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Bundesamt für Naturschutz

BfN Schriften 597 - Entwicklung eines Bewertungsmodells zum Landschaftsbild beim Stromnetzausbau

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine zentrale Säule der Energiewende und wesentlicher Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele. Neben dem dafür erforderlichen Ausbau der Energieerzeugungsanlagen ist auch ein Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur im Strombereich notwendig. Mit der Errichtung von Freileitungs- als auch Erdkabeltrassen geht eine Veränderung bzw. Beeinträchtigung der Landschaft einher, die abhängig vom Ausgangszustand und der Ausgestaltung des Vorhabens unterschiedlich prägend ist. Betroffen sind unterschiedlichste Naturräume und Landschaftstypen.
Autor/Autorin
Michael Roth, Silvio Hildebrandt, Frank Roser, Hans-Georg Schwarz-von Raumer, Milena Borsdorff, Wolfgang Peters, Elke Weingarten, Miron Thylmann und Elke Bruns
Herausgeber/Herausgeberin
Bundesamt für Naturschutz
Publikationsjahr
2021
Heft Nr.
597
Sprache
Deutsch
Seiten
353
ISBN
978-3-89624-358-4
DOI
10.19217/skr597

Beschreibung

Im Rahmen der Bundesfachplanung erfolgt eine gestufte Auswahl und Bewertung der vorgesehenen Leitungskorridore und -trassen. Bisher fehlt für diese bundesweiten Stromnetz-Ausbauvorhaben eine belastbare und bundesweit anwendbare Methode für die Bewertung des Landschaftsbildes. Vor allem für die so genannten „Normallandschaften", die keiner Schutzkategorie auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene unterliegen, sind aber Entscheidungsgrundlagen wichtig.

Mit dem vorliegenden Methodenansatz liegt erstmals eine einheitliche bundesweite Bewertungsmethode für das Landschaftsbild vor. Indem der Ansatz als Kalibrierung der durchgeführten GIS-basierten Analysen eine über das Internet durchgeführte, umfangreiche, fotobasierte Bevölkerungs-/Nutzerbefragung mit einbezieht, bindet er explizit die Nutzer*innen-Perspektive mit ein und stellt damit eine Alternative bzw. Ergänzung zu den herkömmlichen zumeist Experten basierten Bewertungsverfahren zum Landschaftsbild dar. Er bietet damit die Möglichkeit, das Landschaftserleben einer breiteren Bevölkerung zu ermitteln. Daraus lassen sich wiederum Präferenzen für die Akzeptanz von Ausbauvorhaben in Abhängigkeit der landschaftlichen Gegebenheiten ableiten.

Die vorgelegten Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse mit Blick auf eine bundesweit vergleichende Landschaftsbildbewertung. Ob und wie landschaftliche Besonderheiten und Daten der Länder- und Kommunalebene ergänzend in das System integriert werden können, bedarf weiterer Diskussion.

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