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Steckbrief IPBES

Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemleistungen, auch Weltbiodiversitätsrat genannt




Kurzbeschreibung

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemleistungen, vergleichbar dem Weltklimarat IPCC.


Vertragsparteien

137 Mitgliedstaaten (Stand: Februar 2021)


In Kraft seit

Gründung: 21. April 2012


Gremien

Plenum: Als Plenum wird die Vollversammlung aller Mitgliedstaaten bezeichnet, die in der Regel alle ein bis zwei Jahre tagt. An den Vollversammlungen nehmen Vertreter*innen der Mitgliedstaaten und Beobachter teil und durch die Beschlüsse des Plenums wird der Aktionsrahmen von IPBES gesetzt. Die siebte Vollversammlung (IPBES-7) fand im April/Mai 2019 in Paris statt, IPBES-8 wird virtuell im Juni 2021 stattfinden.

IPBES-Büro: Im IPBES-Büro kommen jeweils zwei Vertreter*innen aus allen fünf UN-Regionen zusammen. Die Vorbereitung und Leitung der Plenarsitzungen sind die wesentlichen Aufgaben des IPBES-Büros.

Multidisziplinäres Expertengremium (MEP): Das MEP unterstützt und berät IPBES wissenschaftlich zum aktuellen Arbeitsprogramm. Die Mitglieder*innen werden jeweils für zwei Jahre vom Plenum gewählt.

Expertengruppen und Task Forces: Diese zeitlich befristeten Gruppen erarbeiten im Wesentlichen die IPBES-Berichte und behalten fünf Querschnittsaufgaben (Kapazitätsaufbau, Indigenes und Lokales Wissen, Wissen und Daten, Politische Instrumente und Methodiken, Szenarios und Modellierung) im Blick.

IPBES-Sekretariat: Das IPBES-Sekretariat mit Sitz in Bonn organisiert und koordiniert die Durchführung des Arbeitsprogramms des Weltbiodiversitätsrats. Zudem bereitet es die Sitzungen des Plenums vor und erhält zugleich Arbeitsaufträge aus den Plenarbeschlüssen.

Technical Supports Units (TSU): Die Hauptaufgabe der TSUs ist es, die Arbeit zu den Querschnittaufgaben der Task Forces und ihrer Mitglieder zu unterstützen. Die TSUs leisten auch selbst einen wissenschaftlichen Beitrag und sind dafür  verantwortlich, dass die Umsetzung der Arbeit inklusiv und transparent sowie im Einklang mit den IPBES-Regeln und -Verfahren ist.

IPBES hat zu den Task Forces und zu laufenden Assessments folgende TSUs eingerichtet:

  • Technical support unit on capacity building (Trondheim, Norway)
  • Technical support unit on indigenous and local knowledge (UNESCO, France)
  • Technical support unit on knowledge and data (Paris, France and Frankfurt, Germany)
  • Technical support unit on policy support tools (Cambridge, United Kingdom)
  • Technical support unit on scenarios and models (The Hague, Netherlands)
  • Technical support unit for the assessment of invasive alien species (Tokyo, Japan)
  • Technical support unit for the assessment of the sustainable use of wild species (Paris and Montpellier, France)
  • Technical support unit for the assessment on values (Mexico City, Mexico)

Zielsetzungen

Das wichtigste Ziel von IPBES ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zustand und die Entwicklung der weltweiten biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemleistungen zu analysieren und für politische Entscheidungsträger*innen aufzubereiten. Dies geschieht über die Erarbeitung und Veröffentlichung von thematischen und methodologischen Berichten, sogenannter Assessments.


Beschreibung

Ähnlich zum Weltklimarat IPCC, ist auch die Aufgabe des Weltbiodiversitätsrats wissenschaftliche Informationen für politische Entscheidungsträger zu identifizieren, bzw. zu priorisieren und anschließend politisch relevante Instrumente und Methoden aufzuzeigen, die die Umsetzung entsprechender Maßnahmen unterstützen sollen.

Im Fall des Weltbiodiversitätsrats werden hauptsächlich Daten zur biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen sowie über deren Wechselbeziehung begutachtet. In den regelmäßig veröffentlichten Berichten werden diese Informationen komprimiert der Fachöffentlichkeit vorgestellt und zudem Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger aufgezeigt. IPBES arbeitet eng mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt zusammen.

Das hoch-beachtete Global Assessment zeichnet ein dramatisches Bild des Zustands von Ökosystemen der Erde. Am stärksten sind von dieser Entwicklung die Feuchtgebiete betroffen. Zudem sind 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meere stark verändert. Auch das Artensterben hat in den vergangenen Jahren stark an Fahrt aufgenommen und ist heute mindestens dutzende bis hunderte Male größer als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre. Zurückzuführen ist diese negative Entwicklung vor allem auf den anthropogenen Klimawandel, Landnutzungsänderungen sowie eine steigende Verschmutzung der Umwelt.


Aktivitäten/Rolle des BfN

Die Aufgabe des BfN besteht in der Mitarbeit bei der Weiterentwicklung und Umsetzung des IPBES-Arbeitsprogramms. Das BfN unterstützt das BMU z.B. bei der Begutachtung der Berichtsentwürfe und bei der Ausarbeitung von Verhandlungspositionen für die Vollversammlungen und ist jeweils in der deutschen Delegation vertreten.

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Letzte Änderung: 01.03.2021

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