Bundesamt für Naturschutz

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Handbuch für den Biotopverbund


Kernfläche des Biotopverbunds (Quelle: Magnus Wessel)
Auf dem Foto sieht man Grünflächen mit Bächen, Sträuchern und kleineren Baumgruppen.

Hintergrund

Die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen gehören zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Neben Straßen und Siedlungen trennen monotone und ausgeräumte Agrarflächen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Das Schaffen eines Biotopverbunds ist deswegen, wie auch im Bundesnaturschutzgesetz gefordert, eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes. Auch die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt beinhaltet das Ziel, ein repräsentatives und funktionsfähiges System vernetzter Biotope zu schaffen. Die Umsetzung gelingt jedoch nur langsam. Es besteht noch ein erheblicher Bedarf an neuen Verbundprojekten und engagierten Naturschützern/Naturschützerinnen, die diese umsetzen.

Kernfläche des Biotopverbunds (Quelle: Magnus Wessel)
Auf dem Foto sieht man Grünflächen mit Bächen, Sträuchern und kleineren Baumgruppen.

Das Projekt

Der Verbund von Lebensräumen ist in einer sich wandelnden, intensiv genutzten Kulturlandschaft, eine der größten Herausforderungen für die Akteure im Naturschutz. Die Realisierung der bestehenden Planungen und Konzepte scheitert oft an der konkreten Umsetzung vor Ort, bundesweit nutzbare Handreichungen fehlen.

Das Projekt bündelt die existierenden Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung bisheriger Biotopverbundplanungen und bereitet sie als konkrete Handreichung für die Aus- und Weiterbildung von Regionalplaner/Regionalplanerinnen, Behörden und Naturschutzinteressierten auf. 

Auch Wildbienen profitieren vom Biotopverbund (Quelle S. Mösch/naturimdetail.de)
Auf der Abbildung sieht man eine Wespenbiene auf einer Blüte beim Pollensammeln.

Im Rahmen des Projektes wurden neben einer umfangreichen Recherche der planerischen und fachlichen Grundlagen, die Erfahrungen aus abgeschlossenen und noch laufenden Biotopverbundprojekten führender wissenschaftlicher Experten, Praktiker des Biotopverbunds und eines umfangreichen Kontaktnetzwerks zusammengeführt.

Ergebnis ist das erste deutschlandweite Handbuch für den Biotopverbund. Das Handbuch umfasst neben fachlichen Grundlagen des länderübergreifenden Biotopverbunds, Informationen, Handlungsanleitungen und Checklisten, die Verbänden, Kommunen und anderen Naturschutzinteressierten von der Planung über die Antragsstellung und Finanzierung bis zum Projektmanagement das nötige Rüstzeug an die Hand geben, sich aktiv für die praktische Umsetzung des Biotopverbunds zu engagieren.


Wildkatze als Zielart des Biotopverbunds (Quelle: Thomas Stephan/BUND)
Auf dem Foto sieht man eine Wildkatze, die auf einem mit Moos bewachsenen Baumstamm sitzt.

Zahlreiche Fallbeispiele erfolgreicher Projekte, konkrete Ansprechpartner für die Projektumsetzung in den Ländern, praktische Tipps zur Arbeit und Hinweise zur Einbindung von Freiwilligen und Öffentlichkeitsarbeit runden die online-Veröffentlichung ab.

Umfangreiche Verlinkungen zu den Ergebnissen erfolgreicher Projekte und wissenschaftlicher Arbeiten erweitern das Handbuch zu einer zentralen Bibliothek für die Umsetzung des Biotopverbunds.

Ausblick

Das BUND-Handbuch Biotopverbund ist als lebendiges Dokument konzipiert, dass regelmäßig aktualisiert wird. Es ist daher ausschließlich elektronisch erhältlich, um eine schnelle Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Das Projekt schafft damit den aktuellen Zugang zu zahlreichen Praxiserfahrungen von Biotopverbundprojekten. In einzelnen Bundesländern sind durch den BUND und andere Organisationen bereits Regionalisierungen des Handbuchs geplant.

Biotopverbund Grünes Band (Quelle: Klaus Leidorf)
Auf dieser Luftaufnahme kann man den Verlauf des Grünen Bandes zwischen Feldern, Straßen, Stromtrassen und Windrädern bei Nordhausen sehen.

Publikationen/weiterführende Links

Handbuch Biotopverbund

Laufzeit

06/2016-12/2017

Förderprogramm

Verbändeförderung

Projektträger

BUND e. V. 

Fachbetreuung im BfN

Dr. Karin Ullrich, FG II 2.1