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Bericht nach Vogelschutz-Richtlinie

Umsetzung der Vogelschutz-Richtlinie

Am 2. April 1979 trat die Vogelschutz-Richtlinie in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Kraft. Anlässlich des 40jährigen Jubiläums dieser für den Vogelschutz wegweisenden EU-Richtlinie wurde analysiert, wie sich die Bestände der europäischen Vogelarten entwickelt haben und welchen Handlungsbedarf es aktuell in Deutschland gibt. Die positive Nachricht: Für seltene Großvogelarten wie Schwarzstorch und Seeadler ergriffene Hilfsmaßnahmen sind erfolgreich, die Bestände dieser Arten haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die Vogelschutz-Richtlinie verfolgt einen umfassenden Ansatz mit dem Schutz aller gemäß Art. 1 heimischen Vogelarten. Leider konnte dieser Anspruch bislang nicht verwirklicht werden: insbesondere bei den Vögeln der Agrarlandschaft zeigen sich deutliche Rückgänge. So sind von 1992 bis 2016 in Deutschland beispielsweise die Bestände des Rebhuhns um 89 % zurückgegangen, beim Braunkehlchen hat sich der Bestand um 58 % reduziert. Dies unterstreicht den Bedarf nach einer Umsteuerung der Landwirtschaftspolitik in der EU und in Deutschland hin zu einer naturverträglichen Ausrichtung der Landwirtschaft.

In einem Beitrag der Zeitschrift „Der Falke“ werden die Erfolge und der Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie diskutiert. Dort können Sie ein Interview mit Frau Prof. Jessel (BfN), Herrn Dr. Sudfeldt (DDA) und Ariel Brunner (Birdlife International) zur Vogelschutzrichtlinie nachlesen.


Verpflichtung zur Berichterstattung

Nach der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 2009/147/EG) müssen die Mitgliedstaaten alle sechs Jahre umfassend an die Europäische Kommission berichten, seit Mitte 2011 werden hierbei Informationen zu Bestandsgrößen, Trends, Verbreitung, Gefährdungen und Maßnahmen abgefragt. Deutschland hat der EU seinen nationalen Bericht nach diesen umfassenden inhaltlichen Vorgaben erstmalig im Dezember 2013 abgegeben, der aktuelle Vogelschutzbericht wurde der Europäischen Union Ende Oktober 2019 übermittelt. Im Jahr 2019 wurde mit VO 2019/1010/EU der Artikel 12 der Vogelschutzrichtlinie angepasst, sodass die Berichterstattung nun in der Richtlinie selbst formuliert und inhaltlich definiert ist. Neben den Informationen zur Bestandssituation werden dadurch insbesondere die Angaben aus den europäischen Vogelschutzgebieten stärker in den Blick genommen als bisher. Hier besteht Bedarf, durch regelmäßige Gesamtbestandsermittlungen und das Monitoring seltener Brutvögel in Vogelschutzgebieten die nationalen Berichte inhaltlich weiter zu verbessern. Gleichzeitig wird damit die Faktenbasis zu den Vogelschutzgebieten und für das Management verbessert.

zu den Berichtsdaten 2019

zu den Berichtsdaten 2013

In Deutschland werden die für den nationalen Bericht benötigten ornithologischen Daten vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) im Auftrag des BfN aufbereitet. Die Datengrundlage bilden die ehrenamtlichen Vogelmonitoringprogramme, Fachdaten der Länder, Seevogelzählungen des BfN in der ausschließlichen Wirtschaftszone sowie ergänzende Informationen einschlägig tätiger Verbände und Fachleute. Landesspezifische Angaben über die Vogelschutzgebiete und die Triggerarten übermitteln die Vogelschutzwarten der Länder dem BfN, Angaben von ornithologischen Landesfachverbänden ergänzen die Datenbasis. Das Internetportal ornitho.de hat sich zu einer wichtigen Informationsquelle entwickelt, die Grundlageninformation zur Verbreitung der Vogelarten in Deutschland bereitstellt und eine vielfältige Ergänzung und Validierung der Daten aus den systematischen Zählprogrammen liefert.

Auf Bundesebene werden alle Angaben für den Bericht aggregiert und vom BfN zu einem einheitlichen nationalen Berichtsentwurf zusammengeführt. Damit die ornithologischen Angaben wissenschaftlich abgesichert sind, findet ein breiter Abstimmungsprozess mit ornithologischen Fachverbänden, Vogelschutzwarten und weiteren Fachleuten statt. Der nationale Bericht wird nach der Erstellung eines fachlich abgestimmten Entwurfs vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit den Ministerien der Länder und den Bundesressorts abgestimmt und anschließend der EU übermittelt.

Auf Grundlage der von den EU-Mitgliedstaaten abgegebenen Berichte erstellt die Europäische Kommission einen zusammenfassenden Gemeinschaftsbericht. Die EU-Publikationen sowie die bei der Berichterstattung von den Mitgliedstaaten übermittelten Angaben für den vorangegangen Berichtszeitraum sind auf den Seiten der EU-Kommission einsehbar.

Die Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 2009/147/EG) trat im Jahr 1979 in Kraft, um dem Rückgang der europäischen Vogelbestände entgegenzuwirken. Die Vogelschutzrichtlinie verfolgt das Ziel, die Bestände sämtlicher in der Europäischen Union heimischen wildlebenden Vogelarten einschließlich der Zugvogelarten und ihrer Lebensräume zu erhalten.


Vorgaben der EU

Nach den aktuellen Vorgaben der EU werden die Berichte nach Artikel 12 der Vogelschutz-Richtlinie in ähnlicher Weise wie diejenigen zur FFH-Richtlinie erstellt. Damit sollen Erfolge und zukünftige Handlungsschwerpunkte auf nationaler wie EU-Ebene dargestellt werden. BMU und BfN haben dazu gemeinsam den Bericht zur Lage der Natur im Mai 2020 veröffentlicht.

Die Vorgaben der EU werden regelmäßig aktualisiert.


Literatur

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Bundesamt für Naturschutz (2020): Die Lage der Natur in Deutschland : Ergebnisse von EU-Vogelschutz- und FFH-Bericht. Bonn: Deutschland / Bundesamt für Naturschutz: 36 Seiten.

Gerlach, B., Dröschmeister, R., Langgemach, T.,Borkenhagen, K., Busch, M., Hauswirth, M., Heinicke, T., Kamp, J., Karthäuser, J., König, C., Markones, N., Prior, N., Trautmann, S., Wahl, J. Sudfeldt, C. (2019): Vögel in Deutschland – Übersichten zur Bestandssituation - 63 S. (pdf-Datei, 6,76 MB) - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten)

Grüneberg, C., Dröschmeister, R., Fuchs, D. Frederking, W., Gerlach, B., Hauswirth, M., Karthäuser, J., Schuster, B., Sudfeldt, C., Trautmann, S. & Wahl, J. (2017): Vogelschutzbericht 2013: Methoden, Organisation und Ergebnisse. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 157: 230 Seiten.

Wahl, J., Dröschmeister, R., Gerlach, B., Grüneberg, C., Langgemach, T., Trautmann, S. & Sudfeldt, C. (2015): Vögel in Deutschland 2014 : 72 S. (pdf-Datei, 13,3 MB) - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten)

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Frederking, W., Gedeon, K., Gerlach, B., Grüneberg, C., Karthäuser, J, Langemach, T., Schuster, B., Trautmann, S. & Wahl, J. (2013): Vögel in Deutschland 2013 : 60 S. (pdf-Datei, 5,4 MB) - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten)


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Letzte Änderung: 15.01.2021

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