Bundesamt für Naturschutz

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Gesellschaft

Akzeptanz landschaftsverändernder Maßnahmen zur Erzeugung erneuerbarer Energien

Die Bevölkerung akzeptiert Landschaftsveränderungen durch die Energiewende nur zum Teil

Die Umsetzung der Energiewende geht mit Landschaftsveränderungen einher. Die verschiedenen Maßnahmen zur Erzeugung erneuerbarer Energie treffen in der Bevölkerung auf unterschiedliche Akzeptanz: Windenergieanlagen finden beispielsweise mehr Zustimmung als der Anbau von Energiepflanzen. Das ist das Resümee der Naturbewusstseinsstudie 2015 durch das BMUB und das BfN.


Eine Umfrage im Rahmen der Naturbewusstseinsstudie 2015 zeigt: Der Ausbau von Offshore-Windanlagen erfährt Unterstützung (38 Prozent) oder zumindest Akzeptanz (42 Prozent) in der Bevölkerung. Nur 12 Prozent der Befragten äußern Nichtgefallen und 6 Prozent sind dagegen. Im Vergleich zur Studie 2013 gab es nur geringfügige Veränderungen, gegenüber 2011 ist die volle Unterstützung allerdings von 47 Prozent um 9 Prozentpunkte gesunken. Flächensolaranlagen auf dem Land unterstützen 29 Prozent und weitere 49 Prozent akzeptieren den Ausbau. 16 Prozent finden diesen nicht gut und 5 Prozent sind dagegen. Der Windenergieausbau auf dem Land wird von 28 Prozent unterstützt und von 46 Prozent akzeptiert; 19 Prozent finden ihn nicht gut, 6 Prozent sind dagegen. In der Vorgängerstudie waren es 26 Prozent, welche die mögliche Zunahme von Windenergieanlagen auf dem Land positiv beurteilten.

Die Bevölkerung hat Vorbehalte gegenüber dem Anbau von Energiepflanzen

Die Ausweitung von Flächen für Energiepflanzen (Raps, Mais) wird zwar immer noch von einer Mehrheit unterstützt oder akzeptiert, aber mit insgesamt 31 Prozent (Raps) oder 36 Prozent (Mais) der Bevölkerung, die ein Nichtgefallen oder Ablehnung äußern, kommt hier schon ein recht deutlicher Vorbehalt zum Ausdruck. Dieser geht womöglich auch auf die in den vergangenen Jahren verstärkte öffentliche Diskussion um „Tank oder Teller“(das heißt um den Konflikt, der sich aus der Nutzung von Nahrungs- und Futtermitteln für die Energiegewinnung ergibt) sowie auf den flächendeckenden Anbau von Mais zurück.

Befragte sehen den Ausbau von Hochspannungsleitungen und Holzeinschlag zur Energiegewinnung kritisch

Beim Ausbau von Hochspannungsleitungen überwiegen die Vorbehalte der Befragten (insgesamt 63 Prozent) gegenüber einer positiveren Einstellung (insgesamt 37 Prozent) deutlich. Ein vermehrter Holzeinschlag in deutschen Wäldern zur Deckung des Energiebedarfs wird nur von einer Minderheit gut gefunden oder akzeptiert (26 Prozent; 2013: 31 Prozent), während eine klare Mehrheit (72 Prozent; 2013: 65 Prozent) dem gegenüber negativ eingestellt ist.

Weiterführende Infos

Informationen zum Naturbewusstsein (BfN-Themenseite)

Naturbewusstseinsstudie 2015 (BfN)