Bundesamt für Naturschutz

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Gewässersystem Ruwer und Nebenbäche

Lage:

Rheinland Pfalz, südlich der Stadt Trier


Naturraum:

Unteres Ruwertal, Ruwerengtal mit den westlich und östlich angrenzenden Hochflächen Osburger Hunsrück und Pellinger Hochfläche sowie Keller Mulde mit dem nördlich und südlich angrenzenden Osburger- und Schwarzwälder Hochwald


Fläche:

3.025 Hektar Kerngebiet


Projektbeschreibung:

Gewässersystem Ruwer und Nebenbäche

Die Ruwer mit ihren Nebenbächen ist ein typisches Fließgewässersystem der Mittelgebirge, welches sich durch weitgehend naturnahe Quellbereiche und Gewässerläufe auszeichnet. Projektgebiet ist das gesamte Wassereinzugsgebiet der Ruwer. Kerngebiet sind die Gewässerläufe, ihre Quellbereiche und Auen. In den Auen sind noch großflächige Feuchtbiotope mit Bruch- und Auenwäldern, Moorbereichen, Feuchtwiesen und Borstgrasrasen erhalten. Zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Efeu-Moorglöckchen, Gelbe Narzisse, Kleines Knabenkraut, Braunkehlchen, Skabiosen-Scheckenfalter, Wasseramsel und Bachneunauge besiedeln das Gebiet.

Ziel des Projektes war es, das Gewässersystem beispielhaft zu einer weitgehend naturnahen, gut vernetzten Gewässer- und Auenlandschaft zu entwickeln und dauerhaft zu sichern. Im Vordergrund dieser Bestrebungen standen die Ermöglichung und das Ingangsetzen natürlicher Entwicklungsprozesse, die sich eigendynamisch und ohne ständige Pflegeeingriffe des Menschen fortsetzen und langfristig zu einem weitgehend natürlichen Zustand führen.

Die Umsetzung der Projektziele und ihre dauerhafte Sicherung erfolgten auf den Flächen im Kerngebiet vorrangig durch Flächenerwerb und biotopersteinrichtende Maßnahmen.

Insbesondere wurden folgende biotopersteinrichtende Maßnahmen erfolgreich durchgeführt:

  • Umbau von Wehranlagen sowie mehreren Kanalkreuzungen, Rohrdurchlässen und Überfahrten in der Ruwer. Hierdurch konnte die biologische Durchgängigkeit im gesamten Flusslauf der Ruwer wieder hergestellt werden.
  • Umbau mehrerer Rohrdurchlässe, Abstürze, Furten und Wehre in den Nebenbächen. An mehreren Nebengewässern konnte dadurch die ökologische Durchgängigkeit wiederhergestellt werden.
  • Laufentwicklungsmaßnahmen an zwei begradigten und eingetieften Gewässerabschnitten.
  • Ausweisung von Uferrandstreifen an der Ruwer und an den Nebenbächen und Einstellung der Gewässerunterhaltung.
  • Umwandlung von standortfremden Fichtenforsten in naturnahen Auwald.
  • Freistellung von aufgeforsteten Bachtälern und Entwicklung von Borstgrasrasen.
  • Entbuschen und Erstmahd von Borstgrasrasen und Feuchtwiesen.

Insgesamt sind 455 Hektar des Kerngebietes als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Weitere Gebiete befinden sich im Ausweisungsverfahren. Große Teile des Kerngebietes wurden als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet gemeldet.

Der Schutz und die Entwicklung der Lebensräume wurden in einem zukunftsweisenden Miteinander mit den Landschaftsnutzern und durch eine beispielhafte Integration naturschutzfachlicher und wasserwirtschaftlicher Strategien verwirklicht.


Förderzeitraum:

1993 bis 2004


Finanzvolumen:

6,8 Mio Euro


Projektträger:

Kreisverwaltung Trier-Saarburg
Willy-Brandt-Platz 1
54290 Trier

Tel.: (0651) 715-128, Fax: (0651) 715-200

e-Mail


Projektförderer:

BMU, Land Rheinland Pfalz, Kreis Trier-Saarburg,

Verbandsgemeinden Kell und Ruwer, Stadt Trier


Ansprechpartnerin im BfN:

Gabriele Niclas FG II 2.3


Weitere Informationen:

Natur und Landschaft, Jahrgang 69 (1994), Heft 7/8, 350 - 355 (Bestellhinweise)

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Letzte Änderung: 02.01.2006

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