Bundesamt für Naturschutz

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Rote Liste

Zeitraumbezug der Informationen für die Rote-Liste-Kriterien

Vier Kriterien berücksichtigen alle relevanten Informationen für die Gefährdungsanalyse der Roten Listen

In den Roten Listen Deutschlands wird der Gefährdungsgrad von Arten (Tiere, Pflanzen und Pilze) anhand von vier Kriterien ermittelt und in eine Rote-Liste-Kategorie eingeordnet. Die Kriterien unterscheiden sich unter anderem durch den jeweils berücksichtigten Zeitraum, in dem die Bestandsdaten der Arten betrachtet werden. Dadurch fließen sowohl aktuelle als auch historische Informationen in die Gefährdungseinstufung ein.


Anhand der vier unabhängigen Kriterien „aktuelle Bestandssituation“, „langfristiger Bestandstrend“, „kurzfristiger Bestandstrend“ und „Risikofaktoren“ wird der Gefährdungsgrad der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in den Roten Listen Deutschlands ermittelt.

Bei jedem dieser vier Kriterien liegt der Schwerpunkt auf einem anderen Zeitraum: Für die „aktuelle Bestandssituation“ werden möglichst neue, höchstens aber 25 Jahre alte Daten im Hinblick auf die Häufigkeit der Arten betrachtet. Der „langfristige Bestandstrend“ basiert auf Daten der vergangenen 50 bis 150 Jahre, der „kurzfristige Bestandstrend“ auf Informationen aus den vergangenen 10 bis maximal 25 Jahren. Bei den „Risikofaktoren“ werden aus aktuellen Daten diejenigen Faktoren betrachtet, durch deren Wirkung begründet zu erwarten ist, dass sich die Bestandsentwicklung der zu bewertenden Art in den nächsten zehn Jahren verschlechtern wird.

Das Kriteriensystem ermöglicht es, alle Informationen zu berücksichtigen, die für die Gefährdungseinstufung relevant sind. Da nur für wenige Arten Zählungen oder präzise Schätzungen vorliegen, können die Kriterien auch anhand von nicht-quantitativen Parametern wie Änderungen der Habitate erschlossen werden. Gleichzeitig können alle Arten einer Gruppe hinsichtlich jedes Kriteriums miteinander verglichen werden. Insbesondere bei weniger gut bekannten Arten können so die Daten durch einen Vergleich mit besser bekannten Arten (Eicharten) zusätzlich abgesichert werden.

Weiterführende Infos

Rote Listen (BfN-Themenseite)