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Subarktisches Weidengebüsch

NATURA 2000-Code: 4080

Definition

Subarktische und boreo-alpine Weidengebüsche in Nordeuropa sowie vergleichbare Formationen v.a. der Alpen, Pyrenäen, des Kantabrischen Gebirges und der Karpaten. In Deutschland nur der Eunis-Subtyp 31.6211 alpigene niedrige Weidengebüsche.


Beschreibung

© W. Pfeiffer, Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2013
Subarktisches Weidengebüsch am Soinsee in Bayern

Subalpine bis alpine Knieweidengebüsche, dominiert von den Weiden-Arten Salix glabra, Salix hastata und/oder Salix waldsteiniana (mind. eine der drei Arten oder gemischt), teilweise auch Sorbus chamaemespilus oder Salix appendiculata in der Strauchschicht. Auf Sonderstandorten in die montane Stufe herabreichend, oft kleinräumig und/oder -standörtlich verzahnt mit subalpinen Hochstaudenbeständen, Grünerlen- oder Latschengebüschen.


Verbreitung

Diese subalpinen bis alpinen Knieweidengebüsche kommen in Deutschland ausschließlich in der alpinen biogeographischen Region in den Naturräumlichen Einheiten Schwäbisch-Bayerische Voralpen (D67) und Nördliche Kalkalpen (D68) in Bayern vor.


Gefährdung

Eine Gefährdung kann durch intensive Beweidung und ggf. durch lokale Erschließungsprojekte z.B. für den Wintersport (Skianlagen, Skibetrieb) bestehen.


Schutz

Bei primären Beständen z.B. in Lawinenrunsen oder auf flachgründigen Felsböden oberhalb der Waldgrenze ist keine Pflege erforderlich. Bestände auf Sekundärstandorten können durch eine sehr extensive Beweidung in mehrjährigen Zeitabständen mit Entfernung von Jungbäumen gepflegt werden.


Kartierungshinweise

Die Abgrenzung erfolgt anhand von Dominanzbeständen (mindestens Deckung 4) der o.g. Weidenarten. Die Bestände sind oft kleinflächig mit subalpinen Hochstauden (LRT 6430) und Grünerlen- oder Latschenbeständen verzahnt, und können dann als Komplex mit Schätzung der Deckungsanteile erfasst werden. Knieweidenbestände mit geringer Deckung der Weiden sind ggf. den subalpinen Hochstauden zuzuordnen.


Letzte Änderung: 02.03.2021

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