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Bundesamt für Naturschutz

Kastenhilfe - Förderung kollisionsgefährdeter Fledermausarten

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Arten
Im Projekt Kastenhilfe sollen die Bestände kollisionsgefährdeter Fledermausarten durch die Ausbringung von künstlichen Fledermauskästen gestützt werden. Im Rahmen des Wissenstransfers sollen darüber hinaus die Öffentlichkeit und ausgewählte Interessensgruppen über die Notwendigkeit, die Umsetzung und den Erfolg dieses Modellvorhabens informiert werden.
Programm
Nationales Artenhilfsprogramm
Bundesland
Berlin
Brandenburg
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525AHP001
Finanzvolumen (Bundesmittel)
729.477 Euro
Rauhautfledermaus sitzt auf der Rinde eines Baumes
Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

Kastenhilfe - Förderung kollisionsgefährdeter Fledermausarten durch ein verbessertes Quartierangebot in den Berlin-Brandenburger Forsten

Hintergrund

Ein beschleunigter Ausbau der Windenergieproduktion könnte in Deutschland zu Bestandsrückgängen kollisionsgefährdeter Arten führen. Unter den Fledermäusen sind der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) und die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) besonders stark betroffen, da sie am häufigsten als Schlagopfer unter Windenergieanlagen gefunden werden. In ihrem schwerpunktmäßigen Reproduktionsgebiet im nordöstlichen Bundesgebiet nehmen beide Arten regelmäßig künstliche Tagesquartiere, sogenannte Fledermauskästen, an. In diesen Fledermauskästen befinden sich mitunter auch Wochenstuben dieser Arten. Da das natürliche Quartierangebot in vielen Forstkulturen für Fledermäuse eingeschränkt ist, sollen durch die Etablierung von Kastenverbünden, die aus Fledermauskästen unterschiedlicher Bauart bestehen, die Bestände dieser kollisionsgefährdeten Arten gestützt werden. Diese Aktivitäten werden von Maßnahmen des Wissenstransfers flankiert.

Projekt 

Im Projekt Kastenhilfe werden an drei Standorten in Berlin und Brandenburg modellhaft Kastenverbünde aus künstlichen Tagesquartieren für kollisionsgefährdete Arten aufgebaut. An einigen dieser Kästen werden exemplarisch automatisierte Monitoringsysteme etabliert. Der Fledermausbestand der Kastenverbünde wird von qualifiziertem Fachpersonal systematisch erfasst, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu prüfen. Das Projekt wird von Maßnahmen des Wissenstransfers begleitet. Im Rahmen dessen werden relevante Interessensgruppen, beispielsweise Naturschutzverbände und Ortsgruppen aus dem Ehrenamt, über die Maßnahme informiert.

Maßnahmen

  • Sukzessiver Aufbau von Kastenverbünden bestehend aus verschiedenen Typen von Fledermauskästen im Bezirk Pankow (Bundesland Berlin) sowie im Prieroser Forst und im FFH Gebiet Heidehof-Golmberg (beide Brandenburg)
  • Etablierung eines lichtschrankenbasierten automatischen Monitoringsystems an vier ausgewählten Standorten pro Kastenverbund zur verstetigten standardisierten Erfolgskontrolle der Maßnahme
  • Etablierung von Koloniestrukturen der beiden Fokusarten in den jeweiligen Kastenverbünden durch natürliche Besiedlungsprozesse
  • Öffentlichkeitsarbeit in Printmedien, digitalen Medien und sozialen Netzwerken
  • Wissenstransfer der Maßnahme für Interessensgruppen, so dass ähnliche Projekte etabliert werden können

Als Ergebnis der Maßnahme sollen lokale Fledermausarten die neuen Kastenverbünde nutzen und sich darin fortpflanzen. Infolgedessen erwarten wir eine Bestandszunahme der kollisionsgefährdeten Arten in den Maßnahmengebieten. Im Rahmen des Wissenstransfers sollen die Öffentlichkeit sowie ausgewählte Interessensgruppen über das Projekt informiert werden.

Projektleitung

Forschungsverbund Berlin e.V.

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt

Programmbüro Nationales Artenhilfsprogramm
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str.1, 53227 Bonn
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