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Bundesamt für Naturschutz

Meeresschutzgebiete (HELCOM MPAs), Vertragsstaaten und Konventionsgebiet der Helsinki-Konvention

Karten und Daten
Schutzgebiete
Meere
International
Die Helsinki Kommission (HELCOM) hat 1994 ein ökologisch zusammenhängendes Netzwerk von Meeresschutzgebieten (HELCOM MPAs) für die Ostsee initiiert. Die Zahl der ausgewiesenen Schutzgebiete hat sich bis 2015 von ursprünglich 62 auf 174 erhöht, was knapp 12 Prozent der Konventionsgebietsfläche entspricht. Allerdings ist das Schutzgebietsnetz noch lückenhaft.
Karte Meeresschutzgebiete (HELCOM MPAs), Vertragsstaaten und Konventionsgebiet der Helsinki-Konvention
Stand der Fachdaten: 2016

Meeresschutzgebiete (HELCOM MPAs*) in den Vertragsstaaten der Helsinki-Konvention in 2015

 

Anzahl MPAs

Fläche MPAs**

MPA-Anteil an:

Hoheitsgewässer (Küstenmeer)

ausschließliche Wirtschaftszone

gesamt marin

 

Quadrat­ kilometer

Quadrat­ kilometer

Prozent

Quadrat­ kilometer

Prozent

Quadrat­ kilometer

Prozent

Dänemark

66

11.181

9.328

29

1.083

8

10.411

23

Deutschland

12

5.840

3.056

28

2.500

55

5.526

36

Estland

7

7.192

5.969

24

81

1

6.050

17

Finnland

33

6.523

5.957

11

82

0

6.039

8

Lettland

7

4.364

4.198

33

126

1

4.364

15

Litauen

6

1.393

1.005

44

0

0

1.005

15

Polen

9

8.052

5.711

57

1.650

8

7.361

25

Russland

6

1.435

977

6

0

0

977

4

Schweden

28

8.387

4.626

6

2.749

4

7.375

5

 

Gesamt

 

Quelle: HELCOM 2013 verändert und ergänzt um HELCOM Secretariat 2016; Darstellung verändert; Stand der Daten: 03.2016 * vormals Baltic Sea Protected Areas ** beinhaltet auch terrestrische Küstenabschnitte einzelner MPAs;  Ausführliche Quellen: OSPAR (2015): OSPAR MPA Database. Abrufbar unter: http://mpa.ospar.org/home_ospar (aufgerufen am: 15.03.2016). Nordheim, H. v.; Boedeker, D.; Packeiser, T. und Ranft, S. (2011): Netzwerke von Meeresschutzgebieten im Nordostatlantik und in der Ostsee – Ziele für 2010 erreicht? In: Natur und Landschaft 86, 9. S. 388–396.

2015

174

54.367

40.827

17,0

8.271

4,6

49.108

11,9

2010

159

48.784

34.779

14,7

8.044

4,6

42.823

10,3

2007

78

26.448

19.443

8,2

2.678

1,5

22.121

5,3

 

Netzwerk der HELCOM-Meeresschutzgebiete in der Ostsee weist trotz Vergrößerung noch Lücken auf

In der Helsinki-Konvention von 1992 über den Schutz der Meeresumwelt der Ostsee wurden für alle neun Ostsee-Anrainerstaaten konkrete Zielvorgaben für den Naturschutz und die biologische Vielfalt vereinbart. Die Errichtung eines ökologisch kohärenten (zusammenhängenden) Netzwerkes von Meeresschutzgebieten (HELCOM MPAs) ist dabei eine prioritäre Naturschutzmaßnahme. In 2010, dem internationalen Jahr der Biodiversität, konnte HELCOM darauf verweisen, dass die Ostsee als erste Meeresregion unter anderem das internationale naturschutzpolitische Ziel des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) und des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung (World Summiton Sustainable Development, WSSD), bis 2012 zumindest 10 Prozent aller Ökoregionen der Welt effektiv zu schützen, anteilig erreicht hatte.

Insgesamt wurden bislang 174 HELCOM-Meeresschutzgebiete ausgewiesen (gegenüber 78 in 2007 und 62 in 1994). Diese umfassen eine Gesamtfläche von 54.367 Quadratkilometern und somit 11,9 Prozent des Konventionsgebietes. Diese Meeresschutzgebiete erstrecken sich auf 17,0 Prozent der Küstenmeere und 4,6 Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ, 12 bis maximal 200 Seemeilen vor der Küste). Deutschland hat 12 HELCOM - Meeresschutzgebiete mit einer Fläche von 5.840 Quadratkilometern ausgewiesen.

Netzwerk der Meeresschutzgebiete zeigt noch Lücken

Der Anteil an HELCOM-Meeresschutzgebieten variiert in den unterschiedlichen Regionen der Ostsee sehr stark. Angesichts der zum Teil erheblichen räumlichen Distanzen zwischen den Gebieten ist deren Kohärenz noch nicht gewährleistet. Die ungleiche geografische Verteilung der HELCOM- Meeresschutzgebiete hat zur Folge, dass besonders küstenferne Meeresgebiete, aber auch bestimmte biogeografische Teilregionen der Ostsee noch nicht angemessen im Schutzgebietsnetzwerk repräsentiert sind.

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