Gymnocephalus schraetser (Linnaeus, 1758)


Schrätzer

langgestreckter, barschartiger Fisch

EU-Code: 1157 Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (2009)


Verbreitung

Der Schrätzer ist im mittel- und südosteuropäischen Donaugebiet verbreitet. In Deutschland ist er potenziell im Donaugebiet westlich bis zur Höhe von Ulm verbreitet. Flussabschnitte mit einer relativ geringen Strömungsgeschwindigkeit werden bevorzugt. Auch Stauhaltungen können besiedelt werden.


Fortpflanzung/Biologie

Die Laichzeit beginnt ab der 2. Maihälfte. Die Weibchen setzen die Eier in einem breiten Streifen am Untergrund ab. Ein Weibchen kann ca. 8000 Eier legen. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 10, das Höchstalter bei 15 Jahren. Der Schrätzer ernährt sich von tierischen Organismen wie z. B. Mücken- und Libellenlarven.


Gefährdung

Die Nähr- und Schadstoffbelastung der Gewässer hat u. a. dazu geführt, dass der auf gute Wasserqualität angewiesene Schrätzer aus einigen Gewässerbereichen verschwunden ist. Auch gewässerbauliche Veränderungen haben sich besonders im baden-württembergischen Donau-Abschnitt nachteilig auf den Lebensraum ausgewirkt.


Schutz

Die einzigen bestehenden Vorkommen (in Bayern) sollten geschützt und erhalten werden. Ggf. könnten Wiedereinbürgerungsmaßnahmen im baden-württembergischen Bereich der Donau in Erwägung gezogen werden. Dort befinden sich Abschnitte, die strukturell und auch bezüglich der Gewässergüte geeignet erscheinen.


Literaturhinweis

verändert nach:
Steinmann, I. und Bless, R. (2004): Gymnocephalus schraetser (Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 267-270.


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