Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ergebnisübersicht - Nationaler Bericht 2019

Übersicht zur Bewertung der Erhaltungszustände der Lebensraumtypen

Es wurden über die drei biogeografischen Regionen insgesamt 195 Bewertungen des Erhaltungszustands der Lebensraumtypen vorgenommen, wobei zahlreiche der 93 Lebensraumtypen in mehreren Regionen auftreten.

Bewertung des Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie in den einzelnen biogeografischen Regionen laut nationalem FFH-Bericht 2019. Anzahl der bewerteten Lebensraumtypen pro Region: atlantisch: 67, kontinental: 83, alpin: 45
In der atlantischen Region wurden die Lebensraumtypen zu mehr als drei Viertel mit "ungünstig" bewertet. Hiervon nimmt die "ungünstig-schlecht (U2)" Bewertung zwei Viertel ein. Auch in der kontinentalen Region überwiegt mit mehr als 80% die ungünstige Bewertung. Diese teilen sich die "ungünstig-schlecht (U2)" und die "ungünstig-unzureichend (U1)" Bewertung je hälftig. Lediglich in der alpinen Region wurden zwei Drittel der Lebensraumtypen mit "günstig (FV)" bewertet. Die unbekannt (XX) Bewertung ist in allen drei Region maximal 2%.

Die Bewertung des Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen basiert auf Einzelbewertungen zu den Parametern "Verbreitungsgebiet", "Fläche", "Spezifische Strukturen und Funktionen" sowie "Zukunftsaussichten" (vgl. Methodik des Berichts). Diese vier Parameter werden jeweils als "günstig" (grün/ FV), "ungünstig-unzureichend" (gelb/U1) oder "ungünstig-schlecht" (rot/U2) bewertet bzw. bei nicht ausreichenden Daten als "unbekannt" (grau/XX) eingestuft. Zur Ableitung des (Gesamt-)Erhaltungszustands vgl. Berichtsformat.

Bewertungstabelle Lebensraumtypen atlantische biogeogr. Region (30.08.2019)

Bewertungstabelle Lebensraumtypen kontinentale biogeogr. Region (30.08.2019)

Bewertungstabelle Lebensraumtypen alpine biogeogr. Region (30.08.2019)


Übersicht zur Bewertung der Erhaltungszustände der Arten

Es wurden über die drei biogeografischen Regionen insgesamt 365 Bewertungen des Erhaltungszustands von Arten sowie 11 Bewertungen von Sammelarten vorgenommen (zusammen 376 Bewertungen), wobei zahlreiche Arten bzw. Sammelarten in mehreren Regionen auftreten. Insgesamt wurden 195 Arten und vier Sammelarten bewertet.

Bewertung des Erhaltungszustandes der Arten der Anhänge II, IV und V der FFH-Richtlinie (ohne Sammelarten) in den einzelnen biogeografischen Regionen laut nationalem FFH-Bericht 2019. Anzahl der bewerteten Taxa pro Region: atlantisch: 107, kontinental: 179, alpin: 79.
In der atlantischen Region wurden die Arten zu knapp zwei Drittel mit "ungünstig" bewertet. Hierbei überiegt die "ungünstig-schlecht (U2)" Bewertung knapp mit 37%. Hier ist auch noch 18% der Arten mit "unbekannt (XX)" bewertet. Auch in der kontinentalen Region überwiegt mit knapp 80% die ungünstige Bewertung. Diese teilen sich die "ungünstig-schlecht (U2)" und die "ungünstig-unzureichend (U1)" Bewertung je hälftig. In dieser Region ist auch der Anteil mit einer "unbekannt Bewertung mit 5% geringer als in den anderen beiden Regionen. Lediglich in der alpinen Region wurde die Hälfte der Arten mit "günstig (FV)" bewertet. Die Bewertungen mit "unbekannt" belaufen sich auch hier auf 16%.

Unter Einbeziehung der Sammelarten (Rentierflechten, Bärlappe, Torfmoose sowie Fischarten des Coregonus- lavaretus-Formenkreises) ergeben sich folgende Anzahlen bewerteter Taxa pro Region: atlantisch: 110, kontinental: 183, alpin: 83. Die Anteile der Bewertungsstufen nehmen dann folgende Werte an:



Die Tabelle stellt nochmal die Bewertungen den drei Regionen unter Einbeziehung der Sammelartengruppen dar. Dadurch weichen die Anteile der Bewertungen in den jeweiligen Regionen nur leicht von den Bewerungen ohne Sammelartengruppen, wie davor dargestellt, ab.

