Bundesamt für Naturschutz

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Bewertungsschemata

Artikel 11 der FFH-Richtlinie verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten zur Überwachung des Erhaltungszustands (Monitoring) der Lebensraumtypen und Arten der Anhänge der Richtlinie. Als Grundlage für das Monitoring wurde von Bund und Ländern ein gemeinsames Konzept erarbeitet (BfN-Skript 278, 2010). Dieses beruht auf Stichproben von mindestens 63 Probeflächen für jedes Schutzgut pro biogeografischer Region und wird bisher in der atlantischen und der kontinentalen Region Deutschlands für alle Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie mit Ausnahme der Anhang-V-Arten durchgeführt. Durch zwischen Bund und Ländern abgestimmte Bewertungsschemata für die einzelnen Schutzgüter werden die Kriterien und Maßstäbe für die Erfassung der Daten und die Bewertung der Ergebnisse der einzelnen Probeflächen festgelegt.

Überarbeitung der Bewertungsschemata

In der 107. Sitzung der LANA am 18./19. April 2013 wurde beschlossen, die Bewertungskriterien und deren Interpretationen zu überarbeiten. Unter Federführung des BfN wurden die Schemata mit Unterstützung der Länderfachbehörden und eines F+E-Vorhabens abgestimmt. Die Überarbeitung wurde vom ständigen Ausschuss „Grundsatzfragen und Natura 2000“ der LANA beschlossen und von der LANA-Vollversammlung am 10./11.03.2016 angenommen. Die überarbeiteten Bewertungsschemata wurden danach in den BfN-Skripten Nr. 480 (Arten) und Nr. 481 (LRT) veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des  FFH-Monitorings.

Historie

Empfehlungen der Expertengruppen der Länder und des Bundes

Vergleichbare Erfassungen und Bewertungen der Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie in den Bundesländern sind unabdingbar für die Erstellung eines deutschlandweiten nationalen Bericht über den Erhaltungszustand der o.g. genannten Lebensräume und Arten. Expertengruppen der Länder und des Bundes hatten daher konzeptionelle Fragen zum Monitoring diskutiert und Empfehlungen in Bezug auf Erfassungsrhythmik sowie Umfang und Intensität der Dauerbeobachtungen ausgesprochen. Die Monitoringkonzepte mussten dabei zum einen fundierte Aussagen über die Bestandsituation und -entwicklung erlauben und zum anderen im Rahmen des FFH-Monitorings leistbar sein. Als konzeptionelle Grundlage für die Empfehlungen wurden die von der LANA -Vollversammlung am 20./21.09.2001 in Pinneberg beschlossenen "Mindestanforderungen für die Erfassung und Bewertung von Lebensräumen und Arten sowie die Überwachung" verwendet. Ein Schwerpunkt der Arbeit war die Erstellung von Bewertungsschemata für die Einschätzung des Erhaltungszustandes der Arten und Lebensraumtypen.

Ergebnisse der damaligen Arbeiten der Arbeitskreise zu den Lebensraumtyp-Komplexen:

Empfehlungen zu Bewertungsrahmen für FFH-Anhangsarten

Unter Beteiligung von Experten der Länder und des Bundes wurden für die Arten gemeinschaftlichen Interesses in Deutschland (Anhänge II, IV und V FFH-RL) Vorschläge für die Erfassung und Bewertung des Erhaltungszustandes entwickelt. 

Diese Bewertungsschemata wurden Ende 2006 als Sonderheft 2 der Berichte des Landesamtes für Umweltschutz veröffentlicht (s. Veröffentlichungen) und stehen auch zum Download zur Verfügung (Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, s. 2/2006).

Erfassung der Gefährdungsursachen und der Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen für Zwecke des Gebietsmanagements

In den Arbeitskreisen wurde angeregt, die Erfassung der Gefährdungsursachen sowie der Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen anhand einheitlicher Referenzlisten vorzunehmen. Diese sollten hierarchisch strukturiert sein, um die Auswertung auf unterschiedlich differenzierten Ebenen vornehmen zu können und den Ländern die Ergänzung landesspezifischer Besonderheiten zu ermöglichen. Diese Referenzlisten wurden in enger Zusammenarbeit mit den Länderfachbehörden erarbeitet.

Referenzliste der Gefährdungsursachen, pdf-Datei

Referenzliste der Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen, pdf-Datei

 

Für den nationalen FFH-Bericht nach Art. 17 gibt es eine wesentlich gröbere EU-weit einheitliche Referenzliste, um die Vergleichbarkeit der Berichte zwischen den Mitgliedstaaten zu ermöglichen und die Erstellung des Gemeinschaftsberichts zu erleichtern.

 

Letzte Änderung: 16.08.2019

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