert. Beeinträchtigungen durch Freizeit und Erholung wurden durch Angebote von Beobachtungsmöglichkeiten und angepasste Wegeführung minimiert.

Für das Projekt wurden insgesamt 16,2 Mio. € zur Verfügung gestellt, wobei der  Bund 11,7 Mio. € und das Land Niedersachsen 2,7 Mio. € übernahmen. Der Landkreis Osterholz beteiligte sich mit 1,8 Mio. €.

Ausblick

Die im Projekt etablierte beispielhafte Zusammenarbeit des Landkreises Osterholz (Projektträger) mit Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und anderen Nutzern gilt es fortzusetzen. So müssen z.B. die zu Projektbeginn eingeleiteten Flurneu-ordnungsverfahren abgeschlossen und die extensive Grünlandbewirtschaftung dauerhaft gesichert werden.

Der Landkreis Osterholz verpflichtete sich, noch in diesem Jahr das Verfahren zur Ausweisung des Gesamtgebietes als NSG einzuleiten. Das ca. 2.700 ha um-fassende NSG wäre dann eines der größten in Niedersachsen und gehörte zu den ca. 70 NSG in Deutschland mit einer Fläche über 2.000 ha.

Die im Gebiet eingetretenen Ent-wicklungen sind u.a. durch fortgesetzte Untersuchungen der Vegetation und der Avifauna kritisch zu begleiten.

 

Publikationen

Laufzeit

Oktober 1995 bis Dezember 2009

Projektträger

Landkreis Osterholz
Osterholzer Straße 23
27711 Osterholz-Scharmbeck

Tel.: 04791 / 930-570

Fax: 04791 / 930-11570

E-Mail: planungsamt@landkreis-osterholz.de

Beteiligte Partner

  • BMU/BfN,
  • Niedersächsisches Ministerium für Umwelt und Klimaschutz,
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN),
  • Landkreis Osterholz

Fachbetreuung

Dr. Ulla Steer, FG II 2.3

Weitere Informationen

Hamme bei Melchers Hütte
Blick auf die Hamme
Am "Schmalen Wasser"
Wiederherstellung eines mäandrierenden Gewässerverlaufs (Nebengewässer der Hamme)
Altarm der Hamme

Letzte Änderung: 31.08.2010

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