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Bundesamt für Naturschutz

Chinesisch-deutscher Workshop zu Biodiversität und Klimamonitoring

Internationale Zusammenarbeit
Monitoring
02.01.2026
Bonn
Die Rolle der Umwelt- und Erdbeobachtung für das integrierte Monitoring von Biodiversität und Klima stand im Mittelpunkt eines internationalen Workshops, der Anfang Dezember in Bonn stattfand. Expert*innen aus China, Deutschland und der EU kamen auf Einladung des Bundesamtes für Naturschutz und der Chinesischen Akademie für Umweltwissenschaften (CRAES) zusammen. Die Veranstaltung knüpfte an die langjährige Partnerschaft zwischen beiden Organisationen an.
Teilnehmende des chinesisch-deutschen Workshops
Teilnehmende des chinesisch-deutschen Workshops

Im Fokus der Diskussionen standen die komplexen Wechselwirkungen in Ökosystemen und die Notwendigkeit, relevante Umweltparameter gemeinsam zu erfassen, um politische Entscheidungsträger fundiert zu informieren und zu beraten. Die Teilnehmenden analysierten insbesondere, wie Umwelt- und Erdbeobachtungssysteme zur integrierten Überwachung von Biodiversität und Klima in China, Deutschland und auf EU-Ebene beitragen können. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf technologischen Innovationen, darunter künstliche Intelligenz und DNA-basierte Methoden. Diese könnten eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung in verschiedenen Bereichen, darunter auch Biodiversität und Klima, unterstützen. Die Teilnehmenden stellten zwar fest, dass Technologie ein wichtiger Faktor ist, betonten jedoch auch, dass weiterhin Referenzdaten aus der Praxis benötigt werden. Hervorgehoben wurden zudem die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit und Koordination zwischen Sektoren, Disziplinen und Ländern sowie der Austausch von Erfahrungen und Daten.

Beispiele aus dem Workshop zeigten zudem das bislang wenig ausgeschöpfte Potenzial von Citizen Science und der Einbindung relevanter Interessengruppen. „Monitoring ist nicht nur etwas für Wissenschaftler“, betonte ein Teilnehmer. Wiederholt wurde die entscheidende Rolle der Wissenschaftskommunikation hervorgehoben, insbesondere mit Blick darauf, die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt stärker in der Klimakommunikation zu verankern. Vielversprechende Beispiele zeigten neue KI-Tools, die entwickelt werden, um integrierte Monitoring-Daten besser verfügbar und nutzbar zu machen. 

Als zentrale Herausforderungen nannten die Teilnehmenden die sehr unterschiedlichen Zugänge zu neuen Tools und Daten sowie den großen Bedarf an Kapazitätsaufbau, Ressourcen und Standardisierung. Ohne diese bleibe eine integrierte Nutzung der Daten schwierig. Der Workshop machte deutlich, dass ein wirksamer Schutz der biologischen Vielfalt auf internationaler Zusammenarbeit, gemeinsamen Methoden und einer engen Verzahnung von Wissenschaft, Politik und Praxis beruht.

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