Bundesamt für Naturschutz

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Naturbewusstseinsstudie 2017 – Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt

Hintergrund

Die Naturbewusstseinsstudie 2017 stellt die fünfte repräsentative Bevölkerungsumfrage des BMU und BfN zum gesellschaftlichen Bewusstsein für Natur, Naturschutz und biologische Vielfalt dar. 

Die langfristig angelegten und seit 2009 im zweijährigen Turnus durchgeführten Untersuchungen tragen zur Erfüllung nationaler und internationaler Verpflichtungen bei. Hierbei sind insbesondere die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) für das gesellschaftliche Bewusstsein sowie der Artikel 13 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit zu nennen. 

Die Studienergebnisse geben vielfältige Impulse für die Gestaltung von Naturschutzkommunikation und -politik. 

Das Projekt

Die aktuelle Studie wurde im Herbst 2017 erhoben und anschließend ausgewertet. Die Ergebnisse beruhen auf einer Stichprobe von 2.065 Personen im Alter ab 18 Jahren, die in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ sind. Veröffentlicht wurde die Studie am 06. Juli 2018 durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze und BfN-Präsidentin Beate Jessel. 

Die neuen Leitthemen der Studie 2017 bilden Fragestellungen zu den Bereichen „Meeresnaturschutz“, „Agrogentechnik“ sowie „regionale und globale Identität“. 


Meeresnatur – ein Themenfeld von hoher Relevanz

Nachhaltiger Fischkonsum und nachhaltige Fischerei
Auf der Abbildung sieht man ein Balkendiagramm zum Thema Nachhaltiger Fischkonsum und nachhaltige Fischerei.

Das neue Leitthema der Studie, Meeresnaturschutz, trifft in der Bevölkerung auf hohe Resonanz: 

Plastikmüll steht unter den wahrgenommenen Gefährdungsursachen der Meere an erster Stelle. 78 Prozent der Befragten sehen darin ein „sehr großes Problem“, weitere 18 Prozent ein „großes Problem“.

Eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Befragten befürwortet die Einrichtung von Naturschutzgebieten in Nord- und Ostsee, 53 Prozent halten solche Gebiete sogar für „sehr wichtig“.

92 Prozent der Befragten möchten sich darauf verlassen können, dass der Handel keine Fischprodukte von bedrohten Arten anbietet. 

83 Prozent der Befragten befürworten strengere Regeln und Gesetze, damit die Fischerei mehr für den Naturschutz tut – selbst wenn dadurch die Fischpreise steigen würden.


Naturschutz ist eine globale Menschheitsaufgabe

Naturschutz auf regionaler und globaler Ebene
Auf dem Foto ist ein Balkendiagramm zum Thema Naturschutz auf regionaler und globaler Ebene abgebildet.

82 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass „wir als Menschheit“ gemeinsam etwas für den Schutz der Natur auf der Welt erreichen können. Im lokalen Kontext sind es dagegen nur 67 Prozent, die sich durch die Gemeinschaft bestärkt fühlen. 

Die persönliche Wirksamkeit wird deutlich schwächer wahrgenommen als die Wirksamkeit der Menschheit als Kollektiv. Dennoch gilt auch hier: Die persönliche Wirksamkeit wird für die globale Ebene etwas höher eingeschätzt als für die lokale: 42 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, dass sie persönlich in der Lage sind, etwas für den Schutz der Natur auf der Erde zu erreichen, im regionalen Kontext sagen das lediglich 37 Prozent. 


Zustimmung zum Verbot von Agrogentechnik
Auf dem Foto ist ein Kreisdiagramm zum Thema Verbot von Agrogentechnik abgebildet.

Die Bevölkerung will keine Gentechnik 

79 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft aus. Nur 13 Prozent halten ein Verbot für „eher nicht wichtig“, zwei Prozent finden es „überhaupt nicht wichtig“.

Ausblick

Eine englische Fassung der Studie sowie ein wissenschaftlicher Vertiefungsbericht mit weiteren Empfehlungen für die Naturschutzkommunikation werden im Herbst und Winter 2018 vorliegen. 

Die turnusmäßige Wiederholung der Studie ist mit der Erhebung „Naturbewusstsein 2019“ geplant. 

Für das Jahr 2019 ist zudem die Erhebung des Naturbewusstseins von Jugendlichen vorgesehen, die in 2020 veröffentlicht wird. 

Publikationen / weiterführende Links

Die Studie „Naturbewusstsein 2017“ sowie die Vorgängerstudien stehen im Internet unter "Naturbewusstsein" zum freien Abruf bereit.

An dieser Stelle werden auch der wissenschaftliche Vertiefungsbericht und die englische Fassung der Studie eingestellt werden.

Zur Bestellung von Druckexemplaren der Studie 2017 wenden Sie sich bitte an den Publikationsversand der Bundesregierung:

Postfach 48 10 09
18132 Rostock
Tel.: 030 / 18 272 272 1
Fax: 030 / 18 10 272 272 1
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de
Internet: www.bmu.de/service/publikationen

Laufzeit

März 2017 bis November 2018

Förderprogramm

FuE-Vorhaben, FKZ 3516 81 0200

Projektträger

SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH

Beteiligte Partner

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Dr. Fritz Reusswig 

Universität Leipzig, Lehrstuhl für Sozialpsychologie

Fachbetreuung

Fachgebiet I 2.2, Andreas Wilhelm Mues

 

 

Naturbewusstseinstudie 2017

Letzte Änderung: 30.07.2018

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