Internationales Forschungsprojekt zum Schutz von Schweinswalen
Das Forschungsprojekt „CUMBIAH“ geht einer Reihe vielfältiger Forschungsfragen nach. Dabei steht CUMBIAH für Conservation Union for Management of the Baltic Harbour Porpoise Populations and Their Habitat (Union für das Schutzmanagement der Schweinswalpopulationen in der Ostsee und ihrer Lebensräume). Gefördert wird das Projekt durch das Bundesumweltministerium aus Mitteln der Meeresnaturschutzkomponente nach dem Windenergie-auf-See-Gesetz.
Die Forschungsfragen, mit denen sich CUMBIAH befasst, sind vielfältig: Neueste Erhebungen und Berechnungen der Vorkommensdichte und Verbreitung werden ebenso ausgewertet wie Umwelt-DNA-Proben. Ein umfassendes Totfundmonitoring gibt Aufschluss über den allgemeinen Zustand der Schweinswale, wie Alter, Ernährungszustand, Geschlecht, Fortpflanzungsstatus, Krankheiten und Todesursachen. Darüber hinaus werden genetische Daten gewonnen, die Abschätzungen zu Populationsgrößen und -trends ermöglichen. In die Analysen werden darüber hinaus Informationen über Fischereiaktivität und -intensität und das damit verbundene Beifang-Risiko einbezogen. Auch Messungen von Unterwasserlärm werden ausgewertet, um im Vergleich zur Schweinswaldichte und -verbreitung besonders schützenswerte Gebiete zu identifizieren.
Hintergrund
Der Schweinswal ist die einzige heimische Walart in der Ostsee mit zwei getrennten Populationen. Die Population der zentralen Ostsee umfasst nur noch wenige hundert Individuen und ist akut vom Aussterben bedroht. Auch die Population der Beltsee ist rückläufig und deshalb von der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) als gefährdet gelistet. Beide Populationen sind von Menschen verursachten Bedrohungen ausgesetzt.