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Bundesamt für Naturschutz

Welttag der Feuchtgebiete: 50 Jahre Ramsar-Konvention in Deutschland

Presse
Gebiete und Lebensräume
Internationale Zusammenarbeit
02.02.2026
Bonn
Feuchtgebiete sind für Mensch, Natur und Klima von entscheidender Bedeutung. Sie sind Hotspots der biologischen Vielfalt und bilden die Grundlage unserer Wasser- und Ernährungssicherheit. Anlässlich des Welttags der Feuchtgebiete blickt Deutschland in diesem Jahr auf ein besonderes Jubiläum: Vor 50 Jahren trat die Bundesrepublik der internationalen Feuchtgebietskonvention bei.
Der Damm am Stausee in Eglsee ist mit zahlreichen Blumen versehen.
Der Damm am Stausee in Eglsee ist mit zahlreichen Blumen versehen.

Feuchtgebiete helfen uns bei der Bewältigung der eng zusammenhängenden globalen Krisen des Klimawandels und Biodiversitätsverlusts. Gleichzeitig stärken sie die Widerstandsfähigkeit unter anderem gegen Wasserknappheit und deren Folgen.
Um auf die Bedeutung dieser Ökosysteme aufmerksam zu machen, wird jedes Jahr am 2. Februar der Welttag der Feuchtgebiete gefeiert. Das diesjährige Motto „Feuchtgebiete und traditionelles Wissen: Das kulturelle Erbe feiern“ betont die Bedeutung von Feuchtgebieten über ihren ökologischen Nutzen hinaus. So sind sie oftmals eng mit lokalen Bräuchen, Festen und Zugehörigkeiten verbunden. Über Jahrhunderte gewachsenes, lokales Wissen trägt maßgeblich zu ihrem Erhalt und Schutz bei, etwa in der Pflege von Streuwiesen oder in nachhaltigen Fischereipraktiken. Zusätzlich bieten beispielsweise historische Auen- und Deichlandschaften Schutz vor Überflutungen und fördern durch ihre nachhaltige Nutzung die lokale Wirtschaft.

Besonderes Jubiläum

Vor 50 Jahren trat die Bundesrepublik Deutschland der internationalen Ramsar-Konvention bei. Gemeinsam mit nunmehr 172 weiteren Vertragsstaaten hat sich Deutschland dazu verpflichtet, Feuchtgebiete zu schützen, wiederherzustellen und nachhaltig zu nutzen. Deutschland hat bisher 35 Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 869.000 Hektar (ca. das 1,6-fache der Fläche des Bodensees) als Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiete) ausgewiesen. Zu den Ramsar-Gebieten zählen vielfältige Ökosysteme wie der Chiemsee, das Wattenmeer oder auch Auen entlang der Elbe und des Rheins. Die "Rosenheimer Stammbeckenmoore" des bayerischen Alpenvorlandes stellen das jüngste deutsche Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung dar.

Anlässlich des Jubiläums wird eine BfN-Broschüre zur Vielfalt und Bedeutung der 35 Ramsar-Gebiete Deutschlands erstellt und Anfang März im Ramsar-Gebiet Rieselfelder Münster vorgestellt. Gleichzeitig eröffnet dort eine im Auftrag des BfN gestaltete Ramsar-Wanderausstellung, die in den kommenden Jahren bundesweit über die Bedeutung von Feuchtgebieten informieren wird. 

Auch international stärkt Deutschland den Wissenstransfer und die Zusammenarbeit: So veröffentlicht das BfN im Februar 2026 ein englischsprachiges und frei zugängliches Sonderband mit dem Titel „Wetlands in a changing climate – Restoring coasts and floodplains“, welches den europäischen Erfahrungsaustausch zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten bündelt.

Hintergrund

Seit 1970 sind weltweit 22% aller Feuchtgebiete verloren gegangen zugleich gingen 85% der Wirbeltierbestände zurück, die auf Süßwasser-Ökosysteme angewiesen sind. Treiber für den Verlust von Feuchtgebieten und ihrer biologischen Vielfalt sind unter anderem Trockenlegung und Landumwandlung, Entnahme von Wasser und anderen natürlichen Ressourcen, Infrastrukturentwicklung, Belastung durch Nähr- und Schadstoffe, die Ausbreitung invasiver Arten und die Folgen des Klimawandels. Um diesem Trend entgegenzuwirken wurde 1971 das Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, internationaler Bedeutung, in Ramsar (Iran) verabschiedet (Ramsar Konvention).

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