Bundesamt für Naturschutz

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Forstwirtschaft und Wälder

Steigende Totholzmengen in deutschen Wäldern

In Deutschlands Wäldern gibt es mehr Totholz - das zeigen die Ergebnisse der Bundeswaldinventur. Innerhalb des Ökosystems Wald ist Totholz für die biologische Vielfalt ein wichtiger Bestandteil - sowohl in Wäldern mit natürlicher Waldentwicklung als auch in Wirtschaftswäldern.


Totholz ist eine wichtige Lebensgrundlage für viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. In den vergangenen Jahren haben sich die Totholzmengen in deutschen Wäldern von 11,6 auf 13,7 Kubikmeter pro Hektar Wald erhöht. Wenn man die Veränderung der Totholzdefinition bei der Bundeswaldinventur 2012 gegenüber 2002 berücksichtigt, so hat sich der Totholzanteil fast verdoppelt.

Totholz ist ökologisch äußerst wertvoll

Totholz unterliegt einer Zersetzungsdynamik: In den unterschiedlichen Stadien und insbesondere bei fortgeschrittener Zersetzung entstehen am und im Totholzkörper die für die Artenvielfalt wertvollen Strukturen und damit wichtige Lebensräume beispielsweise für Spechte, Käfer oder Pilze. Für die ökologische Wirksamkeit sind neben den Totholzmengen mehrere Faktoren entscheidend: unter anderem die Erscheinungsform des stehenden oder liegenden Totholzes (Menge, Dimension, Zersetzungsgrad, Holz- beziehungsweise Baumart) und die Verteilung auf den Waldflächen.

Zwischen Nutzung und Verbleib von Totholz im Wald besteht ein Interessenskonflikt

Ungenutzte Wälder entwickeln Totholz durch die eigene natürliche Dynamik der Waldbestände. In Wirtschaftswäldern ist dagegen vielerorts eine Anreicherung notwendig (beispielsweise, indem Baumteile gezielt im Wald verbleiben), um einer Verarmung an Totholz und einem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Da immer mehr Holz zur Energiegewinnung genutzt wird, können zwischen der Nutzung und dem Verbleib von Totholz im Wald zunehmend Interessenkonflikte entstehen.

Weiterführende Infos

Bundeswaldinventur (BWI)