Bundesamt für Naturschutz

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Wisente im Rothaargebirge

Förderschwerpunkt:

Artenvielfalt bewahren: Wiedereinbürgerung und Schutz hochgradig gefährdeter Tiere und Pflanzen


Ort:

Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen


Laufzeit:

09/2005 - 07/2006 (Voruntersuchung)

10/2009 - 09/2013 (Hauptvorhaben)

11/2009 - 09/2015 (Wissenschaftliche Begleitung)


Kurzbeschreibung:

Hauptziel des E+E-Vorhabens war die Etablierung einer halbwild lebenden Wisent­gruppe auf einer ca. 4.300 ha großen Fläche im Rothaargebirge (Landkreis Siegen-Wittgenstein, NRW). Die Zielgröße der Wisent­gruppe wurde dabei vor dem Hintergrund der Tragfähigkeit des Gebietes auf 20-25 Tiere geschätzt.

Mit dem Projekt soll ein aktiver Beitrag zur Erhaltung des europäischen Flachlandwisents geleistet werden, der über die Zuchtbemühungen in zoologischen Einrichtungen deutlich hinausgeht. Durch den Wisent soll zudem das Artenspektrum an einheimischen Großherbivoren weiter vervollständigt werden und die ökologische Nische des Gras- und Raufutterfressers, die derzeit unbesetzt ist, wieder belegt werden. Im Rahmen der Wissenschaftlichen Begleitung wurden projektbegleitende Untersuchungen zum Verhalten, zur Habitatnutzung und zur Ökologie des Wisents sowie zu den Auswirkungen des Wisents auf die Waldentwicklung – auch unter forstökonomischen Gesichtspunkten – durchgeführt.

Da etwa die Hälfte der Projektfläche auf das Natura 2000-Gebiet „Schanze“ entfällt, galt es zudem, die Bedeutung des Wisents für die Erhaltung bzw. Entwicklungs­richtung dieses Gebietes zu klären.

Im Rahmen der Akzeptanzbildung in der Region sollte weiterhin demonstriert werden, dass selbst im dicht besiedelten Deutschland für ehemals heimische Großsäugetiere bei geeignetem Ma­nage­ment eine Lebensgrundlage geschaffen werden kann und dass sich menschliche Nutzungs­interessen mit den Lebensansprüchen der Tiere vereinen lassen. Darüber hinaus sollte die „Ökonomie“ des Projektes auch unter dem Aspekt einer touristischen Vermarktung für die Region analysiert werden. Entsprechende Untersuchungen zur den sozioökonomischen Auswirkungen eines solchen Projektes waren daher ebenfalls Bestandteil der Wissenschaftlichen Begleitung.

Durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit sollten die Besucher des Rothaargebirges über die Biologie und Geschichte des Wisents, die Projektziele sowie die Rolle des Wisents im Ökosystem und die damit verbundenen natürlichen Prozesse informiert werden. Darüber hinaus dient ein Schaugehege (welches nicht Bestandteil des E+E-Vorhabens ist) und ein Informationsstand der Besu­cher­lenkung und der Werbung für das Projekt.

Die wichtigsten Ergebnisse des E+E-Vorhaben wurden als Band 133 der BfN-Schriftenreihe Naturschutz und Biologische Vielfalt und als BfN-Skript 441 publiziert.


Projektträger:

Taurus Naturentwicklung e.V. (Voruntersuchung)
Lindenhöhe 16
07749 Jena

Wisent–Wildnis–Wittgenstein e.V. (Hauptvorhaben und wiss. Begleitung)
Poststr. 42
57319 Bad Berleburg


Fachbetreuer im BfN:

Dr. Peter Finck, FG II 2.1


Projektförderer:

Bundesamt für Naturschutz, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Wisent-Wildnis-Wittgenstein e.V., Zoologische Gesellschaft Frankfurt, Taurus Naturentwicklung e.V., Deutsche Umwelthilfe, Large Herbivore Foundation, HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung


Finanzvolumen:

1.879 TEuro


Weitere Informationen:

... mehr im Internet (Wisente im Rothaargebirge)

TILLMANN, J.E., FINCK, P. & RIECKEN, U. (2013): Wisente im Rothaargebirge. Naturschutz und Biologische Vielfalt 133, 235 S. Euro 20,00. ISBN 978-3-7843-4033-3 (direkt bestellen beim
 Landwirtschaftsverlag)


Letzte Änderung: 20.07.2017

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