Bundesamt für Naturschutz

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Online-Konferenz zu "Naturverträgliche Windenergienutzung durch smarte Technologien im Artenschutz"


Foto: Erfassung von Rotmilanen an Windenergieanlagen (J. Ponitka)
Schematische Darstellung eines technischen Erfassungssystems für Rotmilane an Windenergieanlagen.

03./04. November 2020: Wie schaffen wir es, den Ausbau der Windenergie naturverträglich zu gestalten? Das BfN hat am 03. und 04. November 2020 in der Online-Konferenz „Naturverträgliche Windenergienutzung durch smarte Technologien im Artenschutz“ einen internationalen Austausch ermöglicht. Möglichkeiten und Chancen, wie Artenschutzbelange an Windenergieanlagen selbst umgesetzt werden können, wurden aufgezeigt. Vorgestellt wurden verschiedene smarte Technologien wie „lernende Kameras“, moderne Radargeräte oder akustische Erfassungen durch Mikrophone, die jeweils dazu genutzt werden können, um das Kollisionsrisiko an den Anlagen zu mindern. Diskutiert wurde auch, wie mögliche Wege dieser Technologien in die Praxis aussehen können. Das Interesse an dem Thema war mit rund 300 Teilnehmenden aus Politik, Verbänden, Behörden und Praxis (davon ca. 70 Teilnehmern aus dem internationalen Raum) sehr groß. Eine Übersicht zum Stand der Forschung an smarten Technologien – in Deutschland und im Ausland - war Thema des ersten Tages. Um einen reibungslosen Dialog zwischen internationalen Expertinnen und Experten zu ermöglichen, wurden die Vorträge simultan ins Englisch übersetzt. Sie wurden aufgezeichnet und stehen demnächst unter https://www.natur-und-erneuerbare.de/ergebnisse/ zur Verfügung.


Der zweite Tag wurde durch Vorträge zu aktuellen Forschungen im deutschen Kontext eingeführt und in verschiedenen themenspezifischen Workshops vertieft.


Die Online-Konferenz ist Teil des Vernetzungsvorhabens „Naturschutz und erneuerbare Energien“ des Bundesamtes für Naturschutz (https://www.natur-und-erneuerbare.de/). Ziel dieses Projektes ist es, die Vernetzung zwischen verschiedenen Akteuren an der Schnittstelle Naturschutz und Erneuerbare Energien zu begleiten und weiterzuentwickeln. Die jährlichen Statuskolloquien verfolgen dabei das Ziel, zum Dialog zwischen aktuellen Forschungsvorhaben, neuen Forschungsnehmern und weiteren Praxis-Akteuren anzuregen.

Die Ergebnisse der gesamten Konferenz werden als Tagungsband und auf der Website www.natur-und-erneuerbare.de zu finden sein.


Auf Basis der Ergebnisse zahlreicher Forschungsvorhaben hat das BfN im Jahr 2019 Leitplanken für einen naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien in einem „Erneuerbare Energien Report“ zusammengestellt. Im Fokus dieser BfN-Veröffentlichung stehen Lösungen und Lösungsansätze für ein Miteinander von Naturschutz und Energiewende.


Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der BfN-Veröffentlichung mit dem Titel „Technische Systeme zur Minderung von Vogelkollisionen an Windenergieanlagen“, welche in Zusammenarbeit mit der Fachagentur Windenergie und dem Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende entstanden ist.

 

Hintergrund

Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen dem dringend notwendigen Umbau unseres Energiesystems durch den deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien! Dabei bietet die Windenergie ein sehr großes Potenzial für die Erreichung unserer Klimaziele nach EEG § 1 (2) (2), den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch auf 65 Prozent bis 2030 und mind. 80 Prozent 2050 auszubauen. Gleichzeitig haben wir uns sowohl national im BNatSchG § 1 (1) als auch international im EU Übereinkommen zur Biologischen Vielfalt (CBD) zum Ziel gesetzt, die biologische Vielfalt zu erhalten und zu sichern! Wie können wir also ein wesentliches Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie erreichen, das besagt:

„Die Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien gehen nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt.“

Die zunehmende Digitalisierung in allen Bereichen unseres Lebens und die damit einhergehenden smarten Technologien ist eine große Chance für den naturverträglichen und unbedingt notwendigen Ausbau der Windenergie als Schlüsseltechnologie der Erneuerbaren Energien in Deutschland.

Letzte Änderung: 06.11.2020

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