Bundesamt für Naturschutz

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Lebensräume (Biotope)

Erhaltungszustand der marinen Lebensraumtypen in der deutschen Nordsee

Die Hälfte der FFH-Lebensraumtypen in der deutschen Nordsee befindet sich in einem schlechten Erhaltungszustand

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union schützt Lebensraumtypen von gemeinschaftlicher Bedeutung. Ihr Schutz zielt darauf ab, dass diese Lebensraumtypen einen günstigen Erhaltungszustand erreichen. Von den sechs in der deutschen Nordsee vorkommenden marinen Lebensraumtypen aus Anhang I FFH-Richtlinie befindet sich die Hälfte in einem schlechten Erhaltungszustand, nur das Watt schneidet bei der Bewertung des Zustands gut ab.


In der deutschen Nordsee kommen sechs marine Lebensraumtypen gemäß Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) vor. Für die Berichtsperiode 2007 bis 2012 weist der Nationale FFH-Bericht 2013 nur für das Watt einen günstigen Erhaltungszustand auf. Mit Sandbänken, Ästuarien und Riffen befindet sich die Hälfte der marinen FFH-Lebensraumtypen in einem schlechten Erhaltungszustand. Für Meeresarme und -buchten konnte aufgrund unzureichender Datenlage keine Bewertung vorgenommen werden.

Datenlücken bei Lagunen und Riffen

Für Lagunen und Riffe haben sich Veränderungen in der Bewertung des Erhaltungszustands gegenüber dem Nationalen FFH-Bericht 2007 (Berichtsperiode 2001 bis 2006) ergeben. Diese stellen aber keine tatsächliche Verbesserung beziehungsweise Verschlechterung dar, sondern resultieren bei den Lagunen aus weniger guten oder fehlenden Daten und sind bei den Riffen methodisch bedingt. Insbesondere bei Lagunen sind in Zukunft verstärkte Anstrengungen erforderlich, die bestehenden Wissensdefizite abzubauen. Die in einem schlechten Erhaltungszustand befindlichen Sandbänke wurden im Nationalen FFH-Bericht 2013 erstmals bewertet.