Bundesamt für Naturschutz

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Tiere, Pflanzen und Pilze

Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung gebietsfremder Gefäßpflanzenarten

38 invasive Gefäßpflanzenarten gefährden die biologische Vielfalt in Deutschland

Das Auftreten von Arten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes infolge menschlicher Aktivitäten wie Handel, Transport und Verkehr gilt weltweit als eine wichtige Ursache für den Verlust biologischer Vielfalt. Nicht alle gebietsfremden Arten haben dabei allerdings das gleiche Gefährdungspotential: In Deutschland sind 38 von rund 2.000 gebietsfremden Gefäßpflanzenarten als invasiv eingestuft und gelten damit als gefährdend für die heimische Pflanzenwelt.


Im Gegensatz zu den einheimischen, von Natur aus bei uns vorkommenden Pflanzenarten, gefährden einige eingeschleppte oder freigesetzte gebietsfremde Gefäßpflanzenarten die biologische Vielfalt in Deutschland. Diese werden daher als „invasiv“ bezeichnet. Mithilfe der Naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertung des BfN wurde das Gefährdungspotenzial der rund 2.000 in Deutschland wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzenarten ermittelt: 38 gelten als invasiv, die meisten dieser Arten stammen aus Nordamerika. Sie wurden vor allem für den Gartenbau absichtlich eingeführt und haben sich schon mehrheitlich großräumig in Deutschland ausgebreitet.

10 invasive Arten der BfN-Aktionsliste haben Vorrang für den Naturschutz

10 dieser invasiven Arten befinden sich als sogenannte prioritäre invasive Gefäßpflanzenarten auf der Aktionsliste des BfN. Sie haben Vorrang für den Naturschutz in Deutschland, da sie bisher nur kleinräumig vorkommen und da für sie Sofortmaßnahmen vorhanden sind. So besteht die realistische Chance, mit relativ geringem Aufwand die bekannten Vorkommen frühzeitig zu beseitigen und damit die Gefährdung der biologischen Vielfalt abzuwehren. Beispiele sind die Gelbe Scheinkalla und das Großblütige Heusenkraut.