 

Die Bewertung des Erhaltungszustandes der Arten basiert auf Einzelbewertungen zu den Parametern "Verbreitungsgebiet", "Population", "Habitat" sowie "Zukunftsaussichten" (vgl. Methodik des Berichts). Diese vier Parameter werden jeweils als "günstig" (grün/ FV), "ungünstig-unzureichend" (gelb/U1) oder "ungünstig-schlecht" (rot/U2) bewertet bzw. bei nicht ausreichenden Daten als "unbekannt" (grau/XX) eingestuft. Zur Ableitung des (Gesamt-)Erhaltungszustands vgl. Berichtsformat.

Einzelbewertungen Arten atlantische biogeogr. Region (30.08.2019)

Einzelbewertungen Arten kontinentale biogeogr. Region (30.08.2019)

Einzelbewertungen Arten alpine biogeogr. Region (30.08.2019)

Aufteilt auf die Formationen zeigt sich, dass in der alpinen Region die "Heiden und Gebüschen", die "Felsen, Schutthalden und Höhlen" sowie die "Wälder" fast vollständig mit "günsig" bewertet wurden. Lediglich der mit unbekannt bewertete LRT 9430 vermeidet dies bei den Wäldern. Die Formation der "Gletscher" wurde mit "ungünstig-schlecht" bewertet.
In der atlantischen Region überwiegt in allen Formationen die ungünstige Bewertung. Vor allem das "Grünland", die "Binnengewässer" und die "Moore, Sümpfe und Quellen" wurden durchgängig mit ungünstig bewertet.
In der kontinentalen Region wurde lediglich die Formation "Felsen, Schutthalden und Höhlen" mit "günstig bewertet. Die Formationen "Meeere und Küsten" sowie "Binnengewässer" weisen nur ungünstige Bewertungen aus.

Übersicht zur Bewertung der Erhaltungszustände der Lebensraumtypen nach Formationen und biogeografischen Regionen

Die Binnengewässer weisen in der atlantischen und der kontinentalen biogeografischen Region keinen einzigen Lebensraumtyp (LRT) mit günstigem Erhaltnugszustand auf. Auch im Grünland sind in der atlantischen biogeografischen Region keine LRT mit günstigem Erhaltungszustand vorhanden. In der kontinentalen biogeografischen Region ist nur ein Lebensraumtyp (6150) im günstigen Erhaltungszustand. Ebenfalls in einem ungünstigen Erhaltungszustand sind alle LRT der Meere und Küste in der kontinentalen Region.

Ein ungünstiger Erhaltungszustand liegt außerdem für fast alle Lebensraumtypen der Moore, Sümpfe und Quellen für die atlantische und die kontinentale Region vor (Feuchtlebensräume des Offenlandes). Eine Ausnahme bilden in der kontinentalen Region die Kalktuffquellen (7220).

Positiv fallen hingegen die Felsen und Schutthalden auf, bei denen für alle LRT in der kontinentalen Region die Bewertungen des Erhaltungszustands als günstig eingestuft wurden.

in der alpinen Region konnten die LRT der Heiden und Gebüsche, der Felsen und Schutthalden und fast alle Wälder als günstig bewertet werden. Kritisch ist aber auch in den Alpen die Situation der meisten Grünland-LRT.


Für diese Übersicht wurden Lebensraumtypen-Gruppen nach Formationen gebildet. In den Formationen finden sich folgende Lebensraumtypen wieder (angegeben sind die EU-Codes der Lebensraumtypen):


  • Meere und Küsten: LRT-Gruppen 1xxx (ohne 1340), 2xxx (ohne 2180 und 23xx)
  • Binnengewässer: LRT-Gruppe 3xxx
  • Felsen und Schutthalden: LRT-Gruppe 8xxx, ohne 8340
  • Gletscher: nur LRT 8340
  • Grünland: LRT-Gruppe 6xxx, inkl. 2330
  • Heiden und Gebüsche: 2310, 2320, LRT-Gruppen 4xxx, 5xxx
  • Moore, Sümpfe und Quellen: LRT-Gruppe 7xxx inkl. 1340
  • Wälder: LRT-Gruppe 9xxx, inkl. 2180

Übersicht über die Gesamttrends der Erhaltungszustände

Zusätzlich zu den Erhaltungszuständen wurden im FFH-Bericht 2019 Gesamttrends angegeben, die die Entwicklung der Erhaltungszustände der Schutzgüter angeben. Die Gesamttrends werden aus den Kurzzeittrends der Einzelparameter direkt abgeleitet. Damit werden Entwicklungen der Lebensraumtypen und Arten aufgezeigt, bevor es zu einer Veränderung des Erhaltungszustands kommt.

