Rhinolophus ferrumequinum (Schreber, 1774)

Große Hufeisennase

große Fledermaus mit häutigem Nasenaufsatz

EU-Code: 1304, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 1 (2009)


Verbreitung

Die Große Hufeisennase ist von Europa und Nordwestafrika über Kleinasien und die Kaukasusregion bis nach Nordindien, China und Japan verbreitet. Ehemals war die wärmeliebende Art in Deutschland über ganz Südwestdeutschland verbreitet. Heute gibt es nur noch eine Wochenstube in Bayern und überwinternde Tiere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland.


Fortpflanzung/Biologie

Die Weibchen bekommen maximal ein Junges pro Jahr. Die Paarungszeit beginnt im September und dauert bis kurz nach dem Winterschlaf. Die Wochenstuben werden ab Ende April bezogen. Im Juni oder Juli werden die Jungen geboren. Die Jungen werden sieben Wochen gesäugt und sind mit 16 bis 18 Tagen bereits flügge. Der Winterschlaf dauert maximal von September bis Mai.


Gefährdung

Durch ihre niedrige Reproduktionsrate ist die Art sehr empfindlich gegenüber einer Erhöhung der Sterberate z. B. durch Verkehrsunfälle. Junge Tiere sind auf ausreichende Nahrungsressourcen (Blatthornkäfer!) im Umkreis von 1,5 Kilometer um ihr Quartier angewiesen. Die Art benötigt warme Quartiere in höchstens 35 Kilometer Abstand voneinander.


Schutz

Der Schutz vorhandener und die Schaffung neuer Quartiere hat höchste Priorität bei der Erhaltung der bestehenden Restpopulationen. Für die Art müssen im Radius von 3,5 Kilometer um eine Wochenstube mindestens 30 Prozent der Fläche als Jagdgebiet geeignet und die Landschaft muss vielfältig und reich an Grenzstrukturen sein.


Literaturhinweis

verändert nach:
Pir, J. B.; Brinkmann, R. und Boye, P. (2004): Rhinolophus ferrumequinum (Schreber, 1774). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 593-601.


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