BfN-Schriften 751 - Nationales Naturerbe (NNE)-Monitoring: Langzeitbeobachtung des Zustands und der Entwicklung von Flächen des Nationalen Naturerbes
Beschreibung
Das Nationale Naturerbe (NNE) ist eine Initiative des Bundes, mit der ehemals bundeseigene Flächen für den Naturschutz gesichert und an Länder und anerkannte Naturschutzverbände und -stiftungen übertragen werden. Zwar gibt es keine gesetzlich verpflichtende Regelung zur Durchführung eines Monitorings, doch ist eine kontinuierliche, wissenschaftlich fundierte Beobachtung essenziell, um die langfristige Entwicklung dieser Flächen nachvollziehen und die Wirksamkeit der Naturschutzmaßnahmen bewerten zu können. Vor etwa 15 Jahren begann im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „NNE-Monitoring“ die Entwicklung eines einheitlichen Monitorings für NNE-Flächen Das Konzept basiert auf einer zweistufigen Struktur mit einem Grund- und einem Erweiterungsprogramm.
Auf Basis einer Überprüfung der bestehenden Module sowie der Bedarfe der Flächeneigentümer*innen werden in diesem Bericht neue Vorschläge für ergänzende Monitoringmodule entwickelt, darunter ein Offenlandmonitoring und ein fernerkundungsbasiertes Monitoringmodul. Letzteres soll großflächige und bundesweite Analysen der Veränderungen der Lebensräume und Vegetationsstrukturen ermöglichen und dabei als innovativer Baustein des NNE-Monitorings dienen. Die neuen Module sollen dazu beitragen, noch nicht erfasste Daten zu Lebensräumen und Artengruppen zu sammeln und die Monitoringaktivitäten auf den NNE-Flächen weiter zu vervollständigen.
Ein Planspiel zeigt exemplarisch, wie die Umsetzung der NNE-Monitoringmodule auf einer Naturerbefläche erfolgen kann. Dieses Beispiel dient als Modell, um den Übergang von der konzeptionellen Planung des NNE-Monitorings zu dessen praktischer Anwendung zu veranschaulichen und die Übertragbarkeit auf andere Flächen zu verdeutlichen.
Ein zentrales Anliegen für die zukünftige Entwicklung des NNE-Monitorings ist die Einführung eines einheitlichen Datenmanagements, da die derzeit heterogene Datenhaltung mit ihren unterschiedlichen Strukturen flächenübergreifende Analysen und die Auswertung der erhobenen Daten erschwert. Empfehlungen zur Entwicklung eines zentralen, webbasierten Datenmanagementsystems zielen darauf ab, die Monitoringdaten effizient zu harmonisieren und in einheitlichen Formaten zu speichern. Automatisierte Prozesse könnten die Datenaufbereitung erleichtern und gleichzeitig die Qualität und Vergleichbarkeit der Informationen verbessern. Eine einheitliche Datenhaltung würde nicht nur die organisationsübergreifende Zusammenarbeit erleichtern, sondern auch die Grundlage für künftige naturschutzfachliche Auswertungen und Vergleiche schaffen.