Bewertung des Gesamttrends der Lebensraumtypen (links) und der Arten ohne Sammelartengruppen (rechts) aller drei biogeografischer Regionen. Anzahl bewerteter Lebensraumtypen: 195, Arten: 365 (je nach Vorkommen kann ein Schutzgut in bis zu drei Regionen vorkommen und dann ggf. mehrfach bewertet wurden).

Bewertung des Gesamttrends der Lebensraumtypen (links) und der Arten ohne Sammelartengruppen (rechts) aller drei biogeografischer Regionen. Anzahl bewerteter Lebensraumtypen: 195, Arten: 365 (je nach Vorkommen kann ein Schutzgut in bis zu drei Regionen vorkommen und wird dann ggf. mehrfach bewertet).
Die Gesamttrends der Lebnesraumtypen sind überwiegend mit je 40% stabil oder sich verschlechertend.  Bei den Arten überwiegt der staible Gesamttend (38%) leicht vor dem sich verschlechternden (34%). Bei den Lebensraumtypen wie auch bei den Arten ist ein sich verbesserender Trend mit maximal 14% angegeben worden.

Übersicht über Zahlenangabe und Status erstmals im FFH­ Bericht enthaltener Arten und Lebensraumtypen

Im nationalen Bericht 2019 wurden die Erhaltungszustände von 93 Lebensraumtypen und 195 Arten sowie 4 Artengruppen bewertet. Darunter befinden sich sieben Arten die im Vergleich zum Bericht 2013 in mindestens einer biogeografischen Region neu bzw. wiedergefunden worden sind. Eine Art wurde in der alpinen Region 2007 und 2013 irrtümlich berichtet und wird in diesem Bericht nicht mehr bewertet. Zudem wurden vier Coregonus-Arten, die 2013 separat bewertet wurden, dem Coregonus-lavaretus Formenkreis zugeordnet.

Deutscher ArtnameWissenschaftlicher ArtnameRegionErläuterung
ScharlachkäferCucujus cinnaberinusATLIn Berichtsperiode 2013-2018 wurde die Nachweismethode verbessert (Larvensuche) und es gibt Hinweise auf eine Ausbreitung
SandfelchenCoregonus arenicolusKON2013 separat bewertet. Wurde dem Coregonus lavaretus-Formenkreis zugeordnet. Erweiterung der Artengruppe aufgrund schlechter Datenlage in anderen EU-Ländern.
GangfischCoregonus macrophtalmusKON2013 separat bewertet. Wurde dem Coregonus lavaretus-Formenkreis zugeordnet. Erweiterung der Artengruppe aufgrund schlechter Datenlage in anderen EU-Ländern.
„Ostsee-Schnäpel“Coregonus marena“KON2013 separat bewertet. Wurde dem Coregonus lavaretus-Formenkreis zugeordnet. Erweiterung der Artengruppe aufgrund schlechter Datenlage in anderen EU-Ländern.
BlaufelchenCoregonus wartmanniKON2013 separat bewertet. Wurde dem Coregonus lavaretus-Formenkreis zugeordnet. Erweiterung der Artengruppe aufgrund schlechter Datenlage in anderen EU-Ländern.
BitterlingRhodeus amarusALPDie Art wurde in den vorherigen Berichten irrtümlich bewertet.
StromgründlingRomanogobio belingiATLErstmals berichtet aufgrund verbesserter Kenntnisse.
Regensburger GelblingColias myrmidoneKONStatus „Species extinct after entry into force of the Habitats Directive”. Reduzierter Bericht durch RL vorgegeben.
Goldener ScheckenfalterEuphydryas auriniaATLWiederansiedlungsprojekt der Art im Rahmen eines LIFE- Projektes. Reduzierter Bericht.
WisentBison bonasusKONWiederansiedlungsprojekt der Art während der Berichtsperiode. Reduzierter Bericht.
AlpenfledermausHypsugo saviiKONverbesserte Kenntnisse
Europäischer NerzMustela lutreolaATLWiederansiedlungsprojekt der Art während der Berichtsperiode. Reduzierter Bericht.

Bei den Lebensraumtypen kam im Bericht 2019 erstmals die Bewertung der Typen 3190 „Gipskarstseen auf gipshaltigem Untergrund“ und 8220 „Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation“ in der atlantischen Region und der Typ 9430 „Montaner und subalpiner Pinus uncinata-Wald(* wenn auf Gips- oder Kalksubstrat), d.h. der Berg-Kiefernwälder auf mineralischen Böden in der alpinen Region hinzu.

Letzte Änderung: 03.09.2019

 Artikel drucken