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Beschlüsse der 18. CITES Vertragsstaatenkonferenz (August 2019) für den Holzbereich

Auf der 18. CITES-Vertragsstaatenkonferenz, die im August 2019 in Genf (Schweiz) stattfand, wurden weitere Baumarten in den Anhang II des Übereinkommens aufgenommen sowie für bereits geschützte Baumarten Änderungen in den Anmerkungen (Annotation) vorgenommen. Die Listungsänderungen und sonstigen Beschlüsse treten 90 Tage nach Verabschiedung am 26.11.2019 völkerrechtlich in Kraft.Für die Europäische Union erlangen diese Änderungen erst mit Veröffentlichung der geänderten Anhänge der VO(EG) 338/97 Rechtskraft. Das Datum kann noch nicht angegeben werden. Bis dahin gilt der gegenwärtige Rechtsstand unverändert weiter.

Folgende Holzarten wurden in den CITES Anhang II aufgenommen bzw. von Anhang III CITES in den Anhang II CITES hochgestuft:

  • Cedrela spp. (Cedro, Cedars) Aufnahme der gesamten Gattung (alle Arten) in Anhang II CITES bzw. Hochstufung folgender Cedrela-Arten von Anhang III CITES in Anhang II CITES: Cedrela odorata, Cedrela lilloi, Cedrela fissilis. Diese Listung ist auf die Populationen der Neotropen (Mittel-und Südamerika und Karibik) beschränkt. Die außerhalb der Neotropen auf Plantagen vermehrten Bäume unterliegen keinen CITES-Bestimmungen. Der Schutzstatus ist mit folgender Anmerkung (Annotation) verbunden:#6: Bezeichnet Stämme oder Holzblöcke, Schnittholz, Furnierblätter und Sperrholz. Die genannte Listung tritt im Gegensatz zu allen anderen Beschlüssen der 18. CITES-Vertragsstaatenkonferenz erst nach 12 Monaten völkerrechtlich in Kraft. Damit wird gewährleistet, dass den Behörden und betroffenen Betrieben/Händlern genügend Vorbereitungszeit für die Umsetzung zur Verfügung steht. Bis zum Inkrafttreten dieser Gattungslistung gelten die Bestimmungen für die gegenwärtig in Anhang C und D der VO(EG) 338/97 aufgeführten Cedrela-Arten unverändert weiter. Diese Arten können Sie aus unserer aktuellen Liste der geschützten Baumarten entnehmen.

  • Pterocarpus tinctorius (African padauk, mukula) Aufnahme in Anhang II CITES. Der Schutzstatus ist mit folgender Anmerkung (Annotation) verbunden:#6: Bezeichnet Stämme oder Holzblöcke, Schnittholz, Furnierblätter und Sperrholz.

  • Widdringtonia whytei (Mulanje Cedar) Aufnahme in Anhang II CITES ohne Anmerkung (Annotation).

Folgende Änderungen zu den Anmerkungen (Annotation) für Holzarten wurden beschlossen:

  • Pericopsis elata (Afrormosia) Änderung der Fußnote von #5 in #17: "Bezeichnet Stämme oder Holzblöcke, Schnittholz, Furnierblätter, Sperrholz und  verarbeitetes Holz". Der neue Begriff "verarbeitetes Holz" ("transformed wood") ist folgendermaßen definiert: Holz (einschließlich Leisten, Friese für Parkett, nicht montiert), durchgehend geformt (gefedert, genutet, v-förmig verbunden, geperlt oder dergleichen) entlang von Kanten oder Flächen, auch gehobelt, geschliffen oder stirnseitig verbunden (HS-Code-Zolltarifnummer 44.09)

  • Dalbergia spp. (Palisander Anhang II CITES), Guibourtia tessmannii (Bubinga), Guibourtia pellegriniana (Bubinga), Guibourtia demeusei (Bubinga);
    Änderung der Fußnote #15, die jetzt folgenden Wortlaut hat (die mit der Listung verabschiedeten Definitionen der aufgeführten Begriffe sind direkt im Text der Anmerkung sowie am rechten Rand über die Links erreichbar) :

"Bezeichnet alle Teile und Erzeugnisse, ausgenommen
a) Blätter, Blüten, Pollen, Früchte und Samen;
b) Fertigprodukte bis zu einem maximalen Gewicht von 10 kg Holz der geschützten Holzarten pro Sendung;
c) Fertige Musikinstrumente, fertige Musikinstrumententeile und fertiges Musikinstrumentenzubehör;
d) unter Anmerkung #4 fallende Teile und Erzeugnisse von Dalbergia cochhinchinensis;
e) unter Anmerkung #6 fallende Teile und Erzeugnisse von Dalbergia spp. mit Ursprung in Mexiko, die aus Mexiko ausgeführt werden."

Wichtige Hinweise

Die Ausnahmen für die in der neuen Anmerkung #15 aufgeführten Warengruppen "Fertigprodukte bis maximal 10 kg pro Sendung", "Fertige Musikinstrumente", "Fertige Musikinstrumententeile" und "Fertiges Musikinstrumentenzubehör" gelten nur dann, wenn sie aus Holz von Arten der Gattung Dalbergia spp. Anhang II CITES/Anhang B VO(EG) 338/97 oder aus Holz der drei Bubinga-Arten Guibourtia tessmannii, Guibourtia pellegriniana oder Guibourtia demeusei hergestellt wurden. Wenn Teile aus Materialien anderer geschützter Tier- oder Pflanzenarten verbaut wurden, gelten die entsprechenden artenschutzrechtlichen Genehmigungs- und Nachweispflichten für die Einfuhr, den Handel innerhalb der EU und die Wiederausfuhr. 

Bitte beachten Sie auch, dass gemäß Anmerkung #15 Buchstabe d) die Art Dalbergia cochinchinensis weiterhin der Anmerkung #4 unterliegt. Das bedeutet, dass alle Teile und Erzeugnisse aus Holz dieser Art ohne Ausnahme CITES-genehmigungspflichtig bleiben.

Bis zum Inkrafttreten der Änderung der Anmerkung #15 gelten die Bestimmungen für die Einfuhr, den Handel innerhalb der EU und die Wiederausfuhr, die sich aus dem gegenwärtigen Wortlaut ergeben, unverändert weiter.

Änderung der Taxonomie

  • Die Art Caesalpinia echinata wird einer anderen Gattung zugeordnet und ab Inkrafttreten der Beschlüsse der 18. CITES-Vertragsstaatenkonferenz als Paubrasilia echinata geführt. Der Schutzstatus CITES Anhang II/EU Anhang B sowie die Anmerkung #10 bleiben bestehen.


Beantragung von Genehmigungen

Ausführliche Informationen zu den Genehmigungspflichten und zum Antragsverfahren finden Sie auf unseren Seiten  Einfuhr von Holz geschützter Baumarten und Wiederausfuhr von Holz geschützter Baumarten

Definitionen zur Anmerkung # 15

Letzte Änderung: 02.09.2019

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