IPBES-Bericht zu Biodiversität und Wirtschaft
Der IPBES-Bericht führt aus, dass den Unternehmen bereits jetzt ausreichend Methoden, Kenntnisse und Daten zur Messung der Auswirkungen und Abhängigkeiten zur Verfügung stehen, auf deren Grundlage sie schon heute aktiv zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen können.
Bislang wird die Natur in unternehmerische und andere wirtschaftliche Entscheidungsprozesse jedoch vielfach nicht einbezogen, was entscheidend zu einem beispiellosen Verlust an biologischer Vielfalt beiträgt.
Nach Schätzungen des Berichts beliefen sich Finanzströme mit negativen Auswirkungen auf die Natur im Jahr 2023 auf 7,3 Billionen US-Dollar; davon zwei Drittel aus dem Privatsektor (4,9 Billionen US-Dollar) und ein Drittel für umweltschädliche Subventionen (circa 2,4 Billionen US-Dollar). Demgegenüber stehen lediglich 220 Milliarden US-Dollar an öffentlichen und privaten Finanzmitteln, die für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt eingesetzt werden.
Hintergrund
Der IPBES-Bericht zu Wirtschaft und Biodiversität verdeutlicht, dass der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Biodiversität eine Gemeinschaftsaufgabe vieler Akteure aus Politik, Wirtschaft, Finanzsektor und Zivilgesellschaft darstellt. Der Bericht ist das Ergebnis von fast drei Jahren Arbeit von 80 weltweit führenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Privatwirtschaft, darunter auch aus Deutschland, sowie von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften, insgesamt aus 35 Ländern.
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen. Er wurde 2012 gegründet. Aktuell sind 152 Staaten (inklusive Deutschland) Mitglied von IPBES. Die jährliche Sitzung der IPBES-Vollversammlung fand in diesem Jahr zum zwölften Mal, vom dritten bis achten Februar 2026 in Manchester, Vereinigtes Königreich statt.