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Bundesamt für Naturschutz

Monitoringkonzept für das Nationale Artenhilfsprogramm am Beispiel der Vögel

Nationales Artenhilfsprogramm
Monitoring
Biologische Vielfalt
Am Beispiel der Vögel wird ein Monitoringkonzept entwickelt, um die Wirksamkeit von Naturschutz-Förderprogrammen des Bundes zu ermitteln und zu ihrer Weiterentwicklung beizutragen.
Programm
Nationales Artenhilfsprogramm
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
352415190A, 352415190B
Lage
Deutschland
Finanzvolumen (Bundesmittel)
533.591 Euro
Das Foto zeigt die Dateneingabe in die NaturaList App auf einem Tablet; Ort: Münster, Wald nähe Aasee
Das standardisierte bundesweite Vogelmonitoring bietet eine Datengrundlage für Wirkungsanalysen von Naturschutzprojekten.

Beschreibung

Hintergrund

Der Rückgang der biologischen Vielfalt schreitet trotz zahlreicher politischer Bemühungen voran. Um dem entgegenzuwirken, stellt die Bundesregierung Finanzmittel durch verschiedene Naturschutz-Förderprogramme zur Verfügung. Ein übergreifendes Monitoringkonzept, um die Wirkung der umgesetzten Fördermaßnahmen für die Biodiversität in Deutschland zu erfassen, fehlt derzeit jedoch. Zur Wirkungsanalyse wird auch im Naturschutz vermehrt auf kontrafaktische Ansätze zurückgegriffen. Auf der Basis von standardisierten Erfassungen können so Szenarien mit und ohne Maßnahmenumsetzung verglichen werden. Das bundesweite Vogelmonitoring bietet hierfür eine äußerst wertvolle Grundlage, da es umfangreich standardisierte Daten über die Entwicklung der Vogelbestände in Deutschland liefert.

Projekt

In diesem Projekt entwickeln die Verbundpartner DDA und Universität Marburg am Beispiel der Vögel ein Konzept, wie sich die Wirkungen von Naturschutz-Förderprogrammen des Bundes – insbesondere des Nationalen Artenhilfsprogramms – mithilfe von Monitoringdaten ermitteln lassen. Da diese Programme sehr unterschiedliche Maßnahmen in verschiedenen Lebensräumen umfassen, braucht es ein standardisiertes Verfahren, das ihre Effekte vergleichbar und zugleich zuverlässig analysieren kann. Der hierfür genutzte kontrafaktische Ansatz ermöglicht es, die Entwicklung von Arten oder Lebensräumen mit Szenarien ohne Naturschutzmaßnahmen zu vergleichen. Dadurch lassen sich Maßnahmeneffekte auch dann einschätzen, wenn klassische experimentelle Untersuchungen in der Praxis kaum umsetzbar sind.

Für die Analyse werden vor allem die umfangreichen, von Ehrenamtlichen nach standardisierten Methoden erhobenen Daten des bundesweiten Vogelmonitorings genutzt. Diese Daten bieten eine wertvolle Grundlage, um Bestandsentwicklungen über längere Zeiträume in verschiedenen Habitaten nachzuverfolgen. Ergänzend soll zudem geprüft werden, wie die validierten Gelegenheitsbeobachtungen aus ornitho.de sowie weitere nach fachlichen Standards erhobene Daten in die Auswertungen einbezogen werden können. Da Vögel als Indikatoren für Umweltveränderungen dienen können, eignen sie sich besonders gut für die Konzeptentwicklung einer Wirkungsanalyse, die auch Zusammenhänge mit anderen Artengruppen und Ökosystemleistungen berücksichtigt. 

Im Rahmen des Vorhabens wird zunächst ein methodisches Gesamtkonzept entwickelt, das beschreibt, wie ein Monitoring von Förderprogrammen aufgebaut sein muss, damit kontrafaktische Analysen für die Wirkungsanalyse von Naturschutzmaßnahmen auf Vogelbestände genutzt werden können. Anschließend soll dieser Ansatz exemplarisch angewendet werden, um konkrete Maßnahmeneffekte auf Vogelarten und ggf. ausgewählte weitere Artengruppen zu untersuchen. Dazu werden Auswertungsroutinen entwickelt, die eine standardisierte Gegenüberstellung von Monitoringdaten und Maßnahmenumsetzungen erlauben. 

Ziel des Projekts ist es, ein wissenschaftlich fundiertes und zugleich praxisnahes Konzept für die Ermittlung der Wirksamkeit von Naturschutzprogrammen zu entwickeln und dessen Machbarkeit am Beispiel der Vögel zu untersuchen. In einem im Projekt erarbeiteten Handbuch wird Projektträgern die standardisierte Datenerhebung und Wirkungsanalyse dargelegt werden.

Ausblick

Basierend auf der in diesem Projekt entwickelten konzeptionellen Grundlage soll es zukünftig möglich sein, Ergebnisse zu generieren, die Entscheidungsträger*innen aus Politik und Praxis bei der Erfüllung ihrer Aufgabe unterstützen. 

Die entwickelten Methoden werden auf die Übertragbarkeit auf weitere Artengruppen geprüft, so dass die Umsetzung von spezifischen Naturschutzmaßnahmen und die Datenerfassung gezielt verbessert und ihre Erfolge nachvollziehbar überprüft werden können.
 

Projektleitung

Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA), Philipps-Universität Marburg (UMR)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des BMUKN aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 1.3 Monitoring der terrestrischen Biodiversität
fg-II13@bfn.de
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