Bundesamt für Naturschutz

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Moortypen

Hochmoor

Hochmoor mit gehölzfreiem Zentrum (Foto: U. Riecken)
Budschimoor in der oberen Treenelandschaft (Foto: U. Riecken)

Hochmoore sind abhängig von einem Überschuss an Regenwasser und werden deshalb auch als Regenmoore bezeichnet. Die Torfbodenschichten haben keine Verbindung zu Grundwasservorkommen oder Oberflächengewässern, so dass kein Ionenaustausch mit dem Mineralboden stattfindet. Daher sind Hochmoore in der Regel nährstoffarm (oligotroph) und vergleichsweise bodensauer, mit pH-Wert zwischen 3 und 4,8. Die Pflanzengesellschaften der Hochmoore müssen entsprechend hoch spezialisiert sein. Torfmoose (Sphagnum) sind an dieses saure Milieu angepasst und können mehr als das 30-fache ihrer Trockenmasse an Wasser speichern, worüber sie Ihren geringen Nährstoffbedarf decken können. Sie sind maßgeblich an der Torfbildung beteiligt, wodurch Hochmoore jährlich bis zu 1 mm wachsen. Aber auch Heidekrautgewächse, Wollgräser, Seggen, Rasenbinsen und Sonnentaugewächse - letztere decken ihren Nährstoffbedarf über den Fang kleiner Insekten - können unter den extremen Standorteigenschaften der Hochmoore gedeihen. Gut ausgeprägte Hochmoore sind in der Regel - zumindest in ihrem Zentrum - frei von Bäumen oder starkwüchsigen Gehölzen.

Niedermoor

Niedermoor im Peenetal (Foto: P. Finck)
Niedermoor Peenetal (Foto: P. Finck)

Niedermoore sind deutlich nährstoff- und basenreicher als Hochmoore. Durch die Verbindung zum Grundwasser oder zu Still- oder Fließgewässern erhalten sie eine stetige Zufuhr von gelösten Mineralien, die bis in die oberen Torfschichten gelangen. Nährstoffgehalt und Bodenreaktion von Niedermooren sind abhängig vom geologischen Untergrund und können stark variieren, was sich auch in den unterschiedlichen Pflanzengesellschaften der Niedermoore widerspiegelt. Die Vegetation ist zumeist von Klein- oder Großseggen oder Röhrichtarten dominiert, kann aber auch von Baum- und Strauchbeständen (Moorbirken, Fichten, Erlen, Weiden) durchsetzt oder sogar als Bruchwald ausgebildet sein. Nach ihrer Entstehungsweise werden Niedermoore in Verlandungs-, Überflutungs-, Durchströmungs-, Hang-, Versumpfungs- und Quellmoore unterschieden. Sie können sich unter besonderen Bedingungen zu Hochmooren weiterentwickeln.

Übergangsmoor und Zwischenmoor

Übergangsmoor mit einzelnen, kleinwüchsigen Moorkiefern (Foto: U. Riecken)
Schönleitenmoos im Allgäu (Foto: U. Riecken)

Wächst die Torfschicht eines Niedermoors über den vom Bodenwasser beeinflussten Bereich hinaus, wird es sowohl von unten, über das Grundwasser als auch von oben, über Regenwasser gespeist. Dies hat ein Absinken des pH-Werts sowie eine Abnahme der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung zur Folge. Es entwickelt sich ein Stadium zwischen Nieder- und Hochmoor. Auch die Vegetation setzt sich aus einer mosaikartigen Mischung typischer Vertreter beider Biotoptypen zusammen. In niederschlagsreichen Regionen kann sich auf diese Weise aus einem Niedermoor ein Hochmoor entwickeln, in der Übergangsphase spricht man dann von einem Übergangsmoor. Sind die Niederschläge jedoch geringer, sodass die Vegetation nicht vollständig auf Bodenwasser verzichten kann, verbleibt das Moor in diesem Zustand und wird als Zwischenmoor bezeichnet.