Bundesamt für Naturschutz

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Internationale Wiedervernetzung am Hochrhein

Förderschwerpunkt:

Biotope schützen: Erhaltung, Wiederherstellung und Vernetzung wertvoller Lebensräume


Ort:

Landkreise Lörrach und Waldshut (Region Hochrhein, BW) in grenzübergreifender Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau (Schweiz)


Laufzeit:

05/2016 – 11/2018 (Voruntersuchung)


Kurzbeschreibung:

Das Hochrheintal in der südwestlichen Grenzregion Deutschlands vermittelt zwischen den beiden Mittelgebirgen Schwarzwald auf deutscher Seite und dem Schweizer Jura. Beide Gebiete zeichnen sich durch einen Höhengradienten von den Tieflagen am Hochrhein bis hin zu hochmontanen Landschaften aus. Auf engstem Raum  finden sich hier aus diesem Grund Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Dem steht gegenüber, dass sich gerade das Hochrheintal im für den großräumigen ökologischen Verbund wichtigen Abschnitt zwischen Basel und der Aare-Mündung im Laufe der letzten Jahrzehnte schleichend zu einer gravierenden und nur an wenigen Engstellen durchlässigen Barriere für terrestrisch lebende Tierarten entwickelt hat. Der Flächenbedarf für aktuelle und zukünftige Nutzungen ist sehr hoch. Damit ist dieser Abschnitt sicherlich einer der am stärksten fragmentierten Grenzgebiete Deutschlands, wodurch der natürliche Austausch und die Ausbreitung landgebundener Tierarten zwischen der Schweiz und Deutschland immer schwerer werden. Dringender Handlungsbedarf besteht daher bei der Verbesserung der Wandermöglichkeiten für Tier- und Pflanzenarten zwischen den beiden Lebensräumen auf deutscher und Schweizer Seite.

Mit dem E+E-Vorhaben soll nun ein Konzept zur langfristigen Sicherung und Wiederherstellung großräumiger ökologischer Funktionsbeziehungen über eine Wasserstraße hinweg modellhaft entwickelt und erprobt werden. Dabei gilt es u.a. entsprechende Hinterland-Anbindungen an weitgehend unzerschnittenen Lebensräumen und Donatorflächen zwischen dem Schwarzwald und dem Schweizer Jura in die Planungen miteinzubeziehen. Konkret soll dies an einem Rheinabschnitt bei Bad Säckingen  erprobt werden. Er bietet auf wenigen Kilometern Flusslänge in einem ca. 80 km langen Abschnitt zwischen Basel und der Aare-Mündung die letzten Möglichkeiten für den Erhalt großräumig ökologisch funktionaler Beziehungen in Nord-Süd-Richtung, da beiderseits der Grenze aktuell noch gute Voraussetzungen durch korrespondierende, unbesiedelte sowie teils noch naturnaher Flächen gegeben sind. .

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rückt dabei ganz besonders in den Fokus, wobei die unterschiedlichen nationalen Planungs- und Rechtsinstrumente und administrativen Zuständigkeiten zu berücksichtigen sind. Wiedervernetzungsmaßnahmen über Verkehrsträger (insbesondere Straßen), Planungsinstrumente der Raumordnung und Landentwicklung und die Entwicklung von Populationsverbünden spielen dabei eine wesentliche Rolle. Eine weitere Herausforderung stellt die Flächensuche für die Umsetzung von Maßnahmen dar, da die Projektkulisse sich im Realerbteilungsgebiet mit vielen kleinen privaten Flurstücksparzellen befindet. Dieses Vorhaben kann nur über einen offenen Dialog mit verschiedenen Verwaltungen, Interessensgruppen und den Menschen vor Ort umgesetzt werden. Verwaltungsstellen, Lokalakteurinnen und Akteure, Vereine und regionale Arbeitsgruppen werden thematisch eingebunden. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Schweiz ist ebenso ein zentraler Schlüssel zum Erfolg des Projekts.

Um die Rahmenbedingungen für die geplante Umsetzung möglichst gut vorzubereiten, wird zunächst eine Voruntersuchung durchgeführt. Hierzu zählen vor allem die Flächenverfügbarkeiten und die Bereitschaft der Kommunen sich aktiv an dem Vorhaben zu beteiligen.


Projektträger

Naturpark Südschwarzwald e.V. (in Kooperation mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg)

Haus der Natur

Dr.- Pilet-Spur 4

79868 Feldberg


Fachbetreuerin BfN:

Marita Böttcher, FG II 4.2


Projektförderer:

Bundesamt für Naturschutz


Finanzvolumen:

233 TEuro


Letzte Änderung: 12.09.2019

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