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Bundesamt für Naturschutz

Nationalparke in Deutschland

Gebiete und Lebensräume
Karten und Daten
Die deutschen Nationalparke spiegeln die Vielfalt an Landschaften in Deutschland wider. Obwohl sich die Zahl der Nationalparke erhöht hat, ist ihr Anteil an der terrestrischen Landesfläche im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich.
Nationalparke in Deutschland
Stand der Fachdaten: 2020

Anzahl, Fläche und Lebensräume der Nationalparke in Deutschland

Quelle: Bundesamt für Naturschutz 2020 nach Daten der Schutzgebiete und Länder; Stand der Daten: 10.2020; Gesamtfläche mit Nord- und Ostseeflächen*: 1.050.442 Hektar Gesamtfläche ohne Nord- und Ostseeflächen*: 208.238 Hektar (circa 0,6 Prozent des Bundesgebietes); * betrifft nur den Wasseranteil, der nicht zur statistisch erfassten Landfläche gehört.
Nationalpark Gründungsjahr Gesamtfläche in Hektar vorrangig geschützte Lebensräume
Bayerischer Wald (Bayern 1970 24.850 Buchen-Bergmischwälder mit Tanne, Fichtenwälder der Hochlagen und Täler, Moore, Bergbäche, Blockhalden
Berchtesgaden (Bayern) 1978 20.804 Alpine Felsschuttfluren, Rasen-Gesellschaften und Latschen-Gebüsche, submontane bis subalpine Mischwälder, Almweiden, Seen
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (Schleswig-Holstein) 1985 441.500
davon circa 97,7 Prozent Wasserfläche *
Wattenmeer-Ökosysteme, Salzwiesen des Vorlandes, Sandbänke und Dünen
Niedersächsisches Wattenmeer (Niedersachsen) 1986 345.000
davon circa 93 Prozent Wasserfläche *
Wattenmeer-Ökosysteme, Salzwiesen und Dünen der Ostfriesischen Inseln
Hamburgisches Wattenmeer (Hamburg) 1990 13.750
davon circa 97,1 Prozent Wasserfläche *
Wattenmeer im Mündungsgebiet der Elbe mit starkem Gezeiten- und Brackwassereinfluss
Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern) 1990 3.070
davon circa 22 Prozent Wasserfläche *
Buchenwälder auf Kreidestandorten, Moore, Kreidesteilküste, küstennahe Ostsee
Harz (Sachsen-Anhalt/Niedersachsen) 1990/1994 24.732 Subalpine Matten, Hochlagen-Fichtenwälder, Bergmisch- und Buchenwälder, Moore, Bergwiesen, Blockhalden und Felsformationen, Fließgewässer
Sächsische Schweiz (Sachsen) 1990 9.350 Sandsteinfelsen, submontane wärme- und trockenheitsliebende Wälder, Schlucht- und Schatthangwälder
Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern) 1990 32.200 Kiefern- und Buchenwälder, Erlen- und Birkenbruch, Seen inkl. Röhrichte, Moore
Vorpommersche Boddenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern) 1990 78.600
davon circa 84 Prozent Wasserfläche *
Boddengewässer, Salzwiesen, Dünen und Röhrichte, Kiefern- und Buchen- wälder, Trockenrasen
Unteres Odertal (Brandenburg) 1995 10.323 Flussauenlandschaft, Altarme und-wasser, Ried- und Röhricht-bestände, Feuchtgrünland, Hangwälder, Steppenrasen
Hainich (Thüringen) 1997 7.513 Laubmisch- und Buchenwälder mittlerer und reicherer Standorte in unterschiedlichen Sukzessionsstadien
Eifel (Nordrhein-Westfalen) 2004 10.770 Atlantisch geprägte, bodensaure Buchenmischwälder (kollin bis submontan), Magerweiden, Felsen, Urftsee
Kellerwald-Edersee (Hessen) 2004 7.688 Submontane, bodensaure Buchenwälder, felsig-trockene Steilhänge, Eichen-Trockenwälder
Schwarzwald (Baden-Württemberg) 2014 10.062 Montane fichtenreiche Buchen-Tannen-Mischwälder, Hochheiden
Hunsrück-Hochwald (Rheinland-Pfalz/Saarland) 2015 10.230 Bodensaure Buchen- und Eichenwälder, Blockschutthalden und Hangmoore

 

Zahl der Nationalparke hat sich auf 16 erhöht 

Nationalparke nach § 24 Bundesnaturschutzgesetz sind Gebiete, die nicht oder nur wenig vom Menschen beeinflusst sind beziehungsweise die Möglichkeit haben, sich weitestgehend unbeeinflusst zu entwickeln. Mit den neu dazu gekommenen Nationalparken „Schwarzwald“ (Januar 2014) und „Hunsrück-Hochwald“ (Februar 2015) hat sich die Zahl der Nationalparke in Deutschland auf 16 erhöht. Die Größen, Zonierungen, Zerschneidungsgrade und die personelle Ausstattung der Nationalparke sind recht unterschiedlich.

Die Gesamtfläche der Nationalparke (ohne die marinen Gebiete) entspricht einem Flächenanteil von etwa 0,6 Prozent der terrestrischen Fläche Deutschlands. Dies ist im europäischen Vergleich als gering zu bewerten.

Die empfohlene Mindestgröße wird bei 12 von 16 Nationalparken erreicht

Für Nationalparke in Deutschland wird eine Mindestgröße von 10.000 Hektar empfohlen. Nur in begründeten Ausnahmefällen sollte ein kleineres Gebiet von besonderer internationaler Repräsentativität als Nationalpark ausgewiesen werden. 12 der 16 deutschen Nationalparke haben die empfohlene Mindestfläche. Das Größenspektrum reicht von rund 3.000 Hektar (Nationalpark Jasmund) bis über 440.000 Hektar (Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer). Die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes hinsichtlich des Anteils einer Kernzone (Fläche mit vom Menschen unbeeinflusster Naturentwicklung, Wildnisgebiet) von mindestens 50 Prozent der Gesamtfläche erfüllen derzeit 11 Nationalparke.

Eine Ausweisung weiterer Nationalparke beziehungsweise die Erweiterung bestehender Nationalparke ist vor allem angesagt, um damit Lebensräume zu erfassen, die durch das bestehende Netz noch nicht beziehungsweise noch nicht in ausreichendem Umfang berücksichtigt wurden. Darüber hinaus ist insbesondere eine Verbesserung der Qualität und des Managements der ausgewiesenen Nationalparke anzustreben.

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