Öffnet eine externe Seite Link zur Startseite

Bundesamt für Naturschutz

NatForWINSENT III

Nationales Artenhilfsprogramm
Digitalisierung
Arten
Erneuerbare Energien
Die Naturschutzforschung am süddeutschen Windenergietestfeld (NatForWINSENT) verfolgt das Ziel, wirksame innovative Vermeidungsmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen zu entwickeln und zu testen. Hierfür werden insbesondere vorhandene Kenntnislücken zum Verhalten sowie zum Kollisionsrisiko von Vögeln und Fledermäusen an Windenergieanlagen geschlossen, woraus u. a. Anforderungen an die Wirksamkeit von technischen Vermeidungssystemen abgeleitet werden.
Programm
Nationales Artenhilfsprogramm
Bundesland
Baden-Württemberg
Laufzeit
bis
Förderkennzeichen
3525150500
3-D-Fledermausflugbahn an einer Windenergieanlage bei Nacht
Darstellung einer 3-D-Fledermausflugbahn an einer Windenergieanlage bei Nacht

Beschreibung

Fragestellung / Projektziele

In den vorausgegangenen Projekten („NatForWINSENT I und -II Phase 1 und 2“) wurden für einen Vorher-Nachher-Vergleich bereits vor Errichtung der zwei geplanten Forschungs-Windenergieanlagen verschiedene Arten und Artengruppen (Vögel, Fledermäuse und Insekten) untersucht. Hierfür wurden auch technische Systeme zur Erfassung und Erkennung entwickelt, die nun weiterhin angewendet werden. Somit können wichtige Erkenntnisse über Vorkommen von Arten und über ihre möglichen Reaktionsweisen an Windenergieanlagen abgeleitet werden. Die erfassten Daten von Vögeln, Fledermäusen und Insekten werden u.a. mit verschiedenen meteorologischen Daten (Windgeschwindigkeit, Temperatur) verschnitten, um z. B. die Wetterabhängigkeit des Flugverhaltens zu ermitteln. Verschiedene Experimente mit den Anlagen, etwa zum Einfluss der Rotordrehzahl auf das Flugverhalten von Rotmilanen zur Optimierung von Abschaltvorgaben, sollen umgesetzt werden.

Vorgehensweise

Die sensorgestützten Erfassungen von Vögeln (Radar, sowie insbesondere Rotmilane per Telemetrie und Laser-Entfernungsmessern (LRF)) und Fledermäusen (Akustik, Wärmebildtechnik) werden nun an in Betrieb befindlichen Forschungs-Windenergieanlagen fortgeführt. Hierbei werden zunehmend automatisierte Erfassungen und Auswertungen auf Grundlage der entwickelten innovativen Erfassungstechniken, wie die Stereo-Wärmebilderfassung von Fledermausflugbahnen sowie die Erfassung der Insektenabundanz mit Fotofallen, genutzt. Auch die Auswertung der kamera-gestützten Schlagopfererfassung wird weiterentwickelt. Die Daten werden zudem bei unterschiedlichen Betriebsmodi (wie Trudelmodus, Teillast, Vollast) der Windenergieanlagen erhoben, um Rückschlüsse, z. B. auf die Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen bei unterschiedlichen Rotorgeschwindigkeiten, ziehen zu können. 

Die erhobenen Daten und deren Auswertungen konkretisieren und verbessern damit auch die Anforderungen an technische Vermeidungsmaßnahmen wie betriebsbedingte Abschaltungen durch entwickelte Abschaltalgorithmen oder Antikollisionssysteme. Es besteht weiterhin im Rahmen des Vorhabens die Möglichkeit für externe Entwickler von Antikollisionssystemen die Leistungsfähigkeit am Standort zu testen. 

Im Ergebnis soll ein substanzieller Erkenntnisgewinn zum Verhalten von Vögeln und Fledermäusen an WEA erfolgen und daraus praxisorientierte Empfehlungen zur naturschutzfachlich sinnvollen Umsetzung und Ausgestaltung von vor allem technischen Vermeidungsmaßnahmen an Windenergieanlagen abgeleitet werden. 

Arbeitspakete

Arbeitspaket 1: Projektkoordination / Kommunikation / Betriebsführung / Datenmanagement
Arbeitspaket 2: Vögel – generelle und individuelle Flugbewegungen
Arbeitspaket 3: Fledermäuse – akustische Erfassungen
Arbeitspaket 4: Stereo-Wärmebilderfassung Fledermäuse; Schlagopferdetektion
Arbeitspaket 5: Insektenerfassung

Weiteres

Lage: Schwäbische Alb

Projektleitung

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) | Fachgebiet Systemanalyse

Weitere Beteiligte

Schweizerische Vogelwarte, Freiburger Institut für angewandte Tierökologie GmbH (FrInaT), Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH (UMIT), Oekofor GbR, Fachbüro für ökologische Planungen

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 4.3 Naturschutz und Erneuerbare Energien
Zurück nach oben