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Bundesamt für Naturschutz

Baar

Gebiete und Lebensräume
Naturschutzgroßprojekt
Verzahnung zwischen Mooren und weiteren Feuchtlebensräumen sowie Wäldern, Offenland und Magerrasen
Bundesland
Baden-Württemberg
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 2.1 Biotopschutz und -management, Schutzgebiete
Laufzeit
Projekt I: 03/2013 - 03/2017 (Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans mit Moderation), Projekt II: 05/2018 - 04/2028 (Umsetzung der Maßnahmen)
Fläche in Hektar
Fördergebiet (bestehend aus 17 Einzelgebieten): 4.289 ha
Lage
Schwarzwald-Baar-Kreis, Kreis Tuttlingen, Naturraum: Baar und Baaralb und Oberes Donautal, Mittlerer und Südöstlicher Schwarzwald und Schwäbische Alb, Alb-Wutach-Gebiet, mitteleuropäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau
Finanzvolumen
Projekt I: 0,97 Mio. € (Bundesmittel), Projekt II: 6,37 Mio. (Bundesmittel) €
Rastende Weißstörche
Rastende Weißstörche

Beschreibung

An der Schnittstelle von Schwarzwald und Schwäbische Alb gelegen, ist die Baar mit Höhenlagen zwischen 650 - 800 m ü. NN eine montane Hochmulde. Charakteristisch ist hier die relative Niederschlagsarmut mit starken Temperaturschwankungen und sehr kalten Wintern. Geologische Schichten des Mesozoikums treten auf sehr engem Raum zu Tage. Auf der Baar liegen auch die Quellbereiche von Donau und Neckar.

Diese Rahmenbedingungen bilden die Grundlage für die Entstehung verschiedenster Ökosysteme und hierbei besonders vielfältiger Moortypen. In den Moorbereichen sind viele bedrohte Moorarten wie Mehlprimel, Strauchbirke oder Blauschillernder Feuerfalter zu finden. 

Zu den Kerngebieten gehören neben Mooren auch Wälder (z. B. Eichen-Hainbuchen-Wälder, Relikt-Kiefernwälder und thermophile Kalk-Buchenwälder). Die wertvollen Altbaumstrukturen bieten einer vielfältigen Specht- und Fledermausfauna einen Lebensraum. Insgesamt sind 174 Arten der Roten Liste und Vorwarnliste Deutschlands im Gebiet nachgewiesen.

Die Baar liegt auf einer zentralen Achse des Vogelzugs und ist außerhalb des Voralpenraumes das wichtigste Brut- und Überwinterungsgebiet seltener Wiesenbrüter in Baden-Württemberg mit Vorkommen von Wachtelkönig, Grauammer und Braunkehlchen. Rot- und Schwarzmilan erreichen die höchste Brutdichte Südwestdeutschlands. 

Für den Biotopverbund ist die "Baar" ein Drehkreuz von internationaler Bedeutung; Verbundachsen von Waldlebensräumen, Trocken- und Feuchtgebieten kreuzen sich hier. Das montan-kontinentale Klima schafft Voraussetzungen, dass vor allem kälteliebende Arten außerhalb der hohen Mittelgebirgslagen einen Rückzugsraum finden.

Durch das Naturschutzgroßprojekt soll auf der Baar die enge räumliche Verzahnung zwischen Mooren, Streu- und Nasswiesen und weiteren Feuchtlebensräumen sowie Wäldern, Offenland und Magerrasen gesichert und weiterentwickelt werden. Hierdurch werden die Durchwanderbarkeit des Gebietes und damit seine Rolle im Biotopverbund gestärkt. Maßnahmen zur Wiedervernässung der Moore und Stabilisierung des Moorwasserhaushalts dienen dazu, die Projektziele zu erreichen. Des Weiteren sollen dort, wo es erforderlich ist, Prozessschutzflächen ausgewiesen und Privatflächen angekauft werden.

Durch die Erstellung von Informationsmaterialien und Ausstellungen, Durchführung von Projektfesten sowie die Erarbeitung von Lehr- und Erlebnispfaden werden die Inhalte der geplanten Maßnahmen für die Öffentlichkeit aufbereitet.

Zuwendung (bestimmt) für

Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, Dienstgebäude | Umweltzentrum Schwarzwald Baar Neckar, Möglingshöhe
Neckarstrasse 120, 78056 Villingen-Schwenningen

Förderung durch

BMU/BfN, Land Baden-Württemberg, Schwarzwald-Baar-Kreis
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