Religionen schützen die Natur und fördern ökologisches Bewusstsein
Deutschland arbeitet mit den Religionsgemeinschaften Aleviten, Bahai, Buddhisten,
Christen, Eziden, Hindus, Juden, Muslimen und der Sikh-Religion zusammen, die sich auf ein Engagement
für biologische Vielfalt verständigt haben. Dieses beispielhafte Zusammenwirken wird für die Umsetzung
der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) genutzt.
Religionen schützen die Natur und fördern ökologisches Bewusstsein
Hintergrund
Der Erhalt der biologischen Vielfalt zählt zu den vorrangigen nationalen wie internationalen Zielen zur Bewahrung des Lebens von Pflanzen, Tieren und Menschen. Dazu bedarf es einer verstärkten umweltethischen Bewusstseinsbildung. Religionsgemeinschaften als größte transnationale zivilgesellschaftliche Institutionen bieten hierzu ein immenses Potenzial. Die großen Weltreligionen sind eng mit Naturtheologien und kosmologischen Schöpfungserzählungen verbunden, die bislang zu wenig im öffentlichen Bewusstsein verankert sind. Erzählungen wie jene über die Arche Noah, den Turmbau zu Babel oder auch die vielfältigen Bezüge zu Bäumen, Pflanzen und Tieren in den abrahamischen Religionen und den anderen Religionsgemeinschaften bieten Anknüpfungspunkte für den ökologischen und nachhaltigen Transformationsprozess der Gegenwart.
Projekt
Mit unserem Projekt stellen wir die Bezüge der Religionen zu Umwelt und Natur heraus und entwickeln handlungsorientierte Herangehensweisen. Dabei spielen Mensch-Natur-Beziehungen eine zentrale Rolle, so dass wir sowohl kognitive als auch praktisch-spirituelle und sensitive Erfahrungsräume und Begegnungen ermöglichen wollen.
Durch das Zusammenwirken verschiedener Religionsgemeinschaften – darunter Aleviten, Bahai, Buddhisten, Christen, Eziden, Hindus, Juden, Muslime und Sikhi – möchten wir einen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) leisten.
In den kommenden Jahren möchten wir drei zentrale Projektbausteine entwickeln und an unterschiedlichen Standorten etablieren.
Maßnahmen
Die Bedeutung von Bäumen und Wäldern ins Bewusstsein bringen: In Kooperation mit verschiedenen Gemeinden werden Kirchen-, Synagogen- oder Moscheegelände zu begrünten Orten der biologischen Vielfalt umgestaltet. Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten werden geschaffen und erweitert. Ergänzend dazu entwickeln wir verschiedene Praxis- und Begegnungsformate für Kleingruppen.
Im Zeitraum der ökumenischen Schöpfungszeit organisieren wir Religiöse Naturschutztage. Ehrenamtliche Gemeindemitglieder, Schulen, Kitas und im Naturschutz Tätige bringen sich mit eigenen Ideen ein und werden bei der Durchführung unterstützt. Die Begrünung von Schulgärten, die Herstellung von Schnellkompostern oder der Bau eines Insektenhotels im städtischen Raum, eingeleitet durch ein interreligiöses Gespräch, gehören zu den beliebten Formaten.
Religiöse Feste bieten ein großes Potenzial, um Begegnungsräume zu schaffen und vertieftes Kennenlernen zu ermöglichen. Religiöse Feste mit Naturbezug wie Erntedank und Tu biSchevat werden auch interreligiös entdeckt. Die Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten gibt Impulse für die Gestaltung eines friedlichen und sinnstiftenden Zusammenlebens. Aktionen wie das Bewirtschaften, Beernten und Bepflanzen von gemeinschaftlichen Flächen oder ressourcenfreundliches Kochen werden mit unterschiedlichen Zielgruppen aus Gemeinden, Nachbarschaften, Schulen und in der Jugendarbeit durchgeführt. Diese werden von Beginn an eigenverantwortlich in Planung und Umsetzung einbezogen. Langfristig sollen sich die bestehenden Kleinprojekte in verschiedenen Regionen selbstständig weiterentwickeln.