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Bundesamt für Naturschutz

Insektenmonitoring: Neues Methodenhandbuch veröffentlicht

Insektenmonitoring
Presse
09.01.2026
Bonn
Forschungsergebnisse zeigen, dass die Anzahl der Insekten vielerorts in Deutschland seit Jahren massiv zurückgeht. Um bundesweit gültige Aussagen zu Insektenbeständen und ihren Langzeittrends zu ermöglichen und die Ursachen für den Insektenrückgang besser zu verstehen, haben Bund und Länder gemeinsam das bundesweite Insektenmonitoring (IM) entwickelt. Jetzt wurde das dazugehörige Methodenhandbuch veröffentlicht. Es beschreibt, wie Insekten in ganz Deutschland einheitlich und über lange Zeiträume hinweg erfasst werden sollen.
Insekten verschiedener Artengruppen
Insekten verschiedener Artengruppen

Das Methodenhandbuch beschreibt detailliert die Zielstellungen, den Aufbau sowie die Erfassungsmethoden des bundesweiten Insektenmonitorings (IM). Es legt fest, wo, wann und wie verschiedene Insektenartengruppen und begleitende Umweltparameter erfasst werden, und schafft damit die Voraussetzung für vergleichbare Datensätze über Ländergrenzen hinweg. Diese bilden die Basis für gemeinsame Auswertungen und belastbare bundesweite Aussagen – auch zu langfristigen Trends der Insektenfauna sowohl in häufigen als auch in seltenen Lebensräumen.

„Die Veröffentlichung des Methodenhandbuchs ist ein wichtiger Schritt hin zu einer belastbaren Datenbasis über Zustand und Entwicklung der Insektenfauna in Deutschland“, betont die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Sabine Riewenherm. „Damit wird das Monitoring der Biodiversität in Deutschland um eine bedeutende Artengruppe erweitert und das naturschutzfachliche Handeln unterstützt, etwa bei der Analyse von Ursachen für Bestandsveränderungen bei Insekten oder der Wirksamkeit von Schutzprogrammen“, erläutert BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm. 

Das Methodenhandbuch ist Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen den Naturschutzfachbehörden von Bund und Ländern und baut auf die gemeinsamen Arbeiten zur Konzeptentwicklung auf. Darüber hinaus wirkten zahlreiche Expert*innen für Artengruppen, Monitoringmethoden und -kulissen mit. So entstand ein bundesweites Insektenmonitoring, das auf einem breiten fachlichen Fundament steht, aussagekräftige Einblicke in Zustand und Entwicklung der Insekten in Deutschland liefert und zugleich praktikabel bleibt.

Hintergrund bundesweites Insektenmonitoring 

Rund 70 Prozent der Tierarten in Deutschland zählen zu den Insekten. Sie bilden die Grundlage eines komplexen Nahrungsnetzes und dienen beispielsweise Vögeln, Reptilien, Amphibien oder Säugetieren als wichtige Nahrungsquelle. Blütenbestäubende Insekten erhalten die Biodiversität und sichern wesentliche Anteile unserer Welternährung. Verlässliche, repräsentative Daten zu ihrem Vorkommen und ihrer Entwicklung sind daher unverzichtbar, um dem Insektenrückgang wirksam entgegenzuwirken. Die Veröffentlichung des Methodenhandbuchs ermöglicht nicht nur eine einheitliche Umsetzung des bundesweiten Insektenmonitorings in allen Bundesländern, sondern eröffnet auch anderen Akteuren die Möglichkeit, ihre Datenerhebungen an die Methodik des IM anzulehnen und Synergien zu nutzen. 

Das BfN wurde im November 2017 im Rahmen eines Beschlusses der Umweltministerkonferenz mit der Erarbeitung eines Konzepts zum bundesweiten Insektenmonitoring beauftragt. Das IM unterstützt zudem das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung, das die Lebensbedingungen für Insekten und die biologische Vielfalt in Deutschland verbessern will, um dem Insektensterben entgegenzuwirken. Mehrere Bundesländer setzen bereits einzelne Bausteine um, weitere planen den Einstieg in den kommenden Jahren.

Das BfN betreibt bereits Monitoringprogramme zu Vögeln, Arten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie sowie zu Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert, den sogenannten HNV-Farmland-Flächen. Ein bundesweites Monitoring von Ökosystemen befindet sich zurzeit ebenfalls im Aufbau. Zahlreiche Erfassungsbausteine des IM finden auf denselben Kulissen dieser Monitoringprogramme statt oder nutzen dieselbe Erfassungsmethodik wie andere nationale und internationale Monitoringprogramme anderer Akteure zu denselben Insektenartengruppen. Ziel ist es, Synergien zu schaffen, um gemeinsam wichtige Erkenntnisse über Veränderungen der biologischen Vielfalt, deren Ursachen und über die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zu erzielen.

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