Öffnet eine externe Seite Link zur Startseite

Bundesamt für Naturschutz

Konzepterstellung für das Monitoring der biologischen Vielfalt zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Das Projekt schafft die konzeptionellen Grundlagen für ein langfristiges und robustes Biodiversitätsmonitoring im Rahmen des Natürlichen Klimaschutzes. Es zielt darauf ab, zukünftig verlässliche Daten bereitzustellen, die zeigen, wie das ANK bundesweit zum Schutz von Arten, Lebensräumen und Ökosystemen beiträgt.
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 1.3 Monitoring der terrestrischen Biodiversität
Laufzeit
08.07.2025 – 31.05.2027
Lage
Deutschland
Finanzvolumen
299.286 €
Beispielhafte Landschaftsbilder (Bleckede, Hammelburg) für die durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) adressierten Handlungsfelder
Beispielhafte Landschaftsbilder (Bleckede, Hammelburg) für die durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) adressierten Handlungsfelder.

Beschreibung

FKZ 3524NK8070

Hintergrund

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ist ein zentrales Instrument der Klima- und Naturschutzpolitik der Bundesregierung. Mit dem ANK beabsichtigt die Bundesregierung die Verbesserung des Zustands unserer Ökosysteme durch natürlichen Klimaschutz, sodass sie dauerhaft sowohl zum Klimaschutz als auch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen.

Im ANK sind hierfür 69 Maßnahmen aus zehn Handlungsfeldern (z. B. Moore, Wildnis und Schutzgebiete, Waldökosysteme, Meere und Küsten, Siedlungs- und Verkehrsflächen, Flüsse, Auen und Seen) gebündelt, die auf vielfältige Weise zum natürlichen Klimaschutz beitragen sollen.

Mit dem ANK soll gleichzeitig ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt geleistet werden. Die Maßnahmen und Themenfelder des ANK sind deshalb breit gesteckt. Die Maßnahmen werden die biologische Vielfalt direkt und indirekt auf unterschiedlichste Weise beeinflussen, daher wird in diesem Vorhaben der Fokus explizit auf die Auswirkungen des ANK auf die biologische Vielfalt (in Abgrenzung zu den Auswirkungen des ANK hinsichtlich Klimaschutz und Klimaanpassung) gelegt. Um die beabsichtigten Wirkungen hinsichtlich des Schutzes der biologischen Vielfalt zu ermitteln, ist eine wissenschaftlich fundierte Datenbasis erforderlich.

Maßnahme 8.4 beinhaltet die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings basierend auf den etablierten und sich im Aufbau befindlichen Programmen des Monitorings für Naturschutz sowie weiteren Datenerhebungen im Umwelt- und Landnutzungsbereich. Damit soll die Basis zur Ermittlung und Quantifizierung der Wirkung des ANK zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland bereitgestellt werden.

Projektziele

Maßnahme 8.4 des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz beinhaltet die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings, um die Beiträge des Natürlichen Klimaschutzes zum Biodiversitätsschutz zu ermitteln. Zur Umsetzung dieser Maßnahme ist im Projekt ein Konzept für das Monitoring der biologischen Vielfalt zum ANK zu erarbeiten, das die Basis zur Ermittlung und wo möglich Quantifizierung der Wirkung des ANK zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland bereitstellt. Ziel ist es, die Wirksamkeit des ANK im Ganzen und, wo möglich und sinnvoll, die Wirksamkeit einzelner Handlungsfelder für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu erfassen. Die Analyse, inwieweit Veränderungen der biologischen Vielfalt mit mehr oder weniger großer Sicherheit quantifiziert und auf das ANK zurückgeführt werden können, ist ebenfalls Teil dieses Vorhabens. 

Vorgehensweise

Zum Start des Vorhabens steht die Frage im Mittelpunkt, welchen Beitrag das ANK zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten kann – und wie sich diese Wirkungen künftig verlässlich erfassen lassen. Zunächst wird daher analysiert, welche Auswirkungen durch das ANK grundsätzlich auf die biologische Vielfalt zu erwarten sind. Ziel ist es, Klarheit darüber zu gewinnen, welche Fortschritte im Naturschutz erzielt werden können und wie diese durch ein geeignetes Monitoring abgebildet werden können. 

Darauf aufbauend wird untersucht, inwieweit bestehende oder sich in Entwicklung befindliche Monitoringprogramme auf Bundes- und Landesebene geeignet sind, diese Auswirkungen zu erfassen. Vorhandene Lücken werden identifiziert und konkrete Vorschläge erarbeitet, wie diese geschlossen werden können. Dabei sollen auch die Potenziale der Fernerkundung berücksichtigt werden. Ein besonderer Fokus liegt auf Maßnahmen und Handlungsfeldern des ANK, die eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz besitzen. Diese Themen werden gezielt herausgearbeitet und für das Monitoring vertieft berücksichtigt, um relevante Veränderungen in diesen Bereichen besonders genau abbilden zu können.

Im weiteren Verlauf wird ein modular aufgebautes Gesamtkonzept für ein ANK-Monitoring der biologischen Vielfalt entwickelt. Dieses Konzept soll Anforderungen für neue oder weiterzuentwickelnde Monitoringbausteine definieren und eine flexible Grundlage für die spätere Umsetzung schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Ansätzen zur besseren Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb des Monitorings. Ziel ist es, Synergien mit anderen Aktivitäten im Rahmen des ANK zu erkennen und eine koordinierte Umsetzung vorzubereiten.

Abschließend werden konkrete Schritte erarbeitet, um das Monitoringkonzept in die Umsetzung zu bringen. Damit werden frühzeitig die Voraussetzungen geschaffen, die Ergebnisse des Vorhabens praxisnah zu übertragen und langfristig ein wirksames, wissenschaftlich fundiertes Biodiversitätsmonitoring im Rahmen des ANK zu etablieren.

Ausblick

Mit dem Projekt wird ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung eines bundesweiten Monitorings gelegt, das die Auswirkungen des ANK auf die biologische Vielfalt sichtbar machen und Herausforderungen im Umgang mit der biologischen Vielfalt frühzeitig erkennen soll. Die Projektergebnisse sollen dazu beitragen, ein robustes, anschlussfähiges und langfristig tragfähiges Monitoringsystem zu schaffen, das politischen Entscheidungsträgern, Fachbehörden und dem Naturschutz verlässliche Informationen liefert. Darauf aufbauend kann das Monitoringkonzept zukünftig schrittweise konkretisiert, erprobt und in enger Abstimmung mit bestehenden Programmen weiterentwickelt werden. 
 

Auftragnehmende

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ | Department Naturschutzforschung
Dr. Mathias Scholz
Permoserstr., 04318 Leipzig

Nachauftragnehmende

Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde (DUENE) e.V.
c/o Institut für Botanik und Land­schafts­ökologie Universität Greifswald
Soldmannstr. 15, 17487 Greifswald
PAN - Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH
Rosenkavalierplatz 8, 81925 München
Technische Universität München, Lehrstuhl Renaturierungsökologie
Emil-Ramann-Str. 6, 85354 Freising-Weihenstephan
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Professur für Angewandte Physische Geographie
Ostenstr., 85072 Eichstätt

Kontakt am BfN

Dr. Wiebke Züghart
Leitung Fachgebiet II 1.3 Monitoring der terrestrischen Biodiversität
0228 8491-1460
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
Zurück nach oben