Bundesamt für Naturschutz

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Landwirtschaft

Entwicklung des Indikators "Artenvielfalt und Landschaftsqualität des Agrarlandes"

Negativer Trend bei Artenvielfalt und Landschaftsqualität des Agrarlandes

Die Entwicklung der Artenvielfalt und Landschaftsqualität des Agrarlandes in Deutschland zeigt für den Zeitraum 2003 bis 2013 einen negativen Trend. Die Daten wurden mit Hilfe eines Indikators ermittelt, der auf die Bestandsentwicklung verschiedener, charakteristischer Vogelarten des Agrarlandes zurückgreift.


Der Indikator "Artenvielfalt und Landschaftsqualität der Agrarlandes" wurde entwickelt, um den Zustand von Natur und Landschaft unter dem Einfluss vielfältiger Nutzungen zu bewerten. Er stellt die Veränderungen der Bestände ausgewählter Vogelarten dar, welche die wichtigsten Lebensräume des Agrarlandes repräsentieren. Dabei wurde für jede Vogelart ein Bestandszielwert für das Jahr 2015 festgelegt, der erreicht werden könnte, wenn die rechtlichen Regelungen des Naturschutzes und die Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung flächendeckend umgesetzt werden. Die Zielerreichung wird jährlich überprüft.

10 Vogelarten als Gradmesser für Artenvielfalt und Landschaftsqualität des Agrarlandes

Der Berechnung des Indikators für das Agrarland liegt die Entwicklung der Bestände von 10 Vogelarten (Braunkehlchen, Feldlerche, Goldammer, Grauammer, Heidelerche, Kiebitz, Neuntöter, Rotmilan, Steinkauz, Uferschnepfe) zugrunde. Diese sind charakteristisch für Ackerland, Grünland, Sonderkulturen und für Landschaftselemente des Agrarlandes wie etwa Hecken. Die Größe der Bestände zeigt an, wie geeignet eine Landschaft als Lebensraum für die ausgewählten Vogelarten sowie für zahlreiche weitere Arten ist. Über die Lebensraumansprüche der im Indikator enthaltenen Vogelarten wird indirekt auch die Landschaftsqualität abgebildet.

Teilindikator Agrarland weist negativen Trend auf

Für den 10-Jahreszeitraum von 2003 bis 2013 weist die Datenreihe des Indikators einen statistisch signifikanten negativen Trend auf. Der Wert des Indikators sank bis zum Jahr 2013 auf nur noch 59 Prozent des Zielwertes. Grünlandumbruch, steigender Energiepflanzenanbau und intensiver Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigen wichtige Nahrungs- und Bruthabitate typischer Vögel des Agrarlandes und wirken sich nachteilig auf Artenvielfalt und Landschaftsqualität aus.