Neue Hirtenwege im Pfälzerwald
Beschreibung
Der deutsche Teil des Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (knapp 180.000 ha) beinhaltet eines der größten, zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands: den Pfälzerwald. Diese für die Region typische Landschaft wechselt sich zwischen Wald, Offen- und Halboffenland, Streuobstweisen, Bachläufen und Talauen sowie eindrucksvollen Felsformationen ab. Hier ist auch das Fördergebiet des chance.natur-Projekts "Neue Hirtenwege im Pfälzerwald" angesiedelt, das sein Augenmerk auf die Offenlandstrukturen und deren Vernetzung hat.
Wichtige Offenlandbiotope sind vor allem:
- Feucht- und Nasswiesen sowie Schemel- oder Buckelwiesen (alte Kultur der Wiesenbewässerung)
- mesophiles und mageres Grünland
- Streuobstwiesen
- Trocken- und Halbtrockenrasen
- Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden
- Weinbergsbrachen (vereinzelt)
- Trockenmauern
- Halboffenlandbereiche und Hecken
Wichtige Ziele des Projekts sind:
- Erhalt und Entwicklung bzw. Verbund der Offenland-Biotopkomplexe sowie angrenzender Waldökotone innerhalb des Pfälzerwaldes
- Erhalt und Förderung des Reichtums der daran gebundenen seltenen Arten und Lebensgemeinschaften
- Aufbau eines durchgehenden Systems von Hirtenwegen und damit die Erhaltung des Offenlandes
- Verbindung der (Halb)Offenland-Biotopkomplexe durch Flächenerwerb bzw. Biotopersteinrichtung (insbesondere an Engstellen mir Barrierewirkung) für die extensive Nutzung durch die Schäfereibetriebe und deren Herden sowie weitere geeignete Weidesysteme (z,B. Robustrindern).
Die Planungsphase (Projekt I) ist seit März 2022 abgeschlossen. Das Herzstück von Projekt I war die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans, der außerdem eine sozioökonomische Analyse (Situation und Machbarkeitsstudie über schafhaltende Betriebe im Fördergebiet), ein hydrologisch-hydraulisches Gutachten (Schwerpunkt Buckelwiesen) sowie ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit beinhaltet. Begleitet wurde das Projekt durch eine unabhängige Moderation und Öffentlichkeitsarbeit.
Projekt II startet im Frühjahr 2024 und setzt die Maßnahmen aus dem Pflege- und Entwicklungsplan um. Die ersten biotopersteinrichtenden Maßnahmen (Auflichtungen, Entbuschungen, Zaunbau oder Beweidung) starteten im Januar 2025 und sind bis 2027 in einem Rahmenvertrag geregelt. Parallel wird eine umfangreiche Flächenakquise durchgeführt, die im Fördergebiet des Projekts langfristig Flächen durch Ankauf und Pacht sichert.
Projekt I: 2017-2022, Projekt II: 2024-2033