Bundesamt für Naturschutz verleiht Deutschen Jugend-Naturschutzpreis 2025
BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm betonte im Rahmen der Preisverleihung: „Mit dem Deutschen Jugend-Naturschutzpreis würdigt das Bundesamt für Naturschutz das Engagement junger Menschen, die sich mit Leidenschaft für den Schutz der Natur und den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen. Die zahlreichen kreativen Bewerbungen reichten von klassischen Naturschutzprojekten bis hin zu innovativen Ideen, die neueste Technologien einbeziehen. Diese Vielfalt zeigt eindrucksvoll, mit wie viel Energie und Ideenreichtum sich die junge Generation dem Thema Naturschutz widmet.“
Ausgezeichnet wurden vier Projekte, auf die das Preisgeld von insgesamt 10.000 € gleichmäßig aufgeteilt wurde.
Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören:
- Jessica Holland (18): Jugend forscht im Sachsenforst: Was wird aus der Windwurffläche?, Königsbrück, Sachsen
Die 18-jährige Jessica Holland beobachtet und dokumentiert seit 2022 eine 13 Hektar große Windwurffläche im Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide, deren Bäume bei einem Sturmtief 2018 entwurzelt wurden. Ihr umfassendes Brutvogel-Monitoring zeigt, dass sehr viele Arten von diesem besonderen Lebensraum profitieren, sich neue Arten ansiedeln und die Bestände wachsen. Damit liefert das Projekt fundierte Erkenntnisse zum naturschutzfachlichen Wert solcher Windwurfflächen. Auf Basis der Ergebnisse sollen konkrete Empfehlungen für den zukünftigen Umgang mit diesen Flächen entwickelt werden. Ihr Vorhaben besitzt darüber hinaus echten Modellcharakter: Es zeigt, wie durch die Verbindung von Wissenschaft, Ehrenamt und Nachwuchsförderung langfristiger Nutzen für den Naturschutz entsteht.
- Die Asiatische Hornisse im Visier, Benedikt Lamberty (19), Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rheinland-Pfalz
Benedikt Lamberty entwickelte für den Bienenzuchtverein Euskirchen e.V. eine App, die die Lokalisierung von Nestern der invasiven Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) deutlich effizienter macht. Die Anwendung kombiniert GPS, Kompass und Zeitmessung und bietet über ein Dashboard eine übersichtliche Kartendarstellung. So unterstützt sie ein wirksames Management zur Eindämmung der Art und schützt damit Bestäuber und Biodiversität.
Zusätzlich führte Benedikt Lamberty an einer Schule ein Projekt durch, bei dem Schüler*innen der 10. und 11. Klasse gemeinsam mit ihm eine eigene Version der App entwickelten. Dabei lernten die Teilnehmenden nicht nur die ökologische Problematik der Asiatischen Hornisse kennen, sondern erhielten zugleich eine praxisnahe Einführung in die App-Entwicklung.
- Seagrass Guards, Lorna Sophie Meyer (21), Braunschweig, Niedersachsen
Die Initiative „Seagrass Guards“ setzt sich mit zwölf engagierten Schüler*innen und Studierenden für den Schutz von Seegraswiesen in Küstengebieten ein. Durch Infomaterialien, Workshops und Öffentlichkeitsarbeit klären die Seagrass Guards über die ökologische Bedeutung dieser Lebensräume auf. Die Strategie des Projektes setzt sich dabei zusammen aus den 3 A’s: Aufklärung, Ausbau und Action.
Neben der Bildungsarbeit setzt das Projekt auch konkrete Schutzmaßnahmen um, etwa der Ausbau von Ankerbojen und die Einführung von Zertifikaten für Bootsverleiher. Zudem organisiert die Initiative eigene Aktionen und kooperiert mit NGOs und Start-ups.
Ziel der Seagrass Guards ist es, die marine Biodiversität zu bewahren und den Zugang zum Naturschutz niedrigschwellig und praxisnah zu gestalten.
- Zu neuen Ufern – Renaturierung Crivitzer See, Leandra Gellert (15), Crivitz, Mecklenburg-Vorpommern
Das soziokulturelle Renaturierungsprojekt am Crivitzer See wird von Schüler*innen des Gymnasiums am Sonnenberg gestaltet und verbindet Umwelt- und Bildungsarbeit auf innovative Weise. Das Projekt umfasst die Bereiche Natur und Umwelt, Geschichte und Soziales, Digitalisierung und Social Media sowie Empowerment. Im Zentrum steht eine praxisnahe Forschung. Zum Einsatz kommen unter anderem Wasserprobenanalysen und Makrofotografie. Ziel ist die ökologische Sanierung des stark belasteten Sees, dessen Ökosystem durch Einträge aus Landwirtschaft, Abwässer und Schlammablagerungen beeinträchtigt ist.
Hintergrund
Das Bundesamt für Naturschutz hat den Deutschen Jugend-Naturschutzpreis 2024 erstmalig ins Leben gerufen und unterstützt damit jugendliches Engagement für den Naturschutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Dazu gehören Projekte in der Naturbildung, praktische, digitale, künstlerische, soziale, wissenschaftliche oder andere Initiativen für die biologische Vielfalt. Teilnehmen können Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 21 Jahren. Der Deutsche Jugend-Naturschutzpreis ist mit einer Gesamtsumme von 10.000 € dotiert.
Zur Jury gehörten: Cornelia Funke, (Schirmherrin des Preises), BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm, Oliver Conz (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit – BMUKN), Inga Fink (NAJU), Marvin Best (BUNDjugend), Jakob Nolte (Junger Partner der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen), Anne-Kathrin Meister (Stellvertretende Bundesvorsitzende Bund der deutschen Landjugend) und Florian Schöne (Geschäftsführer des Deutschen Naturschutzrings).