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Acipenser sturio Linnaeus, 1758


Stör, Gemeiner Stör

EU-Code: 1101, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 0 (2009)


Verbreitung

Als die ehemals am weitesten verbreitete Störart in Europa weist A. sturio aktuell in der Europäischen Union nur noch eine Reliktpopulation in der Gironde in Frankreich auf. Die wichtigsten Nahrungsgebiete der Art für die ersten sieben Jahre ihres Lebenszyklus befinden sich im Ästuar der Gironde. Während des folgenden Lebensabschnitts wurde der Fisch entlang der Küstengewässer des westlichen Golfs von Biscaya und entlang der Britischen Kanalküste gefangen.


Fortpflanzung/Biologie

Als anadromer Wanderfisch reproduzieren Störe im Süßwasser und wandern anschließend zurück ins Meer bis sie erneut laichbereit sind. A. sturio hat einen langen Lebenszyklus und erreicht die Geschlechtsreife in Abhängigkeit seines Geschlechts und der klimatischen Bedingungen in einem Alter von 10 bis 17 Jahren. Voll ausgewachsene Weibchen können bis zu 2,5 Millionen Eier pro Laichperiode legen. Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei 40 Jahren.


Gefährdung

Aktuell sind als die drei Hauptgefährdungsfaktoren Verschlechterungen der Habitate (z.B. durch Dämme, Kanalisierung und Kiesentnahme), Beifang und Wilderei in Betracht zu ziehen sowie die Einschleppung nicht-heimischer Störarten. Zusätzliche Gefährdungen umfassen die Gewässerverschmutzung als Grund für Reproduktionsausfälle und Beeinträchtigungen der Nahrungshabitate in den Ästuarien aufgrund von Kanalisierung und Sedimenteintrag.


Schutz

Künstliche Aufzucht und die Aussetzung der Jungtiere waren in Frankreich in den Jahren 2007 und 2008 erfolgreich. Im Rahmen einer internationalen Kooperation wird derzeit eine begrenzte Anzahl von Jungtieren für einen wissenschaftlichen Wiederansiedlungsversuch in einem deutschen Nordseezufluss (Elbe) zur Verfügung gestellt. Allerdings werden diese Anstrengungen langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn die Bedingungen, die zu dem Rückgang der Art geführt haben zunächst ausreichend erkannt und beseitigt worden sind (vgl. Gefährdung).

Literaturhinweis

verändert nach:
Steinmann, I. und Bless, R. (2004): Acipenser sturio Linnaeus, 1758. In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 214-217.

Letzte Änderung: 11.06.2019

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