OberweserAuen
Beschreibung
Ziel
Wie an zahlreichen Fließgewässern Deutschlands fehlen auch an der Oberweser intakte Auenlebensräume mit Weich- und Hartholzauwäldern, naturnahen Auen-Stillgewässern, artenreichen großflächigen Grünlandbereichen sowie naturnahen Flutrinnen und Uferabschnitten. Das Verbundvorhaben „OberweserAuen“ soll u. a. dazu beitragen, dass solche fehlenden Auenlebensräume wiederhergestellt werden. Das länderübergreifende Vorhaben ist in drei Teilprojekte gegliedert, in denen die Weser und ihre Auen durch den Bau von Flutrinnen und die naturnahe Entwicklung der Auenbereiche wieder stärker miteinander verbunden werden sollen. Im Teilprojekt „Herrengraben“ steht die Vernetzung des Herrengrabens mit der Aue wie auch die Wiedervernässung der Auenrandsenke für eine Zustandsverbesserung und Flächenvergrößerung ufer- und auentypischer Lebensräume im Vordergrund. Auch das Teilprojekt „Dölme“ sieht eine Vernetzung von Fluss und Aue im heute überwiegend durch das Dammbauwerk von der Weser abgetrennten Bereich südwestlich der Ortschaft Dölme vor. Auf der Projektfläche des Teilprojektes „Modde“ zwischen dem Ufer der Weser und einem Abgrabungssee zielt das Vorhaben darauf ab, dynamische Prozesse durch ein deutlich erhöhtes Überströmen der Fläche zu optimieren, womit auch auentypische Lebensgemeinschaften wiederhergestellt werden können.
Projektgebiet
Das Verbundvorhaben findet in Auenbereichen an der Oberweser in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen („Herrengraben“ und “Modde“) und Niedersachsen („Dölme“) statt. Das Gebiet des Teilprojekts A – „Herrengraben“ liegt in der rezenten Aue am linken Weserufer (Weser-km 174,30 – 176,50) nordwestlich der Ortschaft Varenholz (Gemeinde Kalletal, Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen) und ist mit 39 ha das mit Abstand größte der drei Teilgebiete. Das Projektgebiet B - „Dölme“ liegt am rechten Weserufer (Weser-km 100,4 - 101,1) südwestlich der Ortschaft Dölme (Gemeinde Bevern, Landkreis Holzminden, Niedersachsen) und hat eine Gebietsgröße von 4,7 ha. Das kleinste Projektgebiet mit 2,0 ha weist das Teilprojekt C – „Modde“ auf, welches am rechten Weserufer zwischen Weser-km 167,40 und 167,80 südlich der Ortslage Eisbergen (Stadt Porta Westfalica, Kreis Minden-Lübbecke, Nordrhein-Westfalen) liegt. Die Gebiete der Teilprojekte A und C sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Kooperationen
Die Umsetzung, Projektleitung und -organisation liegen bei dem BUND Landesverband Niedersachsen e.V. (für das Teilprojekt „Herrengraben“), dem Landkreis Holzminden (für das Teilprojekt „Dölme“) und dem Kreis Minden-Lübbecke (für das Teilprojekt „Modde“). Die Partner erhalten für die jeweiligen Teilprojekte Mittel aus dem Förderprogramm Auen. Der BUND Landesverband Niedersachsen übernimmt zudem die übergeordnete Verbundkoordination. Die Maßnahmen in den Teilprojekten „Dölme“ und „Modde“ sollen in Kooperation mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser durchgeführt werden, welches im Rahmen der gesetzlichen Zuständigkeit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) für die wasserwirtschaftliche Unterhaltung und den wasserwirtschaftlichen Ausbau im Funktionsraum Gewässer, Uferzone und Übergangsbereich tätig wird. Das WSA Weser, der Landesverband Lippe und die Stadt Porta Westfalica unterstützen das Vorhaben durch die Einbringung von Flächen.
Maßnahmen
In allen drei Teilprojekten ist eine Entwicklung von auentypischen Standortbedingungen und damit auentypischen Lebensräumen vorgesehen. Für das Teilgebiet „Herrengraben“ steht die Vernetzung des Herrengrabens mit der Aue und seine naturnahe Entwicklung im Vordergrund. Die dortige Auenrandsenke soll auf möglichst großen Flächenanteilen wiedervernässt werden, und eine ökologisch verträglich bewirtschaftete Weidelandschaft soll entstehen. Im Teilprojekt „Dölme“ sind Maßnahmen zur naturnahen Gleituferentwicklung an der Weser, die Optimierung einer Flutrinne und die Entwicklung von Auwald geplant. Dafür soll in Kooperation mit der WSV der harte Uferverbau an der Weser und der uferbegleitende Damm zumindest auf Teilstrecken rück- bzw. umgebaut werden. Im Teilprojekt „Modde“ kann die Schaffung einer weiteren Flutrinne und die Anlage von Flachwasserbereichen im angrenzenden Abgrabungssee ein natürliches Überflutungsregime und auendynamische Prozesse fördern und viele auentypische Lebensräume wiederherstellen. Mit der seitens der WSV geplanten naturnahen Umgestaltung des Uferbereichs wird die Maßnahme fachlich sinnvoll ergänzt.