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Anisus vorticulus (Troschel, 1834)


Zierliche Tellerschnecke

etwa 4mm breite Art aus der Familie der Tellerschnecken

EU-Code: 4056, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 1 (2011)


Verbreitung

Die Art ist v. a. in Mittel- und Osteuropa verbreitet. In Deutschland liegen aktuelle Lebendnachweise fast nur aus dem Norden bzw. Nordosten (Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein)sowie dem Süden (Baden-Württemberg, Bayern) vor. Die Art bewohnt pflanzenreiche, meist kalkreiche, klare Stillgewässer und Gräben.


Fortpflanzung/Biologie

Die Art ist zwittrig und es tritt sowohl wechselseitige, als auch Selbstbefruchtung auf. Meist werden bis zu 10 Eier gelegt, die sich in weniger als 2 Wochen entwickeln. Die Schnecke ernährt sich von abgestorbenem Feinmaterial, lebenden Algen und abgestorbenen höheren Pflanzen. Sie lebt meist etwa 1 Jahr.


Gefährdung

Hauptgefährdungsursache ist das Austrocknen der Wohngewässer durch Eingriffe in das Gewässer selbst, durch Trockenlegungen und Grundwasserabsenkungen im Umfeld, aber auch durch Verlandung der Gewässer. Auf letzteres kann die Nährstoffanreicherung durch Einträge aus der Landwirtschaft oder anderen Quellen deutlich beschleunigenden Einfluss haben.


Schutz

Neben dem Erhalt der Wohngewässer sind die wichtigsten Schutzziele der Erhalt oder die Verbesserung der Wasserqualität, die Extensivierung der Nutzung und der Erhalt bzw. die Wiederherstellung von günstigen Wasserverhältnissen im Umfeld.


Literaturhinweis

verändert nach:
Colling, M. und Schröder, E. (2006): Anisus vorticulus (Troschel, 1834). In: Petersen, B. und Ellwanger, G. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 3: Arten der EU-Osterweiterung. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(3): 155-163.

Letzte Änderung: 06.06.2019

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