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Bundesamt für Naturschutz

Biotoptypengruppen und Anzahl von Biotoptypen in Deutschland

Karten und Daten
Gebiete und Lebensräume
Deutschland ist reich an Lebensräumen. Deutschland weist eine besonders große Vielfalt an Lebensräumen (Biotopen) mit typischen Lebensgemeinschaften an Tieren, Pflanzen und Pilzen auf. Dies liegt an seiner geographischen Lage, der naturräumlichen Gegebenheiten und der regionalen Vielgestaltigkeit der Landnutzungstraditionen.

Biotoptypengruppen und Anzahl von Biotoptypen in Deutschland

Quelle: Finck et al. 2017; Darstellung verändert; Stand der Daten: 12.2016; Ausführliche Quelle: Finck, P.; Heinze, S.; Riecken, U.; Raths, U.; Ssymank, A. (2017): Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands. Dritte fortgeschriebene Fassung 2017. Naturschutz und Biologische Vielfalt 156. Münster.
Code
Biotopgruppe
Anzahl Biotoptypen
I Biotoptypengruppen der Meere und Küsten    
1 Pelagial der Nordsee 2
2 Benthal der Nordsee 129
3 Saisonales Meereis der Nordsee 1
4 Pelagial der Ostsee 4
5 Benthal der Ostsee 141
6 Saisonales Meereis der Ostsee 1
7 Salzgrünland der Nordseeküste (Supralitoral) 11
8 Salzgrünland, Brackwasserröhrichte und -Hochstaudenfluren des Geolitorals der Ostseeküste 9
9 Sände, Sand-, Geröll- und Blockstrände 16
10 Küstendünen 16
11 Fels- und Steilküsten 6
II Biotoptypengruppen der Binnengewässer    
21 Grundwasser und Höhlengewässer 6
22 Quellen (inklusive Quellabfluss (Krenal)) 13
23 Fließende Gewässer 46
24 Stehende Gewässer 58
III Terrestrische und semiterrestrische Biotoptypengruppen des Binnenlandes    
31 Höhlen (einschließlich Stollen, Brunnenschächte etc.) 6
32 Felsen, Block- und Schutthalden, Geröllfelder, offene Bereiche mit sandigem oder bindigem Substrat 37
33 Äcker und Ackerbrachen 20
34 Trockenrasen sowie Grünland trockener bis frischer Standorte 52
35 Waldfreie Niedermoore und Sümpfe, Grünland nasser bis feuchter Standorte 23
36 Hoch-, Zwischen- und Übergangsmoore 15
37 Großseggenriede 4
38 Röhrichte (ohne Brackwasserröhrichte) 8
39 Wald- und Ufersäume, Staudenfluren 27
40 Zwergstrauchheiden 10
41 Feldgehölze, Gebüsche, Hecken und Gehölzkulturen 48
42 Waldmäntel und Vorwälder, spezielle Waldnutzungsformen 18
43 Laub(Misch)Wälder und -Forste (Laubbaumanteil über 50 Prozent) 49
44 Nadel(Misch)Wälder und -Forste 36
IV „Technische“ Biotoptypengruppen    
51 Kleine, unbefestigte Freiflächen des besiedelten Bereiches 8
52 Verkehrsanlagen und Plätze 21
53 Bauwerke 37
54 Deponien und Rieselfelder 9
V Biotoptypengruppen mit Schwerpunkt in den Alpen    
60 Gewässer der subalpinen bis alpinen Stufe 8
61 Firn, permanente Schneefelder und Gletscher 2
62 Felsen der subalpinen bis nivalen Stufe 4
63 Steinschutthalden und Schotterflächen der subalpinen bis alpinen Stufe 4
64 Schneeböden, Schneetälchen 3
65 Moore der subalpinen bis alpinen Stufe 2
66 Gebirgsrasen (subalpine bis alpine Stufe) 9
67 Stauden- und Lägerfluren der hochmontanen bis alpinen Stufe 4
68 Zwergstrauchheiden der subalpinen bis alpinen Stufe 2
69 Gebüsche der hochmontanen bis subalpinen Stufe 9
70 Subalpine Wälder 4
  Gesamt 938
  ohne „Technische“ Biotope 863

 

Deutschland ist reich an Lebensräumen

Trotz ihrer Vielgestaltigkeit lassen sich diese Biotope infolge ihrer weitgehend einheitlichen, voneinander abgrenzbaren Beschaffenheit, ihrer ökologischen Bedingungen und ihrer charakteristischen Lebensgemeinschaften in unterschiedliche Typen abgrenzen. Die Typisierung berücksichtigt dabei sowohl abiotische (zum Beispiel Nährstoffsituation, Feuchtegrad) als auch biotische Merkmale (zum Beispiel Vorkommen bestimmter Vegetationstypen und -strukturen, Tierartengemeinschaften). Darüber hinaus spielt der Grad der Natürlichkeit eine Rolle.

Natürliche wie auch durch menschliche Nutzung entstandene halbnatürliche Biotoptypen sind wichtig für die biologische Vielfalt

Natürliche und naturnahe Biotoptypen finden sich in allen Regionen Deutschlands: Von den Meeren und Küsten von Nord- und Ostsee über naturnahe Wälder, Moore und Binnengewässer bis hin zu den Gebirgsbiotoptypen der Alpen. Darüber hinaus spielen aber auch viele, durch menschliche Nutzung entstandene halbnatürliche Biotoptypen wie zum Beispiel Feuchtgrünländer, trockene Magerrasen, Zwergstrauchheiden, Hecken und Feldgehölze eine große Rolle für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Die Mehrzahl der Biotoptypen wird dabei in ihrer konkreten Ausprägung durch die vorherrschenden menschlichen Landnutzungen (vor allem Land- und Forstwirtschaft) und anthropogene Beeinträchtigungen (zum Beispiel Nährstoff- und Schadstoffeinträge) beeinflusst.

Nach einer bundesweit einheitlichen Klassifizierung werden in Deutschland insgesamt 863 Biotoptypen (ohne die 75 „Technischen Biotoptypen“ wie zum Beispiel Straßen, Gebäude) unterschieden. Diese Biotoptypen wiederum lassen sich in Biotoptypengruppen zusammenfassen.

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