Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

55001 Wahner Heide


Landschaftstyp:

2.1 Reine Waldlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

91 km²



Beschreibung:

Ein durchschnittlich 3 bis 5 km breiter Saum auf einer Höhe von ca. 90 m ü. NN, der im Westen von der rechtsrheinischen unteren Mittelterrasse und im Osten vom Anstieg zu den Bergischen Hochflächen umrahmt wird. Somit ist eine starke Ost-West-Abdachung des Geländes vorhanden, die jedoch durch ein unruhiges morphologisches Bild abgeschwächt wird. Die Landschaft wird im südlicheren Teil von der Agger durchflossen, deren kastenförmiges, weitgehend waldfreies Tal sich 60 m tief steil eingegraben hat, genauso wie das Untersülztal, das die Landschaft im Osten begrenzt. Wie auch auf den Hochflächen befinden sich hier sandig-kiesige, z.T. auch tonige Aufschüttungen. Die abgesunkenen Grundgebirgstreppen, die diese Höhen bilden, zeigen durch Bäche und Quellmulden z.T. ein unruhiges Relief und sind heute zum größten Teil mit ausgedehnten Forsten bedeckt. Zum Rheintal hin lagert sich die Wahner Heideterrasse vor diese Hochflächen. Als ein Teil der Mittelterrasse wird sie von mächtigen Kies- und Sandablagerungen des Rheins aufgebaut, sowie von Flugsandaufwehungen bzw. Dünen bedeckt. Im Westen wird sie durch einen bis zu 10 m hohen Steilrand begrenzt. Mehrere Bäche durchziehen die Fläche in Richtung Rhein. Die Heiden haben zu großen Teilen Forsten weichen müssen.
Die ausgedehnten Forstflächen dieser Landschaft bestehen meist aus Nadelhölzern. In den Gewässertälern findet man v.a. Ackerland.
Das größte geschützte Gebiet dieser Landschaft ist die "Wahner Heide" mit zahlreichen unterschiedlichen Wald-, Heide- und anderen Biotopen, die Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten, z.B. 126 höhere Pflanzenarten und 27 Rote-Liste-Vogelarten, darunter die größte Schwarzkehlchen-Population in Nordrhein-Westfalen bietet. Dazu kommen die Waldreservate "Königsforst" und "Lohmarer Wald" mit Laub-/Nadelwaldgemisch und Heideresten, sowie die "Auen von Agger und Sülz" mit Vorkommen stark gefährdeter Arten, wie z.B. Lanius excubitor (Raubwürger). Alle diese Gebiete sind gesamtstaatlich repräsentativ. Weite Teile der Wahner Heide und der angrenzenden Wälder sind FFH- und SPA-Gebiete. Außerhalb der Schutzgebiete gehören weitere Bereiche zu den Kernzonen des bundesweiten Biotopverbundes.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 46,35 %
Vogelschutzgebiete 46,77 %
Naturschutzgebiete 53,57 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 53,9 %


Abgrenzung der Landschaft 'Wahner Heide' (55001)

Abgrenzung der Landschaft "Wahner Heide" (55001)